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31. Mai 2013

Men in Black 3


Habt ihr schon mal so etwas richtig Peinliches gemacht und euch gewünscht, im Boden zu versinken? Aber warum im Boden versinken? Es wäre doch viel effektiver, das Gedächtnis aller Beteiligten einfach auszulöschen. Am besten auch gleich mit einem Blitz-Dings aus dem Men in Black-Franchise. Ihr könnt es nicht leugnen, denn ich weiß, dass jeder von euch gerne so ein Gerät hätte! Und stellt euch vor, nach Men in Black 2 waren meine Erwartungen in den dritten Teil, welcher liebevoll MiB3 abgekürzt wurde, so gering, sodass ich bereits prophezeit habe, mich wahrscheinlich danach selber blitzdingsen zu wollen. Na mal schaun...




Im New York unserer Gegenwart (und wahrscheinlich noch an einigen anderen Orten auf der Erde) leben bereits seit Jahrzenten Aliens unter uns. Manchmal sogar wörtlich unter uns. Um nicht aufzufliegen und ihre Existenz geheim zu halten, versuchen sie sich mit unauffälligen und auffälligen Kostümen zu tarnen. Dies ist auch nötig, denn so gestört wie manche Menschen sind, würden sie entweder sofort in Panik ausbrechen ("Oh Gott, wir sind nicht allein!!!") oder sie mit Interviews und Fragen belagern. Vielleicht würden sie einige von ihnen sogar für Experimente einsperren. Solche kurzsichtigen Handlungen könnten aber weitreichende Folgen haben, da sonst ein interstellarer Krieg ausbräche. Eine illustre Organisation der Regierung weiß natürlich von diesen Außerirdischen und möchte deren Identitäten ebenfalls geheim halten. Obwohl die Regierung der USA dies selbstverständlich niemals zugeben würde. Diese Behörde stellt auch Visa für unseren Planeten aus, um die Aliens auf diese Weise während ihres Aufenthaltes überwachen zu können. Sollte sich ein Alien nicht bei ihnen um eine Aufenthaltsbewilligung melden, ist dessen Aufenthalt dementsprechend illegal und es darf der Erde verwiesen oder gar gefangengenommen werden. Immerhin geht es bei so einer extraterrestrischen Einreise auch um nationale und internationale Sicherheit. Diese Behörde trägt den Namen Men in Black und eigentlich kann man sie auch einfach als das Weltall-FBI der Erde bezeichnen.

Das ist mal die Grundstruktur des Franchise. Nun kam kurz vorm Sommer 2012 bereits der sage und schreibe dritte Film in die Kinos, und da das Franchise bereits seit über einem Jahrzehnt existiert hat und der zweite Film eher negative Kritik einstecken musste, dachte und hoffte man lange Zeit, die Ideen der Drehbuchautoren seien erschöpft und es werden keine neuen Filme mehr erscheinen. Die Comicvorlage erfreute sich dennoch weiterhin großer Beliebtheit. Im ersten Film erscheint bei den Men in Black der Neuzugang J, gespielt von Will Smith. Sein Mentor innerhalb der Organisation ist K, gespielt von Tommy Lee Jones, dem diese ausdruckslose Rolle hervorragend steht und man schon fast sagen könnte, dass sie ihm wie ein Smoking maßgeschneidert wurde. Ist "maßgeschneidert" eigentlich ein Verb? Ach, ich benutze es trotzdem. Fällt eh niemandem auf...

Nachdem im ersten Teil alles schön chaotisch den Zusehern nähergebracht wurde und J sich in die Organisation integriert hatte, ging der bereits in seine Jahre gekommene K in Pension und ließ sein Gedächtnis mit dem berühmten Blitzdings-Gerät löschen. Inhalt des zweiten Filmes ist es, K sein Gedächtnis wiederzubeschaffen und ihn erneut für die Organisation zu gewinnen. Im dritten Teil bricht nun ein Alien namens "Boris, das Tier" aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond aus, gelangt zurück auf die Erde und reist in die Vergangenheit zurück, um den jungen K, welcher für Boris' Festnahme verantwortlich war, zu eliminieren, damit er diese ganze Zeit nicht in Gefangenschaft verbringen muss und als Rache nun die menschliche Rasse auslöschen kann. Nach dem K aus unserer Gegenwart verschwunden ist, reist J (Gott, diese Buchstaben als Namen sind sau anstrengend) ebenfalls in die Vergangenheit, um eben genau dessen Ermordung zu verhindern und so das Raum-Zeit-Kontinuum aufrechtzuerhalten.


Josh Brolin verkörpert den jungen K grandios. Und er schafft es,
dieses ausdruckslose Gesicht den ganzen Film über beizubehalten!

Eines vorne weg: die Story ist wesentlich besser als die des zweiten Filmes und die Macher lassen sich immer neue und schrägere Aliens einfallen. Dies sind zwei Pluspunkte für den Film. Aber man merkt den ganzen Film hindurch, dass dieses Franchise wirklich keinen dritten Film mehr gebraucht hätte und dieser Streifen kein Ergebnis von ambitioniertem Storytelling ist, sondern man Geld scheffeln und keine einfallsreiche Geschichte erzählen wollte. Die Geschichte wurde quasi um die Gags herum konstruiert und nicht umgekehrt. Ja, sie ist besser als im zweiten Teil, aber eben auch nicht sonderlich gut. Besonders scheitern die Autoren mal wieder, wenn es um Zeitreisen geht. Und auch hier ist das Drehbuch mit Logikfehlern und simplen Zeitreiseausrutschern durchtränkt. Boris kann einfach nicht in die Vergangenheit reisen, um K umzubringen. Täte er dies, würde er ja nicht mehr im Gefängnis sitzen, um dann in der Zukunft K umbringen zu wollen und dementsprechend würde er dann die Reise in die Vergangenheit auch nicht mehr unternehmen. Natürlich kommen dann noch kleinere Ungereimtheiten wie "Schall im Weltraum" und "Die Wachen des Gefängnissen sind alle Idioten" vor. Aber diese Ausrutscher haben irgendwie einen Unterhaltungswert für sich.

Mir kam stellenweise auch der Gedanke, als ob die Macher an den falschen Stellen Zeit gespart hätten. So bleiben viele potenzielle Witzquellen ungenutzt und werden lieber mit Actionszenen ersetzt. Beispiel: Will Smith aka J reist ja in die 1960er der USA, wo es immer noch offenen Rassismus gegenüber Afro-Amerikaner gab. Er sollte es also relativ schwer haben, an Informationen zu kommen oder sich vollkommen frei im Alltag bewegen zu können. Aber nein, stattdessen gibt man dieses konfliktreiche Potenzial nur wenig Chance und baut diesbezüglich eine schwache Szene mit Autodiebstahl ein, welche zwar durchaus gelungen ist, aber naja...

Die größte Meisterleistung, die dem Film doch noch eine positive Kritik abverlangt, bewerkstelligt Josh Brolin (No Country for old Men, Milk, Mimic) als junger K der Vergangenheit. Das irgendjemand Tommy Lee Jones in jungen Jahren so authentisch wiedergeben kann wie er, bezweifle ich stark, und daher ist Josh das Highlight des Filmes. Von Tommy Lee sieht man leider nicht allzu viel und Will Smith, der 20 Minuten lang eine One-Man-Show abzieht, wirkt auch schon eher von den MiB-Filmen gelangweilt. Aber wahrscheinlich hatte er zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten keine anderweitigen Verpflichtungen in anderen Filmproduktionen zu erfüllen.

Wie dem auch sei, kommen wir zum Fazit. Men in Black 3 ist sehr leichte, aber auch sehr amüsante Kost mit einem soliden Cast, guter Optik, kreativen, wenn auch bereits sehr abgewetztem Humor, viel Fokus auf eben diesen Humor und auf Action, und unterhaltsamer, aber trotzdem immens schwacher Geschichte, die sich scheinbar vor Logik regelrecht verstecken will, damit der Plot funktioniert, und stattdessen lieber auf Randomness baut. Besser als der Vorgänger ist er auf jeden Fall, aber an den ersten Teil kommt er leider nicht heran. Solltet ihr den Film im Kino verpasst haben, macht dies also nichts, da ihr eigentlich nicht wirklich etwas verpasst habt. Am Abend im Fernsehen anschauen kann man ihn trotzdem.

Wie, euch gefällt mein Review nicht? *Sonnenbrille aufsetz* 
Dann schaut nur mal kurz hierher. *Bitz*

santi

25. November 2012

Family Guy: Back to the Multiverse - Preview

Zwar habe ich mir vorgenommen stets jeden Sonntag einen neuen Artikel zu veröffentlichen, aber nach einiger Probezeit verwerfe ich diesen Plan wieder, da dies mich nur unnötig stresst und damit meine mehr oder weniger geniale Kreativität beeinträchtigt. Nun sitze ich hier vor meinem Laptop und überlege mir neue Texte, und muss traurigerweise feststellen, dass man Inspiration nicht erzwingen kann. In anderen Worten: MIR FÄLLT NIX EIN! Also werde ich mir selbst den zeitlichen Druck wieder von meinen Schultern nehmen und dann schreiben, wenn ich gute Ideen bzw. Lust habe. Dann finde ich auch sicher wieder mehr Spaß am Schreiben und ihr am Lesen.




