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23. Mai 2013

Iron Man 3

Endlose Filmfortsetzungen ala Saw, Fast & Farious und Paranormal Activity sind leider das Ergebnis eines Trends, in welchem es nicht mehr um originelle Drehbücher oder kreatives Storytelling geht, sondern nur noch um Money-Grabbing. Dementsprechend nimmt die Qualität von vielen Filmreihen zugunsten der Quantität mit jeder weiteren Fortsetzung drastisch ab. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn tatsächlich mal ein zweiter, dritter oder sogar vierter Teil eines Filmes erscheint, bei welchem sich herausstellt, dass er nicht nur gut, sondern sogar besser als die Vorgänger ist!




Genau dies trifft auf den neuesten Superheldenfilm von Marvel zu, Iron Man 3. Noch actiongeladener wartet diese Fortsetzung mit einer erdrückenden Düsternis auf. Nach den Ereignissen in The Avengers fühlt sich Hauptfigur Tony Stark so stark (hihi Stark-stark, get it?) mit seinem Alter Ego Iron Man und seinem Kampfanzug verbunden, sodass er seine ganze Freizeit für dessen Modifikationen investiert und sich ohne Anzug immens angreifbar fühlt. Physisch, sowie psychisch. Dem nicht genug taucht auch noch ein weiterer Antagonist auf der Bühne auf, hervorragend gespielt von Guy Pearce. Dieser schwor sich nach einer verletzenden Absage Tonys bezüglich eines Interviews nicht nur persönliche Rache an eben diesen, sondern will mit einer neuentdeckten biologischen Waffe auch das internationale Waffengeschäft an sich reißen. Im Zuge der Auseinandersetzungen gegen fast unbesiegbare und biologisch mutierte Ex-Soldaten findet sich Tony schlussendlich in einer Situation wieder, in welcher er zeitweise vollkommen auf seinen Kampfanzug verzichten muss. Der dritte Teil der Filmserie legt seinen Hauptfokus darauf, wie Tony Stark auch ohne seinen Kampfanzug seinen Pflichten als Iron Man nachgeht. Er IST Iron Man! Sei es mit, oder ohne Anzug.

Nicht nur wirkt der Film düsterer als seine Vorgänger, er hat auch (bedingt durch den neuen Regisseur Shane Black) das lockere Comicfeeling aufgegeben. Man fiebert nun wirklich für Tony mit, welcher verletzlich und schutzlos ohne seinen Anzug versucht seine Superheldenidentität zu definieren. Es hängt eine permanente Gefahr in der Luft, dass das Abenteuer vielleicht doch nicht gut für den Protagonisten ausgehen könnte. Die Effekte werden dank wachsender Erfahrung seitens Marvel Studios und immer besser werdenden Computerprogrammen ebenfalls immer anschaulicher, und die Schauspieler spielen alle durch die Bank solide.

Alles in allem kann ich wohl getrost sagen, dass Iron Man 3 seine beiden Vorgänger in jeder Hinsicht übertrieft und als das bis dato erwachsenste Werk der Marvel Filmstudios fungiert. Einzig allein die sehr willkürliche Vernachlässigung von Physik, Biologie oder generell Realismus könnte man anprangern, oder das Iron Man am Ende des Filmes doch keinen Sidekick bekommt, wie ich so sehr erhofft habe. Aber als Superhelden-, Marvel-, Actionfilm- oder Science Fiction-Fan ist dieser Film fast schon ein Must-See, und auch für den Otto Normalverbraucher des Filmeschauens effektive Unterhaltung.


santi

PS: Auf jeden Fall nach den Credits noch im Saal bleiben!

22. Mai 2012

The Avengers - Teil 5: The Avengers

Zwar wollte ich diesen Artikel bereits gestern verfassen und hochladen, aber aus technischen (sprich: aus Faulheit) und zeitlichen Gründen, war mir dies nicht möglich. So kommt es, dass ich mein Review zu The Avengers genau zu dem einwöchentlichen Stichtag, an welchem ich diesen Film sah, niederschreibe. Wenn auch verzögert, atmet mein Text nun doch noch etwas Poetisches aus, wenn ich schon mein eigentliches Ziel um einen einzigen Tag verfehlte. Aber genug von diesem albernen, pseudo-intellektuellen Jux. Hier soll es schließlich um das Aufeinandertreffen von Superhelden und wohl einen DER Blockbuster des Jahres 2012 gehen. Star Wars-Fans hatten am 4. Mai wahrscheinlich ihre Freude. So fand nicht nur der internationale Star Wars-Tag statt ("May the Fourth be with you!"), sondern es kam auch das Superheldenspektakel The Avengers in die Kinos. Ein Spektakel war es allemal, denn so gut sah ein Science Fiction-Film noch nie aus.




Aber bevor ich über die visuellen Details schwärme, erst mal noch kurz zur Geschichte, welche eine eher passive Position einnimmt, da der Film hauptsächlich von seinen Effekten und den humorvollen Dialogen der Hauptcharaktere getragen wird. In Thor stellte man uns bereits die Figur Loki, Thors Bruder, vor. Als die Brücke Bifröst zerstört wurde, strandete Loki auf der Erde und entdeckte dort den verschollenen Tesseraktwürfel. Dieser Gegenstand hat die Eigenschaft, ein Wurmloch (oder auch eine sogenannte Einstein-Rosen-Brücke) erzeugen zu können. Mit diesem Würfel als mögliches Machtinstrument schmiedet er nun, da er Asgard in dem Film Thor schon nicht haben konnte, einen Vergeltungsplan: die Weltherrschaft und die Kontrolle über die Menscheit zu erlangen. In seinen Augen sind diese nämlich nichts anderes als Ameisen, welche geführt werden wollen, und er selber stammt von einer überlegenen Führerrasse/-kaste ab. *Augenroll auf das Jahr 1939* Naja, neu ist die Geschichte leider nicht, da sie grob nur eine Kopie von den Wahnvorstellungen eines lustigen, kleinen Mannes mit noch lustigerem Bartwuchs ist. Irgendjemand sieht sich als Teil einer Herrscherrasse und will deshalb über alle anderen bestimmen dürfen. Die Idee finden sicher alle Beteiligten super toll und werden ihr sofort blind folgen! Pustekuchen! Natürlich nicht! Für die Eroberung der Erde braucht Loki nun noch eine Armee, um sich die Menschen unterwürfig machen zu können. Diese Streitmacht findet er in dem Alienvolk der kampfeslustigen Chentauri, welche durch das Tesseraktportal auf die Erde befördert werden sollen. Die geheime Organisation S.H.I.E.L.D. (in der Funktion und dem Aufbau so ähnlich wie FBI, NSA und CIA und bereits in sämtlichen Vorgängerfilmen gezeigt) will dies jedoch verhindern und kommt zu dem Schluss, dass sie dies nicht alleine können. Sie brauchen außergewöhnlichere Personen mit besonderen Fähigkeiten, die es mit diesen Kreaturen aus dem Weltall aufnehmen können. Neben den Spionen und Geheimagenten Black Widow und Hawkeye rekrutiert die Organisation auch Iron Man und Captain America. Da es sich bei dem Bösewicht um seinen eigenen Bruder handelt, schließt sich  Thor ebenfalls der Truppe an, um sein Geschwisterlein zurück nach Asgard zu bringen und dort einem fairen Prozess zu unterziehen. Einzig Bruce Banner a.k.a. Hulk will seine Fähigkeiten nicht so schnell zur Verfügung stellen, da er seinen Berserkermodus nicht ganz unter Kontrolle hat und in sich eher eine Bedrohung als eine Hilfe sieht. So beratet er S.H.I.E.L.D. vorerst nur. Die erste Hälfte des Filmes dient lediglich dazu, die vielen Charaktere ein bisschen zu beleuchten, sie soziale Verbindungen aufbauen zu lassen und sie auf die Suche nach dem Tesseraktwürfel zu schicken. In der zweiten Hälfte bahnt sich dann der Showdown mit Loki und seiner Armee an. Und wo wird das passieren? Natürlich! In New York City. Diese Stadt hält wahrlich den Rekord als Standort für die meisten fiktiven Schlachten. Disneyland wäre doch mal eine nette Abwechslung! Nun ja, angesichts der nummerischen Unterzahl machen sich die Helden mit dem Motto, "wenn wir die Erde schon nicht retten können, dann werden wir sie auf jeden Fall rächen!", in den Kampf auf. Daher auch der recht offensichtlichte Name der ungewöhnlichen Truppe, "The Avengers".

