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17. November 2014

Interstellar

Witzig. Durch mehrere Schicksalsschläge im eigenen Leben mental gelähmt, weiß man nichts mit sich selbst anzufangen, und zur Selbsttherapie versucht man nach einer gefühlten Ewigkeit sich wieder an alten Hobbys (wie zum Beispiel Blog schreiben) zu orientieren ...und dann fällt einem einfach kein gescheiter Inhalt für den Anfang eines endlich mal wieder verfassten Artikels ein. Awkward nennt man sowas. Eine Metapher muss her! Genau, ein passendes Bild, welches als Übergang unmissverständlich funktioniert und durch seine Absurdität genügend Sympathie und Schmunzeln in den Lesern erzeugt, sodass sie den Autor für dessen Gebrauch nicht sofort verurteilen und hängen. Also schwafel ich mal nicht weiter um den heißen Brei herum, sondern springe einfach mal direkt ins kalte Wasser. Das macht ja schließlich mehr Spaß als langsam immer nur eine weitere Stufe hinein in den lauwarmen Swimming Pool zu steigen. Wie macht man das am besten? Richtig: mit einer Wasserbombe! Darum soll sich mein erster Artikel metaphorisch passend um einen aktuellen Kinofilm drehen, der länger angekündigt war, aber dann doch relativ schnell fertiggestellt wurde, einen Sprung wagte, und schlussendlich bei Kritikern sowie normalen Kinogängern ebenso einschlug wie eine Bombe.




Wir befinden uns auf einer desolaten Erde in relativ naher Zukunft. Die Menschheit ignorierte jahrelang ihren Einfluss auf die Umwelt; Ressourcen wurden abgetragen und exzessiv verbraucht. Trockenheit und täglich wütende Sandstürme gehören mittlerweile zum Alltag. Viele Nahrungsmittelquellen sind versiegt. Fleisch gehört lange schon auf die Liste der knapp gewordenen Luxuswaren. So muss ein Großteil der Menschen mehr oder weniger bereitwillig die eigenen Jobs aufgeben und fast schon sozialistisch als Farmer und Bauern zusammenarbeiten, um die paar Getreidesorten, die überhaupt noch existieren können, anzubauen und so das Überleben der gesamten Spezies zu sichern. Durch diese lebensfeindlichen Umstände wird jede finanzielle Investition der Regierung außerhalb des Nahrungsmittelsektors scharf beobachtet und kritisch von der Öffentlichkeit aufgenommen. So kommt es zu einem starken Interessensrückgang in Wissenschaften und die NASA ist zu einem Überbleibsel ihres alten Selbst degeneriert. Doch genau eben diese prophezeit, dass sich allmählich das Ende unserer früher noch so bewohnbaren Welt nähert. Im Geheimen wird nun sie finanziert, um das Weltall zu erkunden, andere Planeten zu entdecken und die Existenz der Menscheit auf einer neuen Erde zu gewährleisten. Nur es fehlt überall an geschultem Personal, da bereits viele Schulen in ihrer Affinität wissenschaftliche Erkenntnisse weiterzuverbreiten, damit ja alle Kinder Farmer werden, einfach keine neuen Fachspezialisten mehr hervorbringen. Hier kommt Cooper ins Spiel. Cooper (gespielt von Matthew McConaughey) ist ein Ex-Pilot der NASA, welcher zu jenen Leuten gehört, die die Arbeit an den Haken hingen und Maisfarmer wurden. Gemeinsam mit seiner Tochter Murphy findet er über das Vorhaben, andere Planeten zu kolonisieren, heraus und entschließt sich, eines der Raumschiffe zu fliegen. Sehr zum Missfallen seiner Tochter. Denn die Distanzen, welche bei dieser Reise überbrückt werden müssen, würden bedeuten, dass Cooper über Jahre hinweg im All umherreist. Was jedoch für ihn in seinem Raumschiff nur 3-4 Jahre sind, könnten auf der Erde Jahrzehnte darstellen. Und die Reise an sich birgt weitere ungewisse Risiken...