In der Zwischenzeit stelle ich euch eine Videospielneuerscheinung vor! (Damit ja niemand behaupten kann, ich sei ein fauler Sack. -_-) Nicht nur Futurama, Die Simpson und Southpark (ab März 2013) haben es. Nein, auch The Walking Dead, Sherlock Holmes und Doctor Who haben sie: gleichnamige Videospiele! Und dieses Wochenende schrieb sich für viele überraschend Family Guy nun ebenfalls in diese Liste ein. Das Resultat ist ein 3D-Action-Adventure, in welchem man in die Haut von Baby Stewie und Familienhund Brian schlüpft. Es ist also quasi eine verlängerte Stewie-Brian-Episode, welche man selber spielen kann. Die Geschichte ist eine Anlehnung an die berüchtigte Multiversum-Folge der Serie. Der böse Zwillingsbruder von Stewie, Bertram (wer mit diesem Namen gestraft ist, kann ja nur ein Superbösewicht werden), versucht diesen zu töten und reist deshalb in verschiedene Paralleluniversen um Chaos zu stiften und Stewie in eine Falle zu locken. Schießend und springend versucht das ungewöhnliche Heldenduo nun dies zu verhindern. Und laut ersten Spielberichten und Ingame-Bildern wird sehr viel geschossen. Hauptaugenmerk wird nicht auf innovatives oder geistig anspruchvolles Gameplay gelegt, sondern auf viel Humor und Action. Muss ja nichts schlechtes sein, aber leider fahrt die Umsetzung sehr viel Kritik ein. Und das interessanterweise nicht von professionellen Spieletestern, sondern von normalen Spielern! Auf Metacritic liegen zwar noch nicht viele Kommentare vor, jedoch diejenigen, die schon online sind, vernichten diesen Titel regelrecht. Besonders Grafik und Spielmechanik scheinen sehr faul programmiert worden zu sein und es sollen auch diverse Performanzprobleme während des Spielens auftreten. Natürlich müsste man Family Guy: Back to the Multiverse selbst spielen, um diese Aussagen beurteilen und bestätigen zu können, aber für 40€ auf Steam wirkt es eher wie ein "Money Grab" von Activision und die Lust, diesen Titel tatsächlich auszuprobieren, scheint wieder in weite Ferne gerückt. Einziger Lichtblick ist der eingebaute kooperative Modus, welcher uns erlaubt, zusammen mit einem Freund die Stadt und verschiedenen Dimensionen von Quahog zu erkunden. Und zu zweit macht sowieso alles viel mehr Spaß! Also vielleicht schaue ich mir Family Guy: Back to the Multiverse doch irgendwann näher an, vorausgesetzt es findet sich ein williges Opfer...

santi

19. November 2012

Da-Reun Na-Ra-E-Suh

Die Viennale ist vorbei und ich habe reichlich nachzuschreiben, denn so viele Filme wurden gesehen. Ganze 2 an der Zahl... Fleißig war ich! xD Wie dem auch sei, diese gilt es zu reviewen, obwohl mir das bei "künstlerischen" Filmen schwerer fällt als bei den Blockbuster in den Multiplexxen. Oft komme ich mir nämlich vor, als sei ich einfach nur dumm und würde den tieferen Sinn eines solchen Filmes nicht verstehen. Besonders stark kommt dieses Gefühl auf, wenn alle im Kinosaal, nachdem die Credits fertig heruntergerollt sind, in tosendem Beifall applaudieren und ich einfach stumm in meinem Sessel sitze und mir denke "WTF? Also entweder habe ich 'was verpasst oder ihr seid einfach alle Mitläufer ohne Geschmack.". Bleibt halt die Frage offen, was wahrscheinlicher ist... 
Und wie konnte es anders kommen, dass bei Da-Reun Na-Ra-E-Suh (In another Country), eine südkoreanische Produktion mit einer französischen Hauptdarstellerin, eben genau dieses Muster wieder eintrat. Immerhin war ich dieses Mal nicht der Einzige, der sich dem Geklatsche und dem sozialen Druck am Ende des Filmes nicht unterwerfen wollte.




Die Geschichte beginnt in einem kleinen Strandort im abgeschiedeneren Teil Südkoreas. Die Kamera zeigt die Französin Anne, die scheinbar einen alten Jugendfreund besucht, welcher immer noch leichte Gefühle für sie hat. Um einen klaren Kopf zu bekommen erkundet sie die Stadt und versucht Smalltalk mit Leuten zu führen. Dies funktioniert nur sehr holprig, denn weder kann Anne Koreanisch, noch die Bewohner der Stadt Französisch. Nun sehen wir uns einen 1 1/2 Stunden langen Film an, in dem sich alle Menschen mit gebrochenem (in diesem Fall erbrochenem) Englisch unterhalten. Sounds like fun! Unter anderem lernt sie auch einen netten, Klischee-beladenen (er ist maskulin und scheinbar nicht ganz helle im Kopf) Rettungsschwimmer kennen. Dieser interpretiert ihren Smalltalk aber als Flirtversuche ihrerseits und macht am darauffolgenden Abend wiederrum Annäherungsversuche seinerseits. Die Charaktere sind alle sehr oberflächlich gezeichnet und man weiß eigentlich nicht genau, was sie denken und warum sie sich für gewisse Handlungsakte entscheiden. Wie es danach weitergeht, habe ich leider vergessen. Denn schon zu diesem Zeitpunkt schaltete mein Gehirn auf Leerlauf.

Es wurde aber abrupt aus seinem Wachkoma gerissen, da auf der Leinwand auf einmal ein jüngeres, koreanisches Mädchen zu sehen war, welches in ein Tagebuch hineinschrieb und mit einer Off-Stimme folgenden Text erzählte: "In der zweiten Episode sehen wir nun eine verheiratete Hausfrau, ...blablabla". Auf einmal sieht man die gleichen Leute auf der Leinwand, die sich mit den gleichen Namen gegenseitig ansprechen, jedoch, so scheint es, vollkommen andere Charaktere spielen und sich auch anders verhalten. "Okay", denkt sich mein Gehirn, ohne dem Wissen, dass es sich um andere Charaktere handelt. Denn auf dieses Faktum muss man selbst draufkommen, da es an keiner Stelle erklärt wird. "Also entweder die spielen jetzt andere Charaktere, die nur zufällig gleich heißen. Oder es handelt sich um ein Paralleluniversum. Auf der anderen Seite stand in den Filmrezessionen nichts von Science Fiction drinnen. Oder die Hauptcharaktere sind immer noch die gleichen, aber durch die Bank alle schlagartig schizophren geworden. Und falls es andere Charaktere sein sollen: spielen die zeitlich nacheinander oder sind es unabhängige Geschichten? Und wenn es voneinander unabhängige Geschichten sind, sind diese in der Welt dieses Films real oder auch einfach nur von diesem Gott-Mädchen erfunden?" Diese verheiratete Hausfrau mit dem Namen Anne, gespielt von der gleichen Französin (Isabelle Huppert), will anscheinend ein Abenteuer erleben und trifft sich in dem Strandort mit ihrem koreanischen Liebhaber gleichen Alters. Da dieser zu spät kommt, motiviert sie sich die Stadt zu erkunden. Stadt erkunden, das kennen wir doch von vorher! Ihr Liebhaber kommt sie endlich abholen und sie besuchen den Strand, wo Anne Smalltalk mit dem Rettungsschwimmer führt, was ihren Liebhaber sehr zur Eifersucht und dementsprechend zur Weißglut treibt. Smalltalk mit Rettungsschwimmer...das Muster hatten wir doch auch schon! Immer noch veranlasst mich nichts dazu, jedwede Sympathie für die Charaktere zu entwickeln, da sie einfach viel zu hohl sind. Zu Beginn dachte ich auch, der Film sei eine Anspielung auf Lola rennt! oder Krzysztof Kieślowski's Drei-Farben-Trilogie. Filme, in denen immer wieder der gleiche Handlungsstrang aufgegriffen wird, aber stets ein entscheidendes Detail an einer bestimmten Stelle verändert wurde, was die Handlungsstränge dazu veranlasst, vollkommen verschiedene Wege einzuschlagen. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung für diesen hier...

Und BAM! Das südkoreanische Mädchen taucht wieder auf der Leinwand auf und schreibt wieder in ihrem Tagebuch. "In dieser dritten Geschichte...". "Oh Gott, der Scheiß beginnt NOCHMAL von vorne???" Fragend und verzweifelt blicke ich zu meinem Bruder hinüber, welcher sich bereiterklärte sich mit mir diesen Film anzusehen. Seine Seele wurde aber bereits verschlungen, denn nicht nur liegt sein Kopf nach hinten in seinem Nacken, auch Sabber rinnt ihm aus den Mundwinkeln. Vielleicht ist er auch einfach nur eingeschlafen, wecken wollte ich ihn trotzdem nicht. Denn seine Träume sind mit Sicherheit unterhaltsamer als dieser Streifen. Oh, wie ich ihn beneidete! Als guter Bruder hätte ich ihm den Speichel vielleicht abwischen sollen ...ich war anderweitig beschäftigt. Nämlich dem grandiosen Drehbuch zu folgen, welches anscheinend in zwei Tagen auf einer Toilette geschrieben wurde, weil der Autor dort mit einer Magendarmgrippe festsaß. In der dritten Episode besucht die Französin Anne Südkorea um über ihre Scheidung hinwegzukommen. Sie unternimmt einen Stadtrundgang (wie originell) und trifft unseren Rettungsschwimmer (noch origineller). Ganz ehrlich: ich habe vergessen wie der Film ausgeht.

Das einzig Gute an diesem Film sind, und jetzt kommt's, die koreanischen Schauspieler! Meine Fresse, jeder von denen verkörpert seine Rollen (so schlecht sie auch geschrieben sind) super und mit Ambition. Sie bemühen sich richtig, dass die Figuren plausibel und halbwegs realistisch auf das Publikum wirken. Mein Bruder versuchte zwar die Leistung von Isabelle Huppert zu verteidigen, aber meiner Meinung spielt sie alle ihre Figuren vollkommen überzeichnet. Wäre ich in der mentalen Lage gewesen zu lachen, hätte ich es auch getan. Und warum liebt dieser Regisseur es so sehr, die immer gleichen Kameraeinstellungen zu nehmen?