Dieses Finale könnte epischer und visuell imposanter wohl kaum in Szene gesetzt sein. Die Spezialeffekte sind auf hohem Niveau und die Action regiert die Leinwand. Dieser Film ist einfach geil anzuschauen und die Superhelden sehen endlich genau so authentisch wie in den Comicvorlagen aus. Und nicht nur das! Ob ihr es glauben wollt oder nicht, der 3D-Effekt ist Marvel Studios ebenfalls gelungen! Bei den meisten Filmen könnte man getrost auf dieses überflüssige Extra, mit welchem man lediglich Geld scheffeln mag, verzichten, da es gar nicht richtig genutzt wird und bei den meisten Zuseher_innen nur Schmerzen im Gulliver hervorruft. In The Avengers wird aber zumindest versucht, hier und da nette Momente einzubauen, in welchen sich der/die Zuschauer denken, "Woah...", und ihnen vielleicht sogar temporär der Atem stockt. 

Dieser Film wird euch auf jeden Fall unterhalten, wenn (ja, es gibt leider auch ein paar Wenns) ihr die fünf Vorgängerfilme (Der unglaubliche Hulk, Iron Man 1 & 2, Captain America, Thor) gesehen habt. 143 Minuten reichen einfach nicht aus, um so viele Hauptcharaktere auf einem Fleck zu haben und ihre Motivationen zu erklären. Dies geschieht nämlich alles in den Filmen davor! Okay, dies darf ich dem Film eigentlich nicht vorwerfen. Ziel von The Avengers ist es eben nicht, dem Publikum neue Helden zu präsentieren, sondern bereits existierende einander näherzubringen. Dieser Titel wird dem Hype absolut gerecht, solange man die anderen Filme gesehen hat. Ansonsten ist es nur ein netter Actionfilm. Dieses Fazit finde ich leider etwas schade, es ist aber Realität. Und selbst die Zusammenschließung zu einer Heldengruppe funktioniert nur rudimentär, da, bedingt durch die Anzahl von sechs Helden, einem Schurken und sonst noch vielen Nebenfiguren, einfach nie jeder mit jedem gescheit in Kontakt treten kann. So passiert es leider, dass genau dieser Umstand Paare bildet. So interagieren Iron Man und Captain America recht viel miteinander. Black Widow und Hawkeye besitzen eine gemeinsame Vergangenheit. Thor zofft sich mit Loki. Und Bruce Banner... der hat seine eigenen, übergroßen, grünen Probleme. Es ist schade, aber es sind weder genug Spielraum, noch Zeit vorhanden, um ein komplexes Sozialkonstrukt zu bauen. Dennoch macht Marvel Studios das Beste aus der Sache und baut ein Element ein, welches den Film, zusammen mit der Bildkulisse und der Präsenz der Helden, so erfolgreich macht. Humor! Der Film strotzt nur so von lustigen und schnittigen Konversationen und Selbstironie. Spiegel Online meinen in ihrer Kritik sogar, dass die witzigen Wortwechsel ein viel geilerer Spezialeffekt seien, als die Spezialeffekte selber.

Den Cast brauche ich ja eigentlich nicht näher in Augenschein nehmen, habe ich doch alles Wichtige über die Hauptdarsteller und die von ihnen gespielten Charaktere in den letzten Reviews kundgetan. Einzig Tom Hiddleston als Oberschurke Loki scheint mir ein kleiner Missgriff zu sein. Ihm kauft man diese Bad Boy-Einstellung und skrupelosen Größenwahn einfach nicht richtig ab. Aber gut, seine Interpretation der Figur ist nicht so schlecht, hätte aber besser sein können. So bleibt mir nur noch ein Aspekt, über welchen ich, in diesem Fall wieder negativ, reden kann. Die Synchronsprecher. Jeden der anderen Filme sah ich zuvor auf Englisch, The Avengers jedoch auf Deutsch. Waaaarum tat ich das?! Ich hätte ihn mir auf Englisch ansehen sollen! Ich möchte, dass da Kraft in den Stimmen liegt und sie nicht wie verweichlichte bzw. gelangweilte Teenager klingen. Das sind fucking Superhelden, die sich mit Aliens prügeln! Da gehört ein bisschen mehr Inbrunst hinein, wenn Thor seinen Hammer schwingt oder Iron Man durch die Gegend fliegt. In dem Anzug ist es zwar sicher bequem, aber so gechillt wie der Synchrosprecher ist... IHM sollten die Worte fehlen und nicht mir.

Also, alles in allem ist The Avengers genau das geworden, was sich Marvel Studios vorstellte! Ein spannender und sehr ansehnlicher Abschluss einer Saga, die sich über sechs Filme zog und so manch superheldenverliebtes Kinderherz der 60er höherschlagen ließ. Sehr sehenswert für jedermann und jedefrau! Ich empfehle trotzdem, sich noch die anderen Filme vorher anzusehen, und bedanke mich, dass ihr meinem Superheldenmarathon ausgehalten habt.

santi

19. Mai 2012

The Avengers - Teil 4: Captain America

Dem großen Finale entgegenkommend scheint mir langsam doch die Puste auszugehen.^^
Bevor ich einen ganz neuen Artikel zu Captain America: The First Avenger (der Titel ist übrigens ironisch von Marvel Studios verwendet worden, da der Film der letzte vor The Avengers war, inhaltlich bzw. zeitlich Captain America aber vor allen anderen Helden existierte) beginne, verweise ich darauf, dass ich bereits im September des Vorjahres einen ausführlichen Bericht über diesen Film verfasste, obwohl ich mir eingestehen muss, dass mir mein Stil von damals nicht mehr so zusagt. Vielleicht ist mir mein eigenes Werk aber auch nur durch pure Verlegenheit peinlich. Macht euch deshalb selbst nochmal ein Bild.




Iron Man hat seinen Hightechanzug und seinen brillanten Verstand, Thor hat seine göttlichen Kräfte und seinen Hammer, und Hulk hat....Hulk ist einfach Hulk. Aber was macht Captain America so besonders? Dreierlei Dinge. Erstens hat er seinen undurchdringlichen Schild, was ihn zu einem netten, defensiveren Gegenstück zu Thor macht, der mit seinem Hammer einen recht angriffslustigen Kampfstil aufweist. Zweitens, wurde an ihm auch herumexperimentiert, sodass er , genau wie der Hulk überdurchschnittlich große, physische Kräfte besitzt. In the Avengers wird sogar erklärt, dass Bruce Banner versuchte, dieses Experiment zu wiederholen und bei dem darauffolgenden Fehlschlag erst zum Hulk wurde. Und Drittens? Einfach seine Persönlichkeit. Steve Rogers alias Captain America stammt aus einer anderen Zeit wie die unsere. Er kämpfte vor Dekaden noch gegen die deutschen Nationalsozialisten in Europa, ehe er durch Kryostase in unsere Gegenwart versetzt wurde. Dieser riesige Zeitsprung war für ihn nur ein kurzes Augenblinzeln. Es ist also nicht verwunderlich, dass seine moralischen und sozialen Ansichten die Zeit, aus der er stammt, widerspiegeln. Er vertraut immer noch auf alte Traditionen und Tugenden wie Ehrlichkeit, Mut, Tapferkeit und Selbstlosigkeit. Diese Ansichten sind tief in seinem Weltbild eingebettet. In seinen Augen ist es nun mal die Pflicht der Starken, die Schwachen zu beschützen. Er war also nicht nur ein überaus loyaler Soldat mit irrsinnig viel Verantwortungsbewusstsein, sondern hat sich aufgrund seiner Kampferfahrung auch zu einem ausgezeichneten Anführer entwickelt. Er betrachtet die ganzen Geschehnisse in den Filmen mit viel größerer Sorgfalt. Statt zu schreiben, seine Persönlichkeit sei seine dritte große Eigenschaft, kann ich auch schlicht sagen, Captain America hat einfach Herz. Viel mehr braucht ein Superheld ja eigentlich nicht, um ein solcher zu sein bzw. um ein Idol für andere zu werden.

Und hier kommt nun endlich auch der Vergleich zu Iron Man, (die anderen beiden Rächer hatten wir ja schon) welcher durch seine Attitüde, alles nur als Spiel und persönliche Freizeitgestaltung zu sehen, das perfekte, undisziplinierte Pendant des dem Zweiten Weltkrieg-Helden darstellt. Genau deshalb geraten diese beiden Figuren ab und zu in kleinere Zwists miteinander. Doch sobald eine andere Kacke am Dampfen ist, legen sie, heldentypisch, ihre Differenzen beiseite und alle hören auf die Kommandos von Captain America, welcher quasi die Anführerrolle übernimmt. Liegt ihm ja schließlich militärbedingt im Blut. Diesen essentiellen Wandel des Teamplays kann man übrigens sehr schön in The Avengers sehen. Tatsächlich wirkt Captain America: The first Avenger viel eigenständiger und unabhängiger als die Filme zu Hulk und den anderen, welche auf ihre zukünftige Rolle in The Avengers hinarbeiten. Das Szenario mit den Nazis und den Zeitraum des Zweiten Weltkrieges muss man halt mögen. Wem diese Faktoren eher nicht so zusagen sollten, dieser Person wird dieser Film wohl eher weniger gefallen. Viele Zuseher_innen werden sich wohl denken, „Oh nein, nicht schon wieder ein Film, der in den 40ern und über den Zweiten WK spielt!“. Darunter leidet der Film immens und auch der Held leider ein klein wenig. Der zur Schau gestellte Okkultismus der Adolf-Anhänger trägt seinen Teil dazu bei und gibt dem Film einen surrealen Hang bei, obwohl Marvel eigentlich versucht hat, diesen realistischer und glaubwürdiger als Thor zu gestalten. Auch die erste Erscheinung des extraterrestrischen Tesserakt-Würfels, welcher später ebenfalls im finalen Film der Reihe zu sehen sein wird und dort als Doomsday-Device fungiert, verleiht dem Film einen kleinen Kratzer, da er offensichtlich selbstständig sein will, aber trotzdem irgendwie schon einige Elemente für den Nachfolgefilm liefert, ohne welche dieser nicht auskäme. Dieser Umstand bindet The first Avenger, und auch alle anderen vier Filme von Marvel Studios, wieder immens an The Avengers, was natürlich nun beides, gut UND schlecht, sein kann, da über Jahre hinweg eine Kontinuität gewahrt wird, um auf eine epische Konklusion hinzuarbeiten. Mir hat der Film jedenfalls von den fünf Avenger-Filmen am meisten zugesagt und mit Chris Evans hat dieser Superheld tatsächlich das ideale reale Gesicht bekommen. Denn nun strahlt Captain America nicht nur physische Stärke, sondern auch richtige Menschlichkeit aus.