Soll der Film nun eine Anspielung auf die babylonische Sprachverwirrung sein und wie sehr Menschen aneinander vorbeireden können? Oder will er zeigen, dass soziale Normen (zum Beispiel: Flirtrituale) in anderen Kulturkreisen verschieden wahrgenommen werden? War der Film vielleicht nur als Experiment gedacht, die gleichen Menschen für verschiedene Rollen einzusetzen? Oder vielleicht nur eine Isabelle Huppert One-Woman-Show. Unabhängig von diesem unbekannten Entstehungsgedanken scheitert das Endresultat fast schon kläglich daran eine klare Botschaft zu vermitteln, und nach dem Verlassen des Kinosaals bleibt wenig Raum um sich über diesen Film konstruktiv zu unterhalten. Man versucht eher herauszufinden, was das alles zu bedeuten hatte und es in einen Zusammenhang zu bringen. Vielleicht war auch genau das das Ziel von Regisseur Hong Sang-soo, nämlich dass er seinem Film keine Botschaft verleihen wollte und der Zuseher sich am Ende selbst eine Interpretation zusammenreimen soll, kann oder muss. Scheinbar hat diese Absicht besser gefruchtet als ich es für möglich hielt während dem Kinobesuch. Denn nach der Vorstellung gab es den in meiner Einleitung besagten Applaus und ständig wurden über die gleichen Witze gelacht. Ich fand diese aufgesetzten Belustigungsversuche eher traurig und damit, so denke ich, bin ich nicht der Einzige, wenn man die 6er-Wertungen auf Metacritic und IMDB begutachtet. Vielleicht ist der Film ja eh besser als ich es mir selbst und mit diesem Artikel auch euch versuche einzureden, aber er hat mich persönlich, andere scheinbar nicht, einfach in so vielen Belangen gestört, verwirrt und gelangweilt...


santi

17. August 2012

Mystery Science Theater 3000: The Movie

Eigentlich wollte ich ein anderes Review (Prometheus - Dunkle Zeichen), welches bereits fertiggeschrieben ist und in den Startlöchern steht, hochladen. Aber ein guter Freund von mir bat mich einen anderen Film vorzustellen. Einen Film, den nur sehr wenige Leute außerhalb des englischen Sprachraumes kennen. Was ich sehr schade finde, denn gerade die deutsche Synchronisation von diesem Streifen ist grandios und an Genialität und Humor eigentlich nur noch von Monthy Python zu übertreffen. Der Stil erinnert sogar stark an die britische Komikergruppe und die Idee ist so absurd wie einzigartig, dass sie eigentlich auch von ihnen hätte sein können. Und ja, da ich bald für einen Monat nach Thailand reisen werde, motivierte ich mich dazu, diesen Leserwunsch vorher noch zu erfüllen. Also hier ist der Artikel, zu einem der lustigsten Filme, die je gedreht wurden: Mystery Science Theater 3000: The Movie!!!




Wie euch sicher auffällt, steht hinter dem Titel das Nomen "Movie". Dies lässt sich schlicht dadurch erklären, dass es sich zu Beginn bei Mystery Science Theater 3000 um eine amerikanische Science Fiction-Fernsehserie handelte. In dieser Serie geht es um Filme. JA, um Filme. Aber ich beginne lieber bei der Hintergrundgeschichte.

In einem unbekannten Jahr, aber wahrscheinlich in den nahen Zukunft, arbeitet die männliche Reinigungskraft Joel in einem Raketensilo oder Weltraumbahnhof oder so etwas in der Art. Seine Chefs sind die verrückten Wissenschaftler Dr. Forrester und Dr. Erhardt. Diese beiden Herren planen nun die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie den schlechtesten Film aller Zeiten finden und ihn global der Menschheit vorspielen, damit diese so sehr verdummt, dass sie sich dann gemütlich selbst zu Königen krönen können. Diese Idee ist natürlich total an den Haaren herbeigezogen und soll den Wahnsinn der beiden Wissenschaftler verdeutlichen. Während sie nun stetig immer schlechtere Filme suchen, brauchen sie natürlich ein Versuchskaninchen, um sie an eben diesen zu testen. Also kidnappen sie prompt die Reinigungskraft Joel und schießen ihn mit einer interstellaren Rakete ins Weltall, wo er auf ihrer geheimen Raumstation verweilen muss. Diese Raumstation dient auch als Filmlabor und hat sogar einen integrierten Kinosaal. "Warum ins Weltall?", fragt ihr euch. "Auch wieder, um den Wahnsinn der Wissenschaftler zu untermauern?". Nein, ihr Dumpfnasen! Dies hat sogar einen logischen und sehr nachvollziehbaren Grund. Denn Joel darf nicht fliehen! Und was würde passieren, wenn er versucht, im Weltall zu fliehen? Genau: Sudden Death! Ist doch vollkommen logisch... "Verrücktheit der Wissenschaftler", so ein Blödsinn...

Auf dieser Raumstation fühlt sich unser Joel leider sehr einsam und baut sich aus Raumschiffteilen vier Robotergefährten: den wahnsinnigen Crow, den sprechenden Kaugummiautomaten Tom Servo, die Gehilfin Gypsy und den Kamera"mann" Cambot. Letzterer ist für die Kamera an Bord zuständig, da ja sonst die Zuseher vor dem Fernseher die Serie nicht mitverfolgen könnten, und die ersten Beiden genießen zusammen mit Joel die Filme, die ihnen von Dr. Erhardt und Dr. Forrester vorgesetzt werden. Während sie sich diese "Kackstreifen" nun ansehen, schieben sie alle möglichen Kommentare und Witze. Diese Witze reichen vom vulgären Fäkalhumor bis hin zu Anspielungen auf Politik und Kultur.

Und das ist die ganze Serie: man sieht einem Menschen und zwei Robotern dabei zu, wie sie sich einen Film ansehen und Witze drüber machen! O_O Das ist doch die geilste Filmidee ever! Anderen dabei zusehen, wie sie sich einen Film anschauen. Das könnte man ideal auch auf Spiele adaptieren. World of Warcraft Simulator: du bist ein Mensch, Anfang 20, sitzt ganze Zeit nur vorm PC und spielst WoW. Und als echter Spieler schaust du ihm die ganze Zeit nur dabei zu! Also ich finde die Idee brillant.


 Tom, Mike und Crow sehen sich den Film 
"Metaluna 4 antwortet nicht" an.


In der Serie, welche 11 Jahre lang produziert wurde und fast 200 Folgen aufweisen kann, gab es ständig einen Wechsel des Casts. So kommt es, dass in dem Film Mystery Science Theater 3000: The Movie es nur einen einzigen Bösewicht, nämlich Dr. Forrester, gibt und die Reinigungskraft Joel durch den Leihmechaniker Mike ersetzt wurde. Eine zentrale Frage dieses Franchise bleibt auch lange nach Einstellung der Serie erhalten und diese Frage wird mir oft gestellt, wenn ich von diesem Film schwärme. Warum ist diese Serie bzw. der Film dann so unbekannt und erhielt relativ wenig Aufmerksamkeit? Ja, das stimmt schon. Die Serie hatte keine breite Popularität, sondern eine kleine, eingefleischte Fanbase. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig.

Nun, zum einen ist die Serie nie wirklich groß vermarktet worden. Konnte sie auch nicht, da sie nie Lizenzen von den Produktionsfirmen der Filme erhalten hat. Dieses erste Problem geht Hand-in-Hand mit dem zweiten Problem, dass die meisten verarschten Filme sehr unbekannt (die meisten kommen aus den 50ern und 60ern) und die Lizenzen dafür sehr billig waren. Teurere konnte man sich nicht leisten. Dadurch, dass die Zuseher die gezeigten Filme nicht kannten, sanken natürlich die Quoten. Hat man nun eine etwas kostenspieligere Lizenz erhaschen können, so lief diese nach einem gewissen Zeitraum wieder ab. Dies führte dazu, dass manche Episoden von Mystery Science Theater 3000 in all den Jahren nur ein einziges Mal (!) ausgestrahlt worden sind und so Wiederholungen im Fernsehen sehr erschwerte. Diese Episoden durften dann auch nicht auf DVD gebrannt und verkauft werden. Tatsächlich versuchten die Macher der Serie ihre Fanbase zu motivieren, die auf VHS (die Serie spielte noch in den 80ern und 90ern; DVD war höchsten erst in Entwicklung) aufgenommenen Folgen zu vervielfältigen und weiterzugeben oder gar zu verschenken. Sie spornten ihre Anhänger zu Piraterie förmlich an, was die Industrie damals tatsächlich noch gar nicht wirklich kannte und deshalb relativ lange einfach ignorierte.

Ein weiterer Grund ist die Sprachbarriere. Denn viele Witze in der Serie und in dem Film sind für amerikanische Zuseher gedacht. Warum jetzt der Politiker, dieser Sportler oder diese Fernsehmoderatorin auf die Schippe genommen werden, interessiert einen Deutschen oder einen Briten ja gar nicht. Geschweige denn, würden sie diese Anspielungen verstehen. Die Serie ist nie auf Deutsch synchronisiert worden und wenn ich mir eine Episode auf Englisch ansehe, finde ich diese kotzlangweilig, weil mir eben die kulturellen Bezüge zu dem US-Amerika der 90er fehlt. Eine potenzielle Übersetzung müsste daher mit vollkommen neuen Skripten überarbeitet werden, was für das Vermarktungsteam ebenfalls zu viele Kosten und Aufwand dargestellt hätte. Ich verstehe diesen Schritt auch! Das Budget der Serie und des Filmes war stets am Abgrund ins Nichts. Herrgott, man sieht Silouetten vor einer Leinwand und benutzt zum Großteil bereits gedrehtes Material von anderen Filmen. Das ist doch Beweis genug, dass die nicht viel Geld hatten!  Das Intro ist genauso dilletant, wenn auch bewusst so gewählt, produziert und man kann eindeutig erkennen, dass es sich um Pappmaché handelt. Einzig der Film wurde mit eigenen, auf die deutsche Popkultur zugeschnittenen Witzen und Texten synchronisiert. Einige Bezüge werden wiederrum einem Österreicher wenig sagen.