santi

18. Mai 2012

The Avengers - Teil 3: Thor

Auf zu Artikel Nummer 3! Held dieser Ausgabe ist kein Geringerer als der Donnergott Thor persönlich, welcher, meiner Meinung nach, nicht nur einer der umstrittensten Helden der Avengers, sondern auch des ganzen Marvel Universums ist. Ihr müsst nämlich wissen, Thor kommt nicht von der Erde, sondern von einem anderen Teil unserer Galaxie, welcher von seinem Volk, den Asen, "Asgard" genannt wird. Über die Brücke "Bifröst" gelangen die Asen in andere Teile der Galaxis (ja, es sind beide Schreibweisen möglich) und retteten auf diese Weise vor mehreren Jahrhunderten die Erde vor den Frostriesen und einer drohenden Eiszeit. Wo fand dieser epische Kampf statt? Im tiefen Norden, wo einst die Wikinger beheimatet waren und heute die Norweger und Schweden leben. Diese sahen, wie die Asen triumphal die Schlacht gewannen und machten sie prompt zu ihren neuen Göttern. Die nordische Mythologie war geboren! Von nun an erzählte man sich diese Geschichten und Legenden immer weiter, bis schlussendlich nicht mehr von natürlichen Wesen, sondern von fiktiven Göttern die Rede war. In Wahrheit sind Thor, Odin, Loki und Co. aber nur Außerirdische mit humanoider Erscheinung, die vor ein paar Jahren die Erde besuchten. Und genau dies macht Thor ein bisschen, hm, seltsam, vielleicht sogar unpassend. Denn jeder Held der Avengers ist im Grunde ein Mensch. Auch Captain America und Hulk sind Menschen, nur halt durch Genmanipulation leicht mutiert. Thor hingegen ist nicht von dieser Welt. Ein reales, verwundbares Wesen, kein Gott also. Auf der anderen Seite hat er trotzdem eine für menschliche Verhältnisse überdurchschnittliche Lebensspanne, enorme physische Kräfte (unter anderem nimmt er es locker mit Hulk auf), besitzt seine mächtige Waffe "Mjöllnir", die nur ihm gehorcht, und kann Blitze kontrollieren. Er hat schon seinen ganz eigenen Reiz, was seine Comicabenteuer und ihn genrell als Superhelden sogar charmant macht, aber er passt einfach nicht so richtig in die Avengers hinein bzw. auf die Erde, finde ich, und er verleiht dem finalen Film, so absurd es auch klingen mag, etwas zu Science Fiction-artiges. Der Mix mit dem Echtzeitszenario und der nordischen Mythologie ist in den Comics durchaus aufgegangen und an sich eigentlich ein sehr kreativer Einfall. Ihn jedoch in ein irdisches Superheldenteam einzubinden, ist, meiner Meinung nach, trotzdem nicht so ... grrrr, mir fallt einfach kein richtiges Wort dafür ein!




Die einzige andere "Schwäche" des Filmes (es ist ja eigentlich keine Schwäche; ich stehe voll auf dieses SciFi-Zeugs und finde diesen Mash-Up mit unserer Welt ganz interessant, aber andere finden es vielleicht vollkommen abschreckend) wäre die sehr durchschaubare Handlung. Ein paar Frostriesen dringen in Asgard ein, um ein wertvolles und mächtiges Artefakt zu stehlen. Thor will die Frostriesen gewaltsam zur Rede stellen, warum und wie sie dies schaffen wollten. Er wird von seinem Vater Odin gestoppt und zurückgeholt, nachdem Thor eine Beendigung des Waffenstillstandes und eine neue Kriegserklärung heraufbeschwor. Als Strafe und Lektion wird ihm nicht nur sein Hammer weggenommen, was anscheinend einer Kastration gleicht, sondern er wird von Odin auch auf die Erde verbannt. Solange, bis er sich wieder als würdig erweist, seine Waffe schwingen zu dürfen. Nun muss er sich erst mal in der Menschenwelt zurechtfinden und seine pubertären Charakterzüge überwinden und hinter sich lassen, um ein weiser Prinz für sein Volk zu werden. Währenddessen intrigiert sein jüngerer Bruder Loki zuhause, um endlich aus dem Schatten seine Bruders zu treten, Herrscher zu werden und größere Zuneigung seines Vaters zu erhalten.

Hm, naja, der Plot ist leider nicht gerade neu, aber effizient und schnell erzählt. Langeweile kommt im Publikum nie auf. Doch merkt man dem Film Thor sehr deutlich an, dass er überwiegend als Verbindungsglied konzipiert wurde, um dem späteren Werk The Avengers einen Bösewicht zu liefern. So tauchen in Thor bereits ein paar andere Charaktere des Marvel Universums auf, die in dem Abschlusstitel der Reihe zusammengeführt und größere Rollen spielen werden.

Bitte interpretiert meine Worte nicht zu harsch oder negativ, Thor ist ein sehr... knackiger Film und mit den Hauptdarstellern Chris Hemsworth (als Thor), Tom Hiddleston (als sein Bruder Loki), Anthony Hopkins (als Allvater Odin) und Idris Elba (als Torwächter Heimdall) ist dem Castingteam ein wahrer Glanzgriff gelungen. Einzig nervige Person ist Natalie Portman. Wenn nicht gerade irgendwo ein Schwan entlaufen ist, wundere ich mich schon, was die auf dem Set verloren hat. Besonders die emotionale Zuneigung zwischen Thor und ihr wirkt immens künstlich und aufgesetzt. Das habe ich anders ohnehin nicht erwartet, da Natalie nur künstlich und aufgesetzt spielen kann. (Ja, ich mag sie als Schauspielerin nicht. Als Mensch ist sie vielleicht eh ganz nett, aber als Schauspielerin...) Außerdem schien es mir so, als ob diese Hintergrundhandlung nie Teil der Comicvorlage war, sondern nur dazu diente, ein größeres Spektrum an potenziellen Zusehern_innen zu gewinnen. Und kann mir bitte jemand erklären, was für Makel Thor hat? Bruce Banner muss mit seiner Aggressionsbewältigung, Isolation und der Abneigung des Vaters seiner großen Liebe leben; Tony Stark ist ein alkoholkranker, selbstgerechter und narzisstischer Waffenhändler, der auf andere Menschen und deren Interessen recht wenig Rücksicht nimmt; Steve Rogers ist eine Person, die von manchen Leuten wahrscheinlich in die Kategorie "Schwächling" eingeordnet und auf dem ständig herumgetrampelt wird, und welche sich dementsprechend behaupten und nicht nur Anerkennung, sondern auch Respekt verdienen will. Thor hingegen ist im Geiste einfach ein übermütiger Jugendlicher, der später Geschwisterstreitereien mit seinem Bruder hat. Der ganzen Figur fehlt einfach das Marvel-typische Merkmal, ihren Superhelden sozioal und emotional schwerwiegende Probleme und mentale Konflikte mitzugeben. Vielleicht irre ich mich in diesem Aspekt auch, sah ich doch nur den Film und habe die Comics nie gelesen. Wenn sich jemand besser auskennen sollte, darf diese Person sich gerne bei mir melden und mich belehren.

Thor ist dennoch für zwischendurch oder einen Filmabend sehr sehenswert. Vor allem dann, wenn man sich auf The Avengers vorbereiten will. Marketing- und Trickfilmtechnisch finde ich den Schritt von Marvel, ein eigenes Filmstudio aufzumachen (Marvel Studios), immens wichtig, intelligent und, um es simpel zu formulieren, gut, da Marvel nun endlich die Entscheidung selbst in der Hand hat, wie ihre Comics in Filme umgesetzt werden. Die Lizenzen von Spiderman und Co. wurden davor stets an andere Studios verkauft. Wie wir aber bereits an Der unglaubliche Hulk (2008) und Iron Man 1 & 2 sahen, können die hauseigenen Leute das Feeling der Comics immer noch am besten einfangen.

santi

17. Mai 2012

The Avengers - Teil 2: Iron Man

Dann komme ich mal zu dem zweiten Teil meines Avenger-Abenteuers. Obwohl dies eine sehr zweideutige Aussage ist, da der erste Marvel Studios Film zu Iron Man aus dem Jahre 2008 der Erste zu der Avengers-Reihe war und Der unglaubliche Hulk ein paar Monate später veröffentlicht wurde. Aber die genaue Reihenfolge ist für mein Vorhaben ja nicht sonderlich auschlaggebend, solange der eigentliche Avengers-Film zum Schluss kommt. An den Film Iron Man werde ich aber wieder etwas analytischer herangehen, da mir der Superheld an sich eher weniger zusagt.





Tony Stark ist der Erbe von Howard Stark, einem technologisch versierten, reichen Unternehmer. Dieser gründete unter dem Vorwand, den Frieden bewahren zu wollen, die Waffendesign- und -herstellungsfirma Stark Industries. Als Howard stirbt, übernimmt sein überdurchschnittlich intelligenter, aber auch immens egozentrischer und narzisstischer Sohn die Chefetage und entwickelt immer effektivere Waffen für das U.S.Militär. Nach einer erfolgreichen Vorführung eines neuen Prototyps in Afghanistan wird sein Konvoi von Terroristen angegriffen und mit seinen eigenen, von den Terroristen gestohlenen Waffen eliminiert. Bei diesem Überfall wird er lebensgefährlich von einer Splittergranate seiner Firma getroffen. Die Splitter dieser Granate (oder Rakete; bin mir gerade nicht mehr sicher) durchdringen Starks Haut und gelangen so in seine Blutbahnen, wo sie sich langsam auf den Weg Richtung Herz machen. Dies würde ihn natürlich töten. Ohnmächtig wird er von den Terroristen gefangen genommen und in deren Arrestzelle von einem ebenfalls inhaftierten, aber verbündeten Amateurarzt wieder zusammengeflickt. Dieser hat ihm direkt über dem Herzen einen kleinen Elektromagneten, welcher sich selber mit Energie versorgen kann, eingebaut, damit die Metallsplitter nicht in sein Herz eindringen können. Mit dem Versprechen, ihn am Leben zu lassen, wenn er den Terroristen Waffen herstellt, baut Stark nun in seinem Gefängnis insgeheim aber an einem Kampfanzug, um aus seinem Martyrium fliehen zu können. Die spektakuläre Flucht gelingt ihm erfolgreich, diese erste Version seines Anzuges wird aber dabei leider zu sehr in Mitleidenschaft gezogen und muss von ihm zurückgelassen werden. Wieder zuhause ange- und dem Tod so knapp entkommen zu sein, wendet sich Stark von nun an der Waffenherstellung und dessen Verkauf ab, und entschließt sich, ein Philanthrop zu sein. Friede sei auch anders erreichbar. Er feilt weiters an der Fertigung seines Kampfanzuges, welche er im Laufe der beiden Filme perfektioniert. Von nun an ist er besser bekannt als Iron Man.

Herausstechendstes Merkmal der beiden Filme ist wohl die Figur Iron Man alias Tony Stark an sich. Denn im Grunde gibt es nur Tony Stark. Iron Man besitzt keine Persönlichkeit. Er ist kein Inkognito, kein Alter Ego. Tony Stark gibt sich öffentlich als Iron Man zu erkennen und lässt sich dementsprechend groß feiern. Er ist ein selbstverliebter Playboy mit leichtem Hang zum Alkoholismus, der es liebt im Rampenlicht zu stehen. Vielleicht gefällt mir deshalb dieser Superheld nicht so sehr, da ich so ein Verhalten eher abstoßend als ansprechend finde. Mir geht Tony Stark auf die Nerven. Diese Ansicht liegt aber auf der Spitze eines zweischneidigen Schwertes, denn der Darsteller von Iron Man, Robert Downey Jr., spielt diese Rolle, als sei er so geboren worden. Von der ersten bis zur letzten Minute zweifelt niemand daran, dass man den Namen Tony Stark nicht einfach durch den Namen Robert Downey Jr. austauschen könnte. Er ist eins zu eins Tony Stark. Er spielt diese Rolle perfekt. Er verinnerlicht sie förmlich! Dieses Faktum macht nicht nur den Film, sondern auch den Hauptcharakter um einiges sympathischer, obwohl er eigentlich ein vollkommen selbstgerechter Asi ist. Dass Robert dies geschafft hat, verlangt eigentlich nach einer Auszeichnung für ihn. Hinzu kommt außerdem noch der Humor und die Selbstironie des Filmes. Denn von allen Vorgängerfilmen zu The Avengers sind die Beiden Iron Man-Teile wohl die lockersten und lustigsten, was ein großer Pluspunkt ist.

Die Idee, zwei Filme zu drehen, ging ebenfalls vollkommen auf. So ist Robert Dow.... , ähm ich meine Tony Stark, im ersten Film noch damit beschäftigt, dieser neue Superheld zu werden, und im zweiten Film tritt erst die Realisierung dieses Prozesses in Gang. Erst im zweiten Teil wird ihm klar, was für Potenzial seine Rolle für das allgemeine Wohl hat und welche Verpflichtungen dieses mit sich bringt. Es braucht einfach zwei Filme, um diese psychologische Entwicklung zu vollziehen. Darin liegt auch der Fokus der gesamten Avenger-Reihe: die Helden zu diesem einen bestimmten Punkt bringen, an welchem sie endlich qualifiziert dafür sind, sich gegenseitig kennenzulernen und zusammenzuarbeiten. Gegen welche Schurken Iron Man in seinen Filmen zu kämpfen hat, ist eigentlich Pipifax und irrelevant für das Gesamtbild. Die Nebendarsteller samt ihrer Figuren treten genauso in den Hintergrund. Wenn ihr euch Iron Man und Iron Man 2 anseht, dann seht ihr eine One-Man-Show von Robert Downey Junior und wie er mit seiner Figur einen Wandel vollzieht. Man spürt richtig, dass Iron Man innerlich fast noch ein Kind ist, welches in Teil 1 ein neues Spielzeug findet und in Teil 2 dann doch noch halbwegs erwachsen und verantwortungsbewusst wird, trotzdem seinen Witz nie verliert. Und genau DAS ist es, was diese Filme sehenswert und wohl zu den Besten der Vorgängerfilme von The Avengers macht! Die Spezialeffekte und die Optik der beiden Titel sind zwar ganz schick, aber die gehen in der Präsenz des Superhelden und seines Darstellers vollkommen auf der Leinwand unter. Dies, wie vorhin bereits angedeutet, ist die größte Schwäche, aber sogleich auch die größte Stärke von Iron Man, sowohl von den Filmen, wie auch von der fiktiven Figur.