Mystery Science Theater 3000 hatte bei uns leider nie eine wirkliche Chance und wurde damals in den USA total unterschätzt, was halt leider zur Einstellung der Serie führte. Aber nun gut, nichts hält für die Ewigkeit. Es ist eigentlich eh schon ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten haben. Eines der Ergebnisse diese Durchhaltevermögens ist Mystery Science Theater 3000: The Movie und bleibt als Relikt einer vergangenen Zeit, in welcher man noch wert auf intelligenten Humor und kreative Filmideen setzte, zurück. Sich diesen Film anzuschauen ist nicht nur ein Erlebnis für die Lachmuskeln, sondern auch eine kleine Retro-Zeitreise in die Vergangenheit.

santi

2. Juli 2012

South Park: The Stick of Truth - Preview

Hihihi, der Sommer hat begonnen und genieße die prüfungsfreie Zeit. Vor dem PC sitzend beobachte ich im Internet die Steamforen. Dort können es nämlich viele gar nicht mehr abwarten, bis die Aktionswochen und eine potenzielle, virtuelle Schatzjagd mit großen Preisen wieder beginnen. Denn jedes halbe Jahr immer zu Sommerbeginn oder zur Weihnachtszeit hält die Videospiel-"börse" Steam einen Schlussverkauf und ein gar nicht so kleiner Teil ihrer angebotenen Spiele sind um den halben Preis zu ergattern. Dementsprechend köstlich finde ich es, wie sich alle Leute gerade über Valve (dem Betreiber von Steam) mokieren, warum diese Aktionen noch nicht angefangen haben. Und das, obwohl Valve nie wirklich Stellung zu diesem Thema nahm und auch bei den letzten Malen nie ihre Aktionswochen vorangekündigt haben. Zumindest haben die kein großes Trara drum gemacht. xD

Einige meiner Bekannten und ich sind eigentlich ganz froh darüber. Unsere Brieftaschen explodieren nämlich leider nicht vor Reichtum. So kommt es, dass diese Schlussverkaufswochen für manche Menschen ein Segen, für andere ein Fluch ist. Denn man lässt sich von den niedrigen Preisen viel zu schnell dazu verleiten, irgendeinen Scheiß zu kaufen, den man eh nicht braucht! Das untenstehende Bild stellt dies sehr anschaulich dar.




Statt ein neues Spiel zu reviewen, stelle ich euch eines vor, das erst nächsten März herauskommen wird. Einfach nur, damit ich euch von Steam ablenken und euch Vorfreude auf einen anderen Diamanten der Branche machen kann. Im Titel könnt ihr es eh schon lesen und habt euch wahrscheinlich schon die ganze Zeit darüber gewundert, warum ich noch kein einziges Mal den Inhalt der Überschrift erwähnt habe und lieber über Steam berichte. Aber mit dem ist jetzt auch Schluss und ich komme lieber auf den Punkt.

Die Macher von der Fernsehserie South Park tüfteln gerade an einem gleichnamigen Computerspiel zur Serie! O_O *sabber*
Oh Crap! Der Santi kann ja nur lügen!
Nein, das tue ich nicht! Hier ist das Beweisvideo:





Anscheinend ist South Park: The Stick of Truth eine weitere Episode im South Park Universum und versucht nicht, neue Gesetze zu erschaffen. Ihr werdet die Rolle des "neuen Kindes" übernehmen und mit den vier Hauptcharakteren aus der Serie gegen das Böse kämpfen, welches über das kleine Städtchen herfällt. Mehr habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können, aber eines ist fix: Der geniale Humor der Fernsehserie bleibt auf jeden Fall erhalten. Zumindest interpretiere ich den Trailer so. Aus diesem kann man auch erkennen, dass es sich vom Gameplay wohl als ein Rollenspiel entpuppen wird. Ob dieses nun rundenbasierend oder actiongeladen sein wird, wurde noch nicht verraten. Ich hoffe aber, dass es einen Coop-Modus geben wird. Es MUSS einen geben. Der Raum für so einen Modus ist sicherlich vorhanden, da ja nicht nur ein, sondern gleich mehrere neue Kinder nach South Park, Colorado ziehen können! Aber selbst wenn sie dies nicht einbauen sollten, wird dieses Spiel eines der Highlights für 2013 werden!

Ich gehe jetzt wieder die Foren durchlesen. Das kindische Rumschreien dort ist einfach zu herrlich mit anzusehen. ^_^

santi

13. Mai 2012

God bless america

Ständig habt ihr mit dummen, asozialen und nervigen Leuten zu tun. Also bringt ihr euren Unmut über deren Unfähigkeit, Stupidität und Rücksichtlosigkeit verbal zum Ausdruck. Manchmal reicht dies leider nicht mehr und man wünscht sich sooo sehr, sie physisch belehren zu dürfen. In dem Film God bless america setzt die Hauptfigur Frank ihren Frust genau auf diese Weise um, da vieler seiner Kollegen, seiner Nachbarn und Menschen, die er im Fernsehen sieht, seiner Meinung nach keinen moralischen Anstand mehr besitzen und den Begriff "Zivilisation" vollkommen zweckentfremden, da offenbar niemand mehr daran interessiert ist, sich zivilisiert zu verhalten. Also holt er seine alte Militärpistole aus dem Schrank und beginnt seinen radikalen Feldzug der Belehrung.




Zu Beginn des Filmes ist Frank einfach nur ein frustrierter und zynischer Mensch, dem der Großteil seiner Mitmenschen am Nerv geht. Er sieht es als fast schon vollkommen unmöglich an, sich intelligent mit anderen Personen unterhalten zu können, da diese keine eigene Meinung mehr besitzen, sondern nur noch das, was sie im Fernsehen hören und sehen, kopieren. Als Frank dann zusätzlich noch vom Leben an der Nase herumgeführt wird, indem er erfährt, dass er einen nicht-entfernbaren Gehirntumor besitzt, entschließt er sich zunächst dafür, einem verwöhnten und arroganten Mädchen (ala Jersey Shore, The Hills oder Laguna Beach) und daraufhin sich selber das Leben zu nehmen. Er wird jedoch von der aufgeweckten Roxy daran gehindert, welche ihm auch eine neue Perspektive offenbart: warum jetzt aufhören, wenn es doch noch so viele andere Menschen gibt, die es verdient haben zu sterben und ohne deren Existenz die Welt besser dran wäre? Ab diesem Zeitpunkt begeben sich Frank und Roxy gemeinsam auf eine Reise, in deren Verlauf die selbsternannten Richter und Henker einige Menschen privat und andere wiederrum öffentlich liquidieren, um schlussendlich an ihrem Ziel, America's Idol, dem größten Pool an Idioten, den sie sich vorstellen können, anzukommen.

Herausstechend in dem Film ist vorallem die Darbietung von Joel Murray als Frank. Seine immens fein ausgearbeitete und sympathische Interpretation der Figur, sowie deren Darstellung, geben God bless america einen ganz eigenen Charme und heben diesen auch gleichzeitig auf eine Niveauebene höher. Umso enttäuschender war daher meine Beobachtung, zu sehen, dass der Hauptcharakter und seine Komplizin sich leider nur sehr wenig weiterentwickeln und der Film eher nur von der Selektion potenzieller Todeskanditen lebt. Von Anfang an zynisch, frustiert und gelangweilt vom Leben, bleiben Franks und Roxys Ansichten während dem ganzen Schauspiel konstant gleich, und niemals hinterfragen sie ihre eigenen Handlungen. *spoileralarm* Einzige Ausnahme wäre die Hinrichtungsszene eines TV-Moderators, in welcher Frank seinem Opfer zu erklären versucht, dass er nichts gegen seine politische Einstellung hat, sondern es nur unangebracht findet, wie abscheulich, unreif, stur, narzisstisch und blind eben dieser seine Meinung präsentiert und mit seinen Konversationspartnern redet und anderweitig interagiert.

God bless america macht im Grunde alles richtig, was einen sozialkritischen Film ausmacht. Und im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren, verpackt Bobcat Goldthwait diesen Film nicht als Dokumentation, sondern als einen Spielfilm im Stile einer schwarzen Komödie. Diese trägt, obwohl sie sehr unterhaltsam und auf eine schlaue Weise witzig ist, stets auch die Form eines politischen, gesellschaftlichen und satirischen Manifests, da neben "normalen" Reality TV-Stars und generell unhöflichen Menschen, auch politisch engagierte Personen mit vorwiegend republikanischen Tendenzen und leicht fanatische Religionsmitglieder des Christentums Opfer von Franks tödlichem Urteil werden. Die Botschaft des Filmes ist eindeutig: die Menschen sollen zum netten, höflichen und respektvollen Umgang miteinander bewegt werden. Leider wirkt er, speziell gegen Ende, aber auch ein bisschen moralpredigend, sodass seine Seriösität leicht ins Wanken kommt.

Gäbe es diesen selbstgerechten Aspekt des Filmes nicht und wäre die Erzählsequenz (im Grunde geht es die ganze Zeit ja nur um das Töten bestimmter Menschen) nicht so repetiv und einseitig, hätte God bless america durchaus das Potenzial für einen Kultfilm. Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Film, den man sich ruhig alleine, aber auch in einer größeren Gruppe anschauen kann, nicht nur weiter, sondern bezeichne ihn auch als einen der wenigen Geheimtipps des Jahres!

santi

8. Mai 2012

Sticky Hand!

Im Moment kommt relativ wenig Neues auf meinem Blog. Dies liegt daran, da ich zurzeit viel zu viel zum Lernen habe. Ich sollte mich bei McDonalds bewerben, dann wäre mein Leben viel einfacher. -_- Obwohl nein, dann müsste ich ja in tatsächlichen Kontakt mit Menschen treten! Uiuiui, die Idee verwerfe ich wieder ganz schnell...
Wie dem auch sei, wollte ich euch wissen lassen, dass dieser Blog noch nicht tot am Boden liegt. Ganz im Gegenteil sogar! Denn ich werde euch einfach etwas Spaßiges vorstellen, womit ihr durchaus zwei Minuten eures Lebens verschwendet könnt. Aber glaubt mir, in diesen zwei Minuten seid ihr die glücklichste Person auf der Welt!

Nein, ich schicke euch nicht die Internetadresse für eine XXX-Seite. "Pfui!" jedem, der das geglaubt hat! Viel mehr teile ich euch einfach folgende Schritte mit:
1. Tippt oder kopiert in die URL-Leiste oben in eurem Browser die Internetseite www.astretchyhand.com ein.
2. Aktiviert, falls ihr ihn deaktiviert haben solltet, den Flashplayer.
3. Klickt in die rote Fläche (vielleicht müsst ihr hier dann ein bissen warten) und auf den anrollenden Ball.
4. Fuchtelt mit eurer Maus wild herum und habt für zwei Minuten die Zeit eures Lebens! (nach zwei Minuten wird es leider wieder langweilig. :-(   )

Viel Spaß!
santi

19. April 2012

Iron Sky

Euch ist langweilig und euch öden diese ernsten und humorlosen Filme, die es zurzeit im Kino spielt, an? Ihr habt Lust, mal endlich wieder zu lachen bis euch die Tränen kommen? Einen Film zu sehen, bei welchem das Publikum so laut mitgröllt, sodass eure Freudenschreie im Nichts verstummen? Dann, ja dann schaut euch Iron Sky an!
Ich fange einfach mal mit dem Grundplot an. Im Jahr 1945 schafften es die deutschen Nationalsozialisten als erste Nation erfolgreich in das Weltall und zum Mond zu reisen. Dort errichteten sie auf der dunklen, der Erde abgewandten Seite eine Mondbasis und begannen die Ressource Helium 3 abzubauen. Diese diente ihnen von nun an auch als Treibstoff für ALLES. Nach Ende des zweiten Weltkrieges hielten sie sich versteckt und beobachteten die Erde. Von der restlichen Welt isoliert, hielten sie ihre Ideologien aufrecht und konstruierten für den Fall ihrer Wiederkehr eine Weltuntergangsmaschine. 70 Jahre später geschieht auf der Erde folgendes: ein Sarah Palin-Verschnitt wird zur US-Präsidentin gewählt. Als die Wiederwahl ansteht, sinken ihre Quoten aber dermaßen in den Keller, sodass sie sich für einen Promotion-Gag entscheidet, um wieder möglichst viele Befürworter zu gewinnen. Die Idee? Nach so vielen Jahren endlich mal wieder zum Mond zu fliegen! Und damit ja viele Leute das toll finden, schickt sie auch noch, sebstverständlich mit vollkommen anti-rassistischen Hintergedanken, einen Afro-Amerikaner hinauf, der noch dazu eigentlich kein Astronaut, sondern ein Supermodel ist. Als dieser leider die Mondbasis der Nazis entdeckt, denken diese auf einmal, die USA entsanden einen Stoßtrupp und hegen einen Angriff. Natürlich fackelt man da nicht lange, schreitet zur Tat und plant einen Präventivschlag. Die Invasion auf die Erde kann beginnen!




Erstmal vorne weg: der Film nimmt sich selbst durch und durch nicht ernst. Wer dieses Faktum bei der kurzen Inhaltsangabe noch nicht mitbekam, wird an dem Film wohl eher wenig Gefallen finden. Ich weiß, mit dieser Behauptung lehne ich mich seeeehr weit aus dem Fenster, aber es sollte ab der ersten Minute klar sein, dass man sich hier eine Komödie ansieht, die vor schlechten, plumpen Scherzen und Selbstverarsche nicht zurückschreckt. Und eine Person, die versucht, diesen Film seriös anzuschauen und dementsprechend streng bewerten will, ...diese Person wird den Film einfach nicht mögen. Dies spiegelt sich auch in vielen Zeitungs- und Filmartikeln wider, in welchen die Kritiker den Film teilweise ordentlich zerfetzen. Denn eines wird hierbei vollkommen außer Acht gelassen: die an den Tag gelegte Selbstironie ist der einzige Grund, warum dieser Film funktioniert. Sie ist quasi seine einzige Existenzberechtigung. Denn sonderlich gut schauen weder die Kostüme aus, noch spielen die Darsteller überragend. Die Effekte sind offensichtlich auch nicht von großen Filmstudios entwickelt worden.

Aber der Kniff an der Sache ist, dass es sich um keinen Blockbuster aus Hollywood, sondern um einen selbstkreierten Film eines finnisch-deutschen Filmteams handelt. Das Gesamtbudget war gerade einmal 8 Millionen € groß und durch die Anhäufung kleiner Unterstützungsfonds gesammelt worden. Die meisten Ideen stammen von einer Fan-Community, welche online ihre Einfälle zu dem Film miteinbringen konnten. Und dies macht den Film wieder absolut erstklassig. Denn für so ein kleines Entwicklerteam und so viel unabhängige, eigenständige Arbeit, spielen die Darsteller gut, ist der Soundtrack stimmig, sehen die Effekte hervorragend und die Kostüme überzeugend aus. Alle Beteiligten, egal ob Schauspieler, Regisseur, Produzent oder einfach privater Spender und Fan, alle hatten sichtlich Spaß an der Realisierung dieses Titels. Großes Daumenhoch!

Im Kino bemerkt man ebenfalls, dass dieser Film große Einflüsse von der Fangemeinde innehat. Manche Scherze wirken einfach so, als hätte der Regisseur vor Beginn des Filmes einfach Leute im Kinosaal herausgepickt und sie nach lustigen Ideen gefragt. Dementsprechend ging bei meinem Besuch auch ordentlich die Post ab. Wer sich ein genaueres Bild von Iron Sky machen will, kann sich einfach den Trailer in einem meiner vorigen Artikel von vor zwei bis drei Wochen ansehen. Wenn ihr wirklich nur mit der Intention, unterhalten werden zu wollen, ins Kino geht, werdet ihr hier voll auf eure Kosten kommen und es garantiert nicht bereuen!

santi

7. April 2012

The Artist

Uff ganz ganz schnell den Artikel schreiben, bevor es den Film mal wieder nicht mehr in den Kinos spielen sollte. Keine Zeit für Einleitung. Es geht um The Artist und jetzt: "Artikel ab!"




Wohl nur sehr wenige Leute hätten gedacht, dass ein Stummfilm in schwarz-weiß heutzutage noch großen Erfolg einfahren bzw. überhaupt gedreht wird. Dies dachten sich anscheinend auch viele potenzielle Sponsoren, sodass es dem Produzenten Thomas Langmann und Regisseur Michel Hazanavicius (wer diesen Namen aussprechen kann, bekommt eine Medaille von mir) zu Beginn etwas schwer fiel, Interessenten zu finden, bis sie schlussendlich in die eigene Tasche greifen mussten und zur Selbstfinanzierung schritten. Was dabei herauskam ist ein Lobgesang auf die Stummfilmära, wie sie es selbstironischer, romantischer und nostalgischer nicht hätte werden können. Primär handelt es sich zwar um ein Drama, in welchem ein alteingesessener Filmstar das Aufkommen des vertonten Filmes nicht wahrhaben will, nicht ernst nimmt und am Ende an dieser Neuentdeckung, mit Hilfe von Alkohol, Depression und Selbstmitleid, zu Grunde geht. Auf der anderen Seite kommt der Humor, eigentlich könnte ich auch "der Witz" schreiben, ganz und gar nicht zu kurz, wodurch der Film sehr beschwinglich und sorglos wirkt, stark in Kontrast zu dem tragischen und tristen Plot. Dies erzeugt teilweise sogar den Eindruck, der Film wäre als eine Hommage konzipiert.

Da es sich um einen Stummfilm handelt, kommt das Problem auf, wie man die Geschichte erzählt und den Inhalt widergibt. Die ganze Zeit über nur Text zu lesen, wenn jemand redet, ist auch langweilig und anstrengend. Ergo braucht man immens gute Schauspieler, die mit ihrer Mimik alle Emotionen und Gedanken rüberbringen können. Und in Jean Dujardin und Bérénice Bejo ist dem Castingteam ein wahrer Glücksgriff gelungen. Die beiden sind nämlich so präsent und dominant auf der Leinwand, dass sie die 30er Jahre wörtlich wieder aufleben lassen, anstatt nur ein Drehbuch abzuspielen. Man könnte schon fast sagen, sie seien in ihre Rollen verliebt bzw. werden eins mit ihnen.

Die Bildkulisse ist meistens eher mager gestaltet, muss das Auge doch viel mehr Informationen aufnehmen, da der Gehörsinn mehr oder weniger wegfällt. So kommt es, dass der Regisseur stellenweise richtig penetrant ein Objekt hervorzuheben versucht, um den Zusehern zu vermitteln, "Hier, um DAS geht es gerade!". Die Musik dient dem Ganzen ebenfalls als ein kontexttragendes Element. Dies geschiet zwar in jedem Film, aber in The Artist bemerkt man das erst so richtig, wie ausschlaggebend das richtige Musikstück gerade sein kann, um eine Szene zu untermalen und zu formen.