santi

16. Mai 2012

The Avengers - Teil 1: Hulk

Im Zuge meines Kinobesuch von Marvels "The Avengers" wollte ich wie immer ein Review zu meinen Impressionen des Filmes schreiben. Meine Begleitung sah es jedoch als Sakrileg an, wenn ich über diesen Film schreibe, aber nicht über die Vorgänger, welche zu dem Zusammentreffen der Helden und schlussendlich zu dem kolossalen Klimax führen. Nun gut, da ich ja Bitten liebendgerne entgegennehme, da sie auf großes Interesse an meinen Blog hinweisen, beginne ich diese Woche mit einem Avengers-Marathon. Bis Sonntag werde ich jeden Tag einen neuen Superhelden beleuchten. Den Anfang macht sogleich mein ganz besonderer Liebling, der Hulk!!!



Hulk in Szene zu setzen ist nun nicht so leicht. Er ist schließlich auch ein drei Meter großer, muskelbepackter, wieselflinker Chaosstifter. Einen geeigneten Schauspieler dafür gibt es nicht, da ein grün angemalter Bodybuilder die Furiosität hinter dieser Kreatur nicht übermitteln kann und daher vom Publikum nicht akzeptiert wird. Freilich gab es schon vorher einige Film über das grüne Monster, aber erst die CGI-Technologie konnte diese Comicfigur "realistisch" und comicnahe erschaffen. Den ersten Versuch unternahm man mit dem Film Hulk aus dem Jahr 2003. Nicht gerade der einfallsreichste Titel, aber er bringt die Thematik zumindest auf den Punkt. In diesem Streifen wird geschildert, wie der Nuklearphysiker Bruce Banner durch einen Radioaktivitätsunfall eigentlich zu seinem Alter Ego Hulk geworden ist und wie Ersterer damit umgeht. Der Hauptdarsteller Eric Bana (Troja, Black Hawk Down) war sich seiner Vorreiterrolle innerhalb dieses Filmes, neben Spiderman und X-Men, mit dieser neuartigen Darstellungsmöglichkeit von Superhelden durchaus bewusst und bringt die zerstörerische Natur des Giganten, sowie die fast schon weinerliche Schwächlichkeit des menschlichen Gegenstückes, hervorragend rüber und scheint sichtlich Spaß daran gehabt zu haben. Einzig grobes Manko des Filmes war sein zu großes Verlangen, eine Comicumsetzung zu sein, wurden doch, stellenweise übertrieben häufig, verschiedene Kameraeinstellungen auf einmal, über- und nebeneinander gezeigt, um den Eindruck zu vermitteln, man betrachte wirklich gerade die Seite eines Comicbuches.

Anders macht dies der Versuch von den Marvel Studios höchstpersönlich, welche im Jahr 2008 erneut einen Film (Der unglaubliche Hulk) über diesen Superhelden produzierten. In dieser Neuinterpretation wird die (fast) gesamte Geschichte von Bruce Banner wesentlich erwachsener erzählt. Man wollte nicht den Eindruck erzeugen, Bruce sei ein Schwächling und Hulk sei seine Möglichkeit, stark zu sein. Nein, man wollte viel mehr die Perspektive vermitteln, dass Bruce ein ganz normaler Mensch ist, der genauso soziale Probleme wie jede andere Person auf diesem Planeten hat. Leider wurde diesbezüglich ein bisschen gepfuscht, da diese typische 0815 Highschoolstory, wie sie es auch schon im Jahr 2003 gab, erneut aufgegriffen und Basis der Handlung wurde. Den Unfallhergang, wie der Hulk entstanden ist, wurde gänzlich eingespart.
Bruce wird ab und zu zum Monster Hulk; dass Militär will diese Mutation technologisch als Waffe einsetzen, um Supersoldaten zu erschaffen; die Frau, in welche Bruce verliebt ist, war nicht nur seine Laborpartnerin, sondern ist auch gleichzeitig die Tochter des Generals, welcher den Hulk jagt und einsperren will; deshalb will dieser seine Tochter nicht mehr in die Nähe von Bruce/Hulk lassen; woraufhin dieser noch wütender wird; ... ja bla, den Rest könnt ihr euch eh denken. Nun ist Der unglaubliche Hulk ein Mischmasch aus Fortsetzung des ersten Filmes, welcher eigentlich von einem anderen Studio produziert wurde, und eigenständiger Film, welcher die komplett gleiche Geschichte erzählt. Auch die Neubesetzung mit Edward Norton, welchen ich eigentlich sehr schätze, beurteile ich skepsisch, wenn nicht sogar negativ. Vielleicht wurde er für diese Rolle ausgewählt, da er in Fight Club, Primal Fear und The Score schon zeigte, dass er zwei Personen in sich vereinen und so eine Schizophrenie spielen kann, aber leider wirkt er hier fehl am Platz, weil er für die zweite Persönlichkeit keinen Platz für freie, individuelle Interpretation hat und somit nur auf Bruce Banner sitzen bleibt.

Inhaltlich können beide Filme also nicht mit großen Innovationen und Kreativität beeindrucken, wohl aber mit der Action. Wenn der Hulk auf Berserkermodus schaltet, beben sogar die Sitze im Kinosaal. Was mich zu einem anderen Aspekt bringt. Was ist so faszinierend an diesem Superhelden und warum mag ich ihn so? Im Grunde ist er ja nur eine übergroße, primitive Zerstörmaschine. Falsch! Hulk ist wesentlich vielschichtiger. Denn ihr müsst sehen, dass Hulk aufgrund seiner destruktiven Art eigentlich kein Superheld ist. Er ist ein sogenannter Antiheld. Es liegt nicht in seinem Interesse, Schwache und Unschuldige zu beschützen. Er ist wütend und will einfach die ganze Zeit etwas zum Kaputtschlagen haben. Bruce Banner ist der wahre Held hier! Nicht nur, dass er mit dieser Bürde, zum Hulk werden zu können, leben muss, er kann sich auch nicht der Verantwortung entziehen, diese Kraft zu kontrollieren. Er selber hat keine wirklichen Feinde, die ihn bedrohen oder ihm gefährlich werden könnten. Er selber ist seine größte Bedrohung. Er selber bringt die Menschen, die er gerne hat, in Gefahr. Der wahre, heldenhafte Akt liegt also darin, nicht zum Hulk zu mutieren!

Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt: Mutation. Viele Helden sind solche, weil sie eben diese sein wollen. Siehe Iron Man, Captain America, Spiderman, Dare Devil, The Punisher, Batman. Alle diese Persönlichkeiten haben eine Wahl. Hulk hingegen ist ein Unfall gewesen. Bruce will dieses Schicksal gar nicht für sich selber. Doch anders als alle anderen, die jederzeit untertauchen und Schluss machen könnten, hat er diese Option nicht. Einmal wieder wütend werden und zack, unleash the chaos! Er will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Doch die Menschen lassen ihn nicht in Ruhe, belästigen und bedrängen ihn, woraufhin die Plattmachorgie von vorne losgeht. Hulk ist kein Held, er ist eine biochemische Reaktion auf sein Umfeld. Menschen sind schei*e zu ihm, er revangiert sich entsprechend und ist schei*e zu ihnen zurück! Hulk zeigt den Menschen in einer sehr radikalen Weise ihre Fehler auf und wie asozial sie zueinander sind, und lässt sie dafür büßen. Er ist nicht nur ein Symbol für kleine Kinder, dass sich das Leben später an den bösen Mobbern rächen wird und man selber alles erreichen kann. Er ist, um es poetisch auszudrücken, Spiegel der Welt und Ruhepol, zugleich aber auch Gottes Zorn höchstpersönlich!

Bleibt nun noch die Frage offen, ob die Filme sehenswert sind. Denn wie ihr sicher bemerkt habt, bin ich auf die Filme nicht so sehr eingegangen, sondern habe viel mehr die Figur Hulk und Bruce Banner analysiert. Fakt ist nun mal, dass man auf diese Comicfigur stehen muss, um die Filme richtig genießen zu können, ansonsten sind sie nur visuel hübsche Actionfilme ohne viel Tiefgang, die sich in vielen Phasen der Handlung sogar ident sind.
santi

25. September 2011

Captain America - The First Avenger


Neben Green Lantern ist der zweite große Superheldenblockbuster diesen Sommer Captain America gewesen. Captain America erzählt die Geschichte von Steve Rogers. Während des zweiten Weltkrieges ist dieser sehr motiviert Soldat zu werden, um für sein Land zu kämpfen. Aber nicht um Nazis zu töten, nein, sondern um gegen Ungerechtigkeit mitwirken zu können. Die moralischen Voraussetzungen für einen Heldenstatus sind also gegeben. Generell erfüllt Steve Rogers alle gegeben Klischees: er ist zurückhaltend, hilft immer den Schwächeren (obwohl er selber dazu gehört), nimmt Rücksicht auf andere und versucht nie, jemanden Schuldzuweisungen zu geben. Die Welt und Menschen sind hat so, wie sie sind. Dennoch möchte er aktiv etwas gegen Unfairness tun. Leider machen ihm seine physiologischen Attribute einen Strich durch die Rechnung, leidet er nämlich unter Asthma, einem mageren Körperbau, schwacher Knochenstruktur, etcetc.  Ergo wird er von der Armee 5mal in Folge abgelehnt.

Ein ehemaliger Wissenschaftler für Adolf Hitler, Prof. Abraham Erskine um genauer zu sein, hat die Bestrebung das Naziregime zu einem Fall zu bringen und verbündet sich derweilen mit der US-Armee, um an einem Serum für die Erschaffung von Supersoldaten zu arbeiten. Dafür braucht man natürlich einen geeigneten Kandidaten. Rogers erregt bei ihm diesbezüglich besondere Aufmerksamkeit, da dieser schon 5mal versucht hat, sich bei der Armee anzumelden. Auf Druck von Abraham Erskine nimmt ihn die Armee schließlich in einem Trainingsprogramm für diese Supersoldaten auf. Durch Aufopferungsbereitschaft und Cleverness etabliert sich Rogers schließlich, trotz seiner körperlichen Schwäche, als Spitzenkandidat und wird diesem Experiment unterzogen. Der Versuch gelingt mit vollem Erfolg und er kommt als größerer, stärkerer und ausdauernder Mann wieder aus der Versuchskammer heraus. Kurz zuvor hat sich aber ein Naziagent in die Militärbasis eingeschleust, tötet Erskine, stiehlt und vernichtet das Serum. Blöderweise hat Erskine nie seine Formel für das Serum irgendwem anvertraut oder es aufgeschrieben, woraufhin das Serum für immer verloren ging, sodass unser Steve der einzige Supersoldat bleibt…Captain America ist geboren!

Steve Rogers kommt aus der Versuchskabine heraus.

Zu Prof. Erskines Nazizeiten hat er das Serum aber schon einmal ausgetestet gehabt. Nämlich an Johann Schmidt. Damals war das Serum aber noch nicht perfektioniert und so kam es zu radikalen Nebenwirkungen bei Schmidt: er entwickelte Größenwahn, leichte Schizophrenie, und, seine markanteste Auffälligkeit, er verlor alle Haare am Kopf und Teile seiner Haut, sodass sein Kopf quasi nur noch aus einem roten, glatten Schädel bestand. Der Schurke Red Skull wurde geboren! Dieser versucht nicht nur Hitlerdeutschland zu erobern, sondern gleich die ganze Welt. Natürlich kann Captain America das nicht zulassen und fort an geht es im Rest des Filmes nur noch um eine Schnitzeljagd, wer zuerst mit seinem Ziel fertig wird. Hier besticht „Captain America“ mehr als sein Konkurrent „Green Lantern“: der Film besitzt eine kontinuierliche Geschichte, welche einen Art „Flow“ aufweisen kann, und nicht nur eine öde Aneinanderreihung an Szenen sind, wie bei „Green Lantern“. Das ganze Gebilde wirkt viel… kompakter!

Dafür sorgen zum Teil auch die Schauspieler. Jeder Darsteller im Film ist nämlich sehr souverän. Ryan Reynolds hat zum Beispiel in „Green Lantern“ nicht Green Lantern, sondern Ryan Reynolds gespielt, wohingegen Chris Evans einfach nur Captain America ist, und keine Privatperson mehr. Okay, einen Oscar hat er nun nicht verdient für die Leistung, dennoch daumenhoch, schlecht war sie nicht. Auch die anderen Darsteller spielen ihre Rollen super! Tommy Lee Jones als zynischer Colonel mit seinem liebenswerten „Please, bitch“-Blick, Hayley Atwell als Vorgesetzte und gleichzeitig angepisste Verehrerin Captain Americas, und Hugo Weaving als Red Skull machen ihre Sache alle gut. Letzterer brilliert besonders dadurch, dass er ständig mit einem gefälschten Deutschakzent reden muss, was als nicht deutschsprachiger sicherlich nicht so einfach ist.
 Hugo Weaving als Red Skull