Generell erzeugt dieser Film, und dies ist meiner Meinung seine größte Stärke, im ganzen Hörsaal eine vollkommen eigene Atmosphäre, sodass der Kinobesuch ein ganz besonderes Erlebnis wird. Jedes Kichern, jedes Räuspern einer Person wird vom Rest des Publikums wahrgenommen, da einfach auf der Leinwand nichts gesprochen wird. Genial! Nach meinem Kinogang hätte ich gerne mehr solche Stummfilme im Kino gehabt. Ich empfehle jedem von euch, sich diesen Film anzusehen, solange es ihn noch im Kino spielt!

santi

2. April 2012

Iron Sky - Preview


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So sah zumindest mein Gesicht aus, als ich diesen Trailer das erste Mal zu Gesicht bekam. "Nazis vom Mond greifen die Erde an?". Wer kam denn bitte auf diese schwachsinnig geniale Idee?! *sabber* Und warum kommt dieser Film erst jetzt heraus und nicht schon im Jahr 1945? Nazi-Zombies hin oder her, aber Nazis, die seit 70 Jahren auf dem Mond leben, ...ich pack mein Leben gerade einfach nicht mehr. Bis jetzt konnten mich in Sachen Absurdität nur Monthy Python, sowie der Film Kevin & Perry so richtig beeindrucken, aber diese Filmidee topt das vielleicht. Das Beste kommt aber noch! Denn der Film beginnt schon in wenigen Tagen bei uns in den Kinos zu laufen! Endlich mal wieder ein Streifen, der gut aussieht, sich selbst nicht ernst nimmt, von Seriösität eigentlich ganz weit weg liegt, und für den man keine 12€ an der Kasse zahlen muss, weil er nämlich keine 3D-Effekte hat. Die braucht irgendwie ohnehin niemand. Ich will fast schon auf meinem Schreibtischsessel wie ein kleines, unruhiges Kind auf und ab hüpfen, weil ich mich auf diesen Film schon so freue. 

Sehr gehaltvoll war dieser Post zwar nicht, aber meine Finger juckten mich so sehr, dass ich euch diesen Trailer einfach zeigen musste. Genauso, wie ich diesen Film einfach sehen MUSS!

santi

29. März 2012

Psychonauts

Yeah, es ist fucking zwei Uhr in der Nacht und obwohl ich in der Früh um halb Acht aufstehen und zur Uni fahren sollte, schreibe ich hier total übermüdet einen neuen Artikel. Ich möchte dies hier nämlich so schnell wie möglich niederschreiben, solange die Materie noch frisch ist, denn ich habe gerade vor fünf Minuten Psychonauts durchgezockt! Da meine Veröffentlichungen aber mittlerweile wieder Mangelware geworden sind (verflucht seist du, Pflichtbewusstsein!!), muss ich erstmal schauen, ob ich das Schreiben eh noch nicht ganz verlernt habe.


Habt ihr euch schon immer mal gewünscht, Dinge mit bloßer Willenskraft bewegen zu können, die Gedanken anderer zu lesen, einfach nur unsichtbar und unverwundbar zu sein, zu fliegen ...oder einfach nur Sachen in Brand zu stecken? In Psychonauts wird euer Wunsch erfüllt! Hier übernehmt ihr die Rolle von Raz, der von zuhause abgehauen ist, um in einem Sommercamp für psychisch begabte Kinder ein Gedankenspion/-agent zu werden. Also ein Psychonaut!

Sonderlich angetan war ich vom Aussehen und der Idee des Spieles nicht. Dies lag zum Großteil wohl daran, dass ich in meiner frühen Videospielkarriere, die bereits in meiner Kindheit begonnen hatte, fast nur 3D Jump'n'Run Adventure ala Spyro und Crash Bandicoot gespielt habe und dementsprechend gesättigt war. Leider fiel Psychonauts in diese Kategorie. Die ersten paar Stunden von dem Titel waren auch zum Erbrechen langweilig, sodass ich mal wieder ein Spiel frühzeitig abbrechen wollte. Aber da dies auf negatives Feedback seitens meiner Leser und Leserinnen stieß (spielt ihr mal so viele schlechte Spiele! -.-) und durchaus ein bisschen Potenzial in diesem Spiel zu erkennen war, habe ich es hier durchgezogen. Kaum begann das Spiel, wurde ich sofort mit unzähligen verschiedenen Features vertraut gemacht bzw. wurden sie mir ungefragt ins Gesicht geklatscht. "Sammle dies für das ein; und das für dies; diese Dinger kannst du auch sammeln und dann tauschen um Level hochzusteigen; hiermit kannst du Käse schneiden; das ist für Marmeladenbrot streichen; damit rufst du das Mutterschiff; und mit diesem Finger bohrst du in der Nase;" Meine Fresse, ich habe die ersten fünf Stunden keine Ahnung gehabt was überhaupt los ist und was ich machen soll! Das ganze Sommercamp ist von Anfang an frei begehbar und da der Erkundungstrieb in mir nunmal größer als der Drang, die Story weiterzuspielen, weil ich ja Dinge verpassen und liegen lassen könnte, ist, musste ich wie ein verzweifelter Neurotiker natürlich erstmal alles, und ich meine AAAAAALLES, ausforschen. Falls ihr vorhabt, dieses Spiel zu spielen: bitte macht es anders als ich und spielt einfach die Story. Später habe ich nämlich herausgefunden, dass man nachher eh wieder an jeden "Ort" reisen kann. Als mir diese Erkenntnis kam, wollte ich aus Frust fast meinen Schreibtisch umschmeißen. 9gagger werden jetzt wahrscheinlich an das richtige Bild denken!

Nun gut, bis ich meine ersten Psychoskills also endlich hatte, dauerte es so rund fünf bis sieben Stunden. Normale Spieler hätten dafür wahrscheinlich nur zwei oder drei gebraucht. Um diese Fähigkeiten freizuschalten, muss man gewisse "Trainingskurse" absolvieren, um am Ende jedes Kurses eine Art Pfadfinderauszeichnung zu bekommen. Mit dieser seid ihr berechtigt, die erworbenen Fähigkeiten auch "außerhalb", in der realen Welt, nutzen zu dürfen. Aber manche von diesen Skills erhält man auch durch Levelaufstieg oder Erfüllung einer Nebenquest.

Mittlerweile sollte jedem von euch aufgefallen sein, dass ich die Worte "Ort", "Trainingskurs" und "außerhalb" unter Anführungszeichen gesetzt habe. Das liegt daran, dass die Level dieses Spieles zumeist keine realen Standorte sind, sondern eine Reise durch das Unterbewusstsein von den restlichen Charakteren im Spiel. Ihr seid ja auch, wie bereits erwähnt, kein normaler Agent, sondern ein Gedankenagent. Nachdem ihr also die Trainingskurse, welche einfach nur die Gedankenwelten eurer Lehrer sind, erfolgreich bestanden habt, dürft ihr auch schon herumlaufen und euch in die mentalen Abgründe anderer Personen begeben. Und diese geniale und kreative Levelgestaltung verdient eine Auszeichnung!

Mal rennt man als Godzilla in der Psyche eines Fisches 
(ja, eines Fisches) herum (oben), ein ander Mal muss man
ein Strategiebrettspiel gegen Napoleon gewinnen (unten), um 
die Person zu heilen. Und ein anderes Mal sogar ein Theater 
erfolgreich aufführen, damit es gute Kritiken erntet.


Sinn des Spieles ist es nun, die Person, in deren Unterbewusstsein man sich befindet, von emotionalem Balast und Traumata zu erlösen. Zumeist ist es aber die Aufgabe, sie daran zu erinnern, wer sie sind, und sie von ihrem Wahnsinn zu befreien. Natürlich gibt es noch eine tiefgründigere Haupthandlung, aber dieses Spielziel ist auch schon unglaublich interessant, faszinierend und immens gut umgesetzt. Und nach den Trainingskursen konnte ich auch endlich das restliche Sommercamp fertig erkunden! "WOOOOH!" Leider dauert es fast bis zur Hälfte des Spieles, bis die Story so richtig an Fahrt aufnimmt, und Psychonauts verliert wohl auf dieser Strecke sicher ein paar potentielle Spieler. Mich leider auch fast, hätte ich nicht die Zähne zusammengebissen. Und die habe ich mir bei der recht bescheiden programmierten Physik wirklich festgebissen...

Was ich ebenfalls noch schreiben sollte, ist, dass der Humor, der vor Selbstironie zu zerplatzen droht, grandios ist! Federführende Kraft hinter diesem Titel ist nämlich Tim Schafer, welcher schon an Day of the Tentacle, Full Throttle, Maniac Mansion und Monkey Island mitwirkte, und nach Psychonauts auch Brutal Legend herausbrachte. Spätestens bei der Erwähnung seines Namens, stoße ich bei manchem von euch nicht mehr auf taube Ohren, denke ich.

Im Groben kann man dieses Spiel also getrost spielen, ohne es im Nachhinein zu bereuen, seine Zeit verschwendet zu haben. Am Ende des Spieles habe ich aber dennoch etwas Seltsames gefühlt. Etwas, das ich nur selten fühle. Nach dem Abspann wollte ich nämlich einfach nicht akzeptieren, dass es zu Ende ist. Ich wollte weiterspielen! Fuck those people, die hätten ruhig ein noch längeres Drehbuch schreiben können! Okay, meiner Meinung nach hätte man aus den anderen Charakteren noch wesentlich mehr herausholen können, aber was solls. Dieses Spiel hat mich, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, total in den Bann gezogen und süchtig gemacht, weil es einfach simpel und doch auf eine kluge Weise Spaß macht. Ich wollte einfach alles einsammeln, ausprobieren und erfahren. Es hat sich fast schon so angefühlt, als müsste ich von einem guten Freund Abschied nehmen. Nicht jedes Spiel erzeugt dieses Gefühl!

santi

20. März 2012

The Guard

Unibeginn und schon tauchen wieder viel weniger Einträge auf meinem Blog auf. Yay! -.- Dann muss ich ganz schnell die restlichen Einträge, die noch in meinem Entwurfkeller liegen, ausgraben, niederschreiben und veröffentlichen. Den Beginn diesen Monat macht der Film The Guard. Ein Film, der letzten Dezember in den Kinos war, ich leider nie dazu kam, ihn mir auf der Leinwand anzusehen, ihn im Februar doch noch zu Gesicht bekam und nun endlich reviewe. Die witzige Ironie an diesem Artikel ist aber nicht dessen Verspätung, sondern, dass ich gerade im Hörsaal sitze und eine "etwas" langweilige Vorlesung stattfindet. xD



Hm mal schaun, wie unauffällig ich hier sitzen und diesen Text schreiben kann. Vielleicht wirke ich auf den Professor ja wie ein immens fleißiger Student, der alles was gesagt und auf die Tafel gekritzelt wird, eifrig dokumentiert. Aber kommt schon Leute. Er erzählt uns, was Exzerpte sind, wie man Referate halten soll und wie und weshalb man Texte liest. Universitätsprofessoren scheinen einen eigenen Sinn für Humor zu haben. Damals vor zwei-drei Jahren in der ersten Informatikvorlesung hat ein anderer Lehrender dem Publikum nämlich auch erklärt, was eine Variable ist. Ihr könnt euch sicher denken, wie spannend so eine verbale Lehrstunde in Sachen belanglose Dinge ist. Aber ich schweife vom Thema ab!

Die Handlung in The Guard dreht sich um einen Mord und einen internationalen Drogendeal in Irland, und wie dieser von einem afro-amerikanischen FBI-Agenten, sowie einem leicht rassistischen Kleinstadtpolizisten, verhindert werden könnte. Die beiden sehr unterschiedlichen Kollegen kommen aber leider nicht so gut miteinander aus und streiten sich anfangs ein bisschen.  Ein Beispiel: Auf die Aufforderung, sich für sein Kommentar bei seinem schwarzenfarbigen Kollegen zu entschuldigen, entgegnet der Hauptcharakter Boyle lediglich, "but rassism is a part of my culture.". Köstlich! Der Plot ist nun nicht sehr ansprechend, fand ich zu Beginn, und damit hatte ich bis zum Ende des Streifens auch recht. Was den Film aber auszeichnet sind die Figuren. Das Cop-Duo kommt sich in egal welchem Thema in die Haare und die sehr verqueren Drogendealer sind auch genial geschrieben und gecastet. Zwar spielt mit Don Cheadle ein durchaus bekanntes Gesicht mit und die filmische Qualität ist auf hohem Niveau, man kommt aber leider nicht darum herum, ständig das Gefühl zu haben, einen Amateurfilm zu schauen. Aber hey, an B-Movies ist eigentlich eh nichts auszusetzen! Nur es fehlt diesem Film halt das gewisse Etwas, um als "groß" und "kultig" zu gelten. Schlecht macht ihn dieser Umstand aber deshalb noch lange nicht.

Die Stärke und der Fokus liegen eindeutig in den Charakteren und den überaus witzigen und sehr dynamischen Dialogen. Schwarzer Humor bis zum Abwinken wird euch hier erwarten. Und wenn ihr nichts anderes wollt, dann kommt ihr hier voll auf eure Kosten! Kleinstadtpolizist und Hobbyalkoholiker sitzt freakigem Drogendealer gegenüber, wie als wären sie alte Freunde. Sie quatschen, machen dem Anderen sogar Komplimente. Ja, sie scherzen richtig. Und auf einmal zieht einer der Beiden, ohne vorhergehende Provokation, einen Revolver und das war es auch schon wieder mit der frieldichen Konversation. Generell treibt es Sergeant Gerry Boyle mit seinem unkonventionellen Verhalten wirklich auf die Spitze. Er trinkt während einem kleinen privaten Verhör genüsslich, fast schon penetrant, einen Milchshake, bestellt sich Prostituierte ins Hotelzimmer, weil er ja schließlich seinen freien Tag hat (das Verbrechen kann doch bitte einen Tag warten), und ihm scheint generell alles egal zu sein, um dann am Ende doch noch als heroischer Antiheld in einem Feuergefecht auf hoher See mitzuwirken. Auf The Guard muss sich der Zuseher/die Zuseherin erst einlassen, um Spaß daran haben zu können.

Am Rande mag ich noch den Handlungsort erwähnen. Dieser ist nämlich Irland. Und wie es für Iren üblich ist, haben sie einen sehr eigenwilligen Dialekt. Nicht so wie die Briten, von denen immer alle Welt schwärmt, was für einen charmanten Akzent sie doch haben. Generell werden die Briten dort verabscheut und jeder englischsprachige "Eindringling" wird mit Gälisch zugetextet. Wie dem auch sei, worauf ich hinaus will, ist, wenn ihr keine englischsprachigen Filme gewöhnt seid, dann werdet ihr hier anfänglich auf gewaltige Probleme in der Verständlichkeit stoßen. Ihr seid gewarnt! Mehr gibt es zu dem Film leider nicht mehr zu sagen, denn er lebt nun mal nur von diesen zwei Aspekten: Dialoge und irischer Akzent. Empfehlen kann ich den Film trotzdem!

santi

20. Februar 2012

God bless America - Preview

Ihr habt aus Langeweile sicher auch schon einmal durch das Fernsehen gezappt und seid dabei auf die absurdesten Sendungen mit den seltsamsten Menschen gestoßen und dachtet euch dabei, "So blöd kann man doch gar nicht sein! -.-". Bei manchen kommt bei längerer Betrachtung solcher "Hartz 4"-Sendungen wohl dann auch teilweise eine Wut auf die Gesellschaft auf. Eine Wut, die wohl stets unterdrückt, ignoriert und schlussendlich von der eigenen Vernunft, Gleichgültigkeit oder Feigheit (je nach dem) getilgt wird. Nun kommt bei uns bald ein Film in die Kinos, dessen Inhalt die Auslebung dieser Wut darstellt. Und zwar auch noch aus den Staaten! God bless America!




Ein Mann um die 40 Jahre, der nichts mehr zu verlieren hat, entscheidet sich nämlich genau dazu, alle unvernünftigen, nervigen, dummen, asozialen, "anstrengenden" und bösen Menschen, anstatt durch verbaler Zurechtweisung, einfach mit Hilfe einer kleinen Handfeuerwaffe und einer minderjährigen Schülerin durch den Tod zu bestrafen. Und ich ziehe meinen imaginären Hut (einen echten besitze ich nämlich nicht... NOCH nicht) vor dem- oder derjenigen, dem diese Fantasie nicht auch schon einmal durch den Kopf geschossen ist. Hihihi "durch den Kopf geschossen". ^_^

Wie dem auch sei, das offizielle Veröffentlichungsdatum in den USA ist der 6.April. Bei uns wird der Film dann wohl zirka einen Monat später erscheinen. Ich jedenfalls freue mich auf dieses Werk. Die Präsentation durch den Trailer ist ja immerhin schon unterhaltsam genug, um diesen Film im Auge zu behalten.

santi

14. Februar 2012

Ziemlich beste Freunde

Nun mal wieder zu einem etwas aktuelleren Film. Ich kann ja schließlich nicht permanent über Filme schreiben, die es nicht mehr im Kino zu sehen gibt. Und zwar erzähle ich euch ein bisschen über die französische Produktion Intouchables (deutscher Titel.: Ziemlich beste Freunde). Meine erste Aufmerksamkeit lockte der Film durch seinen witzigen und herzigen Trailer auf sich. Dabei dachte ich mir: "Hm, ja, vielleicht sehenswerter als der ganze restliche Müll, der zurzeit in den Filmschauhäusern gezeigt wird." Meine zweite Aufmerksamkeit lockte der Film auf sich, als er eine Woche nach der Premiere auf einmal auf Platz 1 der Charts war. Und die dritte Aufmerksamkeit? Dafür war es leider schon zu spät, denn auf einmal saß ich bereits im Kinosaal! o_O


Meine Verwunderung darüber, wie ich denn dorthin gekommen war, verflog schnell, denn schon in den ersten paar Minuten zieht der Film die Zuschauer/innen in den Bann. Ziemlich beste Freunde erzählt die Geschichten von Philippe, einem immens reichen, aber leider vom Hals abwärts gelähmten Aristokraten, und Driss, einen Kleinkriminellen aus dem Armenviertel, der sich zur Zeit darum bemüht, Arbeitslosengeld zu bekommen, da ihn ohne Ausbildung leider niemand nehmen will. So viel scheint die beiden also nicht zu verbinden. Ihre Wege treffen sich schlussendlich, als Philippe wieder einmal eine neue Pflegekraft sucht, da er die meisten entweder nicht ausstehen kann, oder sie einfach das Handtuch werfen. Wirklich ernst nimmt Driss seine Bewerbung aber nicht, will er doch nur eine ablehnende Unterschrift, damit er einen Beweis für das Arbeitsamt vorlegen kann, tatsächlich auf Jobsuche gewesen zu sein. Was dieser aber nicht kommen sieht ist, dass Philippe Driss's Aufrichtig- und Ehrlichkeit dermaßen sympathisch findet, dass er ihn sofort auf Probe einstellen will und lädt diesen auch ein, in seiner Villa zu wohnen. Eine Pflegekraft sollte ja schließlich rund um die Uhr erreichbar und schnell zur Stelle sein. Und so beginnt eine sehr einzigartige Freundschaft!