Captain America hat aber auch ein paar Mankos.
So gefiel mir dieser Überpatriotismus nicht. Ich meine, er heißt Captain America… uff. Gut, dafür kann der Film nichts, aber trotzdem wollte ich das gesagt haben. Hinzukommen leichte Logikfehler. Welcher Wissenschafter dokumentiert seine Arbeit nicht irgendwo schriftlich? Geht ja jegliche Seriosität verloren hinter seiner Arbeit. Hat er halt den Salat nachher, als das Serum zerstört wurde! Und dann haben sie schon einen Supersoldaten, und sie setzen ihn als Bühnenclown und Propagandafigur ein, anstatt Attentate auf deutsche Basen oder Militärs auszuführen. Die bereits erwähnte Leistung von Weaving mit seinem deutschen Akzent ist durchaus sehr bewundernswert, war als deutschsprechende Person für mich aber nach der Hälfte des Filmes doch ein wenig anstrengend. Da wäre mir eine rein deutsche Fassung mit Untertiteln, bzw. eine rein englische Variante lieber gewesen. Was man halt lieber hat. Hinzu kommt noch das Szenario, dass alles in einem Paralleluniversum zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. Die deutschen besitzen pulverisierende Laserwaffen, Riesenpanzer, Tarnkappenbomber, und alles nur, weil sie eine göttliche Energiequelle gefunden haben? Wenn sie schon die Entwürfe für diese ganzen Erfindungen haben, warum können sie diese dann nur mithilfe dieser neuen Ressource herstellen, die sie ohnehin nicht industriell nutzen können, um zum Beispiel neue Metalle zu gewinnen. Und wenn ich schon weiß, dass mein Feind diese hochentwickelte Technologie hat, welche offensichtlich ohne direkten Anschluss an diese mysteriöse Energiequelle zu funktionieren scheint, warum klaue ich ihm bei einem Überfall nicht eine solche Maschine oder Waffe, und nutze sie gegen ihn?

Als Schlusspunkt kann ich anmerken, dass Captain America mir tatsächlich weniger gefallen hat als Green Lantern, OBWOHL er der eindeutig bessere Film ist. Bessere Darsteller und Effekte machen den Film wesentlich genießbarer zum Ansehen. Und mit dem Setting können sicher viele Leute mehr anfangen, als mit dem Sci-Fi-irgendwas aus Green Lantern. Wenn man sich einen Superheldenfilm im Kino diesen Sommer anschauen möchte, dann wohl eher Captain America.

santi

23. August 2011

Green Lantern

Diesen Sommer erschienen gleich zwei Comicverfilmungen in direkter Konkurrenz zueinander in den deutschen Kinos: Green Lantern und Captain America. Da mich Science Fiction aber nunmal mehr unterhält als ein Nazi Paralleluniversum, habe ich mir Green Lantern zuerst angesehen. Das Captain America Review folgt dann irgendwann.


Persönlich bin ich ein großer Fan von Comicverfilmungen. Da ich leider nicht die finanziellen Möglichkeiten besitze, mir die immense Comicsammlung von DC und Marvel leisten zu können, muss ich meine Faszination für Superhelden halt durch Filme stillen. Videospielumsetzungen von Superhelden sind ohnehin meistens noch grottiger als die Verfilmung, ergo keine Option für mich. Batman: Arkham Asylum ausgenommen natürlich.*sabber* Was mich auch schon zu meinen ersten Punkt bringt in meiner Kritik: Green Lantern ist kein guter Film!

Wenn man einen intellektuellen Film mit Tiefe und gutem Ausbau der Geschichte und der Charaktere haben will, kann man sich hier das Geld sparen. Green Lantern ist ein Film für Comicfans und für solche, die sich mit dieser Thematik beschäftigen bzw. (so wie ich) Superhelden einfach mögen. An Watchmen aus dem Jahr 2009 kommt er trotzdem nicht heran. Hat man den Trailer von Green Lantern gesehen, weiß man von Anfang an schon, wie der Film ausgehen wird. Jede Szene ist vollkommen berechen- und vorhersehbar. Aber anders als in Ghost Rider (2008) hat man die Anzahl der Logikfehler zum Glück reduziert. Hier und da wäre eine zusätzliche Kameraeinstellung durchaus angebracht gewesen. Hier und da ein bisschen mehr Dialog hätte das Niveau auch erhöht. Das offene Ende hat in mir sogar einen Lachflash erzeugt während dem Abspann, weil die Lächerlichkeit einfach viel zu geil war.

Green Lantern hat storytechnisch also nicht sehr viel zu bieten. Die Charaktere leider auch nicht. Man merkt zwar, dass Ryan Reynolds (Green Lantern) Spaß während dem Dreh gehabt hat, und er besitzt auch durchaus Charisma in seiner Rolle,... aber er spielt sie leider nicht gut. Tatsächlich ist der Einzige mit Überzeugungskraft, dem man seine Rolle abkauft und den Darsteller dahinter vollkommen vergessen lässt, Peter Sarsgaard, der den späteren irdischen Schurken spielt. Dieser ist spitze gecastet worden und rettet meiner Meinung nach die mangelhafte Verbindung der Charaktere zueinander. Generel ist alles was auf der Erde passiert einfach nur langweilig. Kommt zum Beispiel das romantische Verhältnis der Figuren von Reynolds und seiner Schauspielerkollegin Blake Lively sehr mager rüber. Am Ende des Filmes wusste ich nicht einmal, ob sie verliebt ineinander sein sollen, oder einfach nur beste Freunde.
Die Green Lanterns sind schon ein bisschen interessanter, aber ihre Auftritte sind leider auch viel zu knapp ausgefallen.

Womit der Film punkten kann sind die Spezialeffekte. Und Martin Campbell hat hier ordentlich auf den CGI-Knopf (Computer Generated Imagery) gedrückt. Die Welt Oa sieht einfach schön aus, das Kostüm von Green Lantern ist, meiner Meinung nach, sehr kreativ designed, und auch die grünen Laternen sehen halbwegs überzeugend aus. Wie aber in vielen modernen Videospielen, reicht auch bei Filmen die Grafik nicht aus, um etwas gut werden zu lassen. Das ist aber leider das Einzige, was man bei Green Lantern bekommt: der Film sieht gut aus. Aber auch hier gibt es Filme, die eine kolossalerer Bildkulisse vorweisen können.

Mag man Superhelden und das Aussehen des Films aus dem Trailer, ist Green Lantern sicher einen Besuch wert. Will man einen Film mit spannender Geschichte, welche einem noch nach dem Besuch beschäftigen wird, nunja, dieser Person würde ich dann vom Gang ins Kino abraten. Green Lantern ist leichte Kost, die man sich an einem Abend anschauen kann, ohne sein Gehirn anstrengen zu müssen.
...was irgendwie auch was positives hat.

santi