Zum einen schaffen es die überaus hervorragend besetzen Schauspieler, den Film so denkwürdig machen. Und zwar nicht nur die beiden Hauptdarsteller François Cluzet und Omar Sy, sondern auch die Nebenrollen sind sehr gut gespielt und man bemerkt, dass jeder sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten gehabt hat. Kaum zu glauben ist fast schon, dass Omar Sy mit der Rolle des Pflegers eine seiner ersten großen Rollen spielt. Dafür gab es nicht nur von mir ein Daumenhoch, sondern auch gleich eine Auszeichnung für den Prix Lumière (Pariser Filmfestspielpreis und nein, ich weiß nicht, wie es ausgesprochen wird...) und eine Nominierung für den César (quasi der französische Oscar). Mit der Wahl von François Cluzet konnte das Castingteam eigentlich nichts falsch machen, hat er doch bereits genug Erfahrung in der französischen Filmszene gesammelt und einen hohen Bekannheitsgrad erreicht.

Zum anderen ist es aber auch die Präsentation. Das Thema mag auf den ersten Blick sehr ernst wirken und eine humorvolle Umsetzung des Drehbuches, welches übrigens auf einer wahren Geschichte beruht, bizarr und sehr schwer wirken lassen. Regisseur Olivier Nakache schafft es hier aber wirklich eine Basis aufzubauen, um jedem das eigene Handicap eventuell mit ein bisschen Selbstironie betrachten lassen zu können.
Ein Beispiel: Philippe hat einen Hyperventilierungsanfall, woraufhin Driss diesen zu einem nächtlichen Spaziergang in Paris mitnimmt, damit dieser frische Luft tanken und sich quasi die "Beine vertreten" kann. Um ihm auch ein wenig die Schmerzen zu nehmen, dreht Driss, lässig wie er nun mal ist, Philippe auf offener Straße vor einem Lokal einen Joint und hält ihm diesen hin. Wegrennen kann dieser ja ohnehin nicht. *facepalm* Und solche Szenen gibt es wie Sand am Meer.
Nach und nach lernt Philippe mit der Hilfe von Driss Leichtigkeit sein eigenes Leiden als essentielles Teil seines Lebens zu akzeptieren, und zwar nicht mit der Denkweise: "Ich bin gelähmt, deshalb kann ich nicht mehr so viel machen. Ich bleibe aber trotzdem der selbe Mensch wie vorher". Nein! Sondern: "Ich bin gelähmt, deshalb bin ich nun der, der ich bin und kann manche Dinge nun anders betrachten und genießen."

In Summe ist Intouchables also eine Komödie, die man als "erfrischend anders" bezeichnen kann, und gegen Ende bei manchen Kinobesuchern sicher sogar die ein oder andere Träne fließen lässt. Trotz des Themas "Querschnittslähmung" ist der Film stets spaßig und, mir fällt einfach kein besseres Wort dafür ein, herzig! Ihr könnt ihn euch durchaus auch auf Deutsch ansehen. Die Synchronisation ist nämlich ebenfalls sehr hochwertig und generell steht der Film großen amerikanischen Hollywoodproduktionen um nichts nach. Wenn ihr euch diesen Winter noch einen Film im Kino ansehen wollt, der euch in Erinnerung bleibt und euch zum Lachen und zum Nachdenken und vielleicht sogar dazu verleitet, ein bisschen Sentimentalität ans Tageslicht zu bringen, dann bitte diesen hier!

santi

23. November 2011

Hesher

Ja ja, ich weiß. In letzter Zeit sind neue Artikel von mir selten zu lesen. Dies lässt sich auf drei simple, aber dennoch bedeutende Faktoren zurückführen. Erstens: hatte ich einfach keine Ideen für Reviews und keine Zeit, mich in ein Spiel oder einen Film hineinzuvertiefen. Zweitens: hört auf mich zu loben! Dadurch bekomme ich tatsächlich die Angst, meine zukünftigen Texte werden sowieso nicht an das Niveau der vorangegangen herankommen und lasse es deshalb gleich bleiben. Und drittens der wahrscheinlich wichtigste Punkt: meine LE.....wait for it....THARGIE! Ganz genau, liebe Leserinnern und Leser. Die mentale Projektion meiner physischen Existenz definiert sich selber nämlich als Reinkarnation der Faulheitsgötter! Warum diese so unbekannt sind, fragt ihr mich? Einfache Erklärung: Faulheitsgötter sind einfach zu faul, um sich eigene Götzenbilder auszudenken und zu schaffen, oder überhaupt irgendwas in der menschlichen Dimensionsebene zu tun, um auf ihr Vorhandensein aufmerksam zu machen. Nicht etwa so wie der Blutgott Khorne!
So, nachdem ich mir nun irgendeine Einleitung aus den Fingern gesaugt habe und ihr euch vor staunen über meine Absurdität sicherlich kaum noch im Sessel halten wollt, kann ich ja mit dem eigentlichen Artikel beginnen!


Hesher ist ein Filmdrama, das sich um das Leben von TJ (auch oft "Teach" genannt) dreht. Dieser lebt mit seinem arbeitslosen und höchst depressiven Vater und seiner Großmutter zusammen, die auch seine einzigen sozialen Kontakte darstellen. Hinzu kommen auch noch die Tatsachen, dass er seine Mutter vor Kurzem erst bei einem Autounfall verlor und dass er in, sowie auch außerhalb der Schule, von einem Raudi gemobbt und verprügelt wird. Sein Leben ist also nicht ganz einfach. Aus Frust über seinen derzeitigen Lebenszustand schmeißt er, nach einem kleinen Sturz vom Fahrrad, eine Fensterscheibe eines scheinbar unbewohnten Hauses ein. "Scheinbar unbewohnt" stellt sich aber als fatal heraus, da nämlich doch jemand dort wohnte, bzw. hauste. Nämlich die titelgebende Figur Hesher. Dieser ist von Teachs Ausfall gar nicht entzückt, da das zerbrochene Fenster die Polizei anlockt und Hesher sich daraufhin eine neue Bleibe für sein Vagabundenleben suchen darf. Hesher ist nämlich ein Anarchist, Rocker und Freigeist, wie er im Buche steht, und scherrt sich um keinerlei soziale Konsequenzen oder gesellschaftliche Moralvorstellungen. Er zieht von Ort zu Ort und möchte sich eigentlich an niemanden oder etwas sonderlich lange binden. Die einzigen materiellen Güter, die er besitzt, sind seine Kleider, eine Gitarre und ein verbeulter Van. Das Problem einer neuen Herberge ist auch schon prompt gelöst, nistet er sich einfach bei dem Übeltäter ein, welcher sein schönes Fenster zerstörte, Teach! Dieser ist von Heshers Direkt- und Rücksichtlosigkeit so baff, dass er dessen Besetzung der Garage vorerst nicht ganz zu realisieren vermag. Die Großmutter scheint über eine weitere Seele im Haushalt sogar recht enzückt zu sein und sein Vater, depressiv wie er ist, kümmert sich nach einer Stunde schon nicht mehr um den Fremdling. Daraufhin beginnt für die vom Schicksal gebeutelte Familie eine brutale Lehrstunde durch Hesher, der die Probleme stets provokant und simpel ans Tageslicht bringt.

 Joseph-Gordon Levitt als Hesher
...in Unterhose, versteht sich.

Soviel mal zur Story. Zu viel spoilern will ich ja nicht, soll sich der/die LeserIn den Film doch selber anschauen. ;) Dann schreibe ich halt über ein paar andere Aspekte des Filmes, um meinen Artikel jaaaaaaaaa in die Länge ziehen zu können. Muharhar *böses Lachen* 
Zu den Schauspielern sage ich mal, dass sie ALLE grandios ihre Arbeit machen. Außer Natalie Portman. Warum bekam die nochmal nen Oscar?! Wenigstens nicht für ihre Darstellung hier. Rainn Wilson verinnigt die Rolle des niedergeschlagenen, kaputten, depressiven Familienvaters, wie es sonst niemand besser könnte. Devin Brochu als Teach wirkt ebenfalls vollkommen hilfslos in seinem Leben, so hilflos, dass man ihn fast schon anschreien oder knuddeln möchte. Ihnen beiden, Teach (als fiktive Figur) und Devon Brochu (asl der Realdarsteller) scheinen Hesher tatsächlich viel zu upgefuckt zu sein, sodass Devon/Teach echt keine Ahnung hat, wie er mit manchen Situationen umgehen soll. Und ja Hesher... wenn euch Joseph-Gordon Levitt in Inception, GI Joe oder 500 Days of Summer schon gefiel, dann werdet ihr ihn in diesem Streifen lieben! Seine Performanz verdient sogar drei Ausrufezeichen!!! Zwar ist "Hesher" als Drama gedacht und setzt es auch als solches prima um, aber für die Humoristen unter euch wird es auch viele WTF-Momente geben, denn schwarzer Humor ist keine Mangelware. So raucht sich in einer Szene Hesher mit Teachs Großmutter mit Marihuana ein, klettert in Unterhose einen Strommast hoch, um den Pornokanal freizuschalten, und erzählt abenteuerliche Geschichten von Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Dagegen ist der Mindfuck in meiner Einleitung das Frühstück und Hesher ist das 5-Gänge-Menü zum Dinner.

Mensch hat zwar den Eindruck, dass der Film nur vor sich hinplätschert, kein konkretes Ziel vor Augen hat und sich eine seltsame Szene an die andere reiht, aber am Ende wird eine klare Moralbotschaft erkennbar. Die Lektion des Lebens, die Hesher Vater und Sohn erteilt, gipfelt schlussendlich im Klimax der Geschichte, an welcher Vater wieder nach Arbeit sucht und seine Depression überwindet, und Sohn an Charakterstärke und Selbstbewusstsein dazugewinnt. Manchmal braucht man halt einen Engel, um aus einer miseren Lage herauszufinden. Und manchmal ist dieser Engel ein kiffender, gewaltbereiter, bizarrer, selbstzerstörerischer und beleidigender Anarchorocker... man weiß halt nie.

santi