Womit wir bei den emotionalen Dilemmata der Charaktere und generell dem Drehbuch angekommen wären. Wie ihr merkt, ist die Geschichte gespickt mit Aufbau und Details. Die Charaktere müssen etabliert werden; die Beziehungen müssen mit Emotionen angereichert werden; die Umwelt der Erde, die neuen Planeten, die Umstände der Reise, die wissenschaftlichen Aspekte müssen erläutert werden; all das beansprucht enorm viel Zeit. Christopher Nolan schafft es zwar, dass der Film trotz seiner doch bemerkenswerten Länge von über (ja, über!) 2 1/2 Stunden nie langweilig wird, aber dennoch braucht man sehr viel Sitzfleisch und hoffentlich einen Kinosessel, der einem keine Hintern- oder Nackenschmerzen beschert. Denn oben lest ihr nämlich nur die grobe Hintergrundgeschichte, welche vielleicht die erste halbe Stunde des Filmes ausmacht. Die Begebenheiten, wie Murphy und Cooper das Vorhaben entdeckt haben, wurde an dieser Stelle von mir gar nicht erst erwähnt. Dafür könnt ihr aber einen der talentiertesten Filmemacher unserer Zeit dabei beobachten, wie er jedem Charakter eine eigene Persönlichkeit zu verleihen weiß. Sei es nun die Vater-Tochter-Beziehung oder die moralischen Abgründe und Ängste der anderen Astronauten. Hier wird Nolan von einem namenhaften Cast unterstützt, der ziemlich teuer gewesen sein muss. Angeführt von den herausragenden Matthew McConaughey und Anne Hathaway ist jeder Schauspieler topbesetzt und motiviert. Außer der Kinderdarstellerin für die Tochter Murphy hat man wohl jeden Schauspieler schon irgenwo mal gesehen. Und selbst die spielt absurd überzeugend für eine so junge Schauspielerin! Normalerweise versagen Kinder in solchen präsenten Rollen eher häufig.




Wie ihr vorhin schon gelesen habt, sind auch wissenschaftliche Ideen ein großes Kernelement in Interstellar. Muss es ja auch sein, wenn man einen halbwegs glaubwürdigen Weltraumfilm in dieser finanziellen Größenordnung fabrizieren möchte. In der langen Laufzeit des Filmes nehmen die Erläuterungen zum Glück nie Überhand, aber die schiere Vielfalt könnte bei manchem Kopfzerbrechen auslösen. Hier also eine kleine Warnung, falls einen sowas überhaupt nicht interessiert. Es werden nämlich unter anderem Theorien behandelt wie: Was passiert in der Nähe eines schwarzen Loches? Wie funktionieren und sehen Wurmlöcher in dreidimensionalen Raum aus? Gibt es mehr als nur drei Dimensionen? Wie funktioniert Zeitdilatation? Einfluss von Gravitation auf Zeit? Generell sehr viel Relativitätstheorie. Lasst euch von meiner Warnung aber nicht vollkommen abschrecken! Der Film bietet in so vielen anderen Aspekten reichlich Tiefe und Unterhaltung, und wenn man dieses Blabla bei allzu großem Desinteresse ignorieren kann, kann man dem Film ebenfalls genug abgewinnen. Die Erklärungen wurden außerdem alle unter den wachsamen Augen von anerkannten Wissenschaftern und sogar Nobelpreisträgern in das Drehbuch integriert, sodass sie stets wissenschaftlich, kontextuell, und auch visuell Sinn machen, aber für Laien nicht zu kompliziert dargestellt werden bzw. nicht zu vereinnahmend sind. Christopher Nolan ist sich durchaus bewusst, dass dieser Teil des Filmes wohl nicht jeden begeistern wird, und übt sich aus meiner Sicht gekonnt an einer Gratwanderung zwischen Mainstream-Unterhaltung, wissenschaftlicher Genauigkeit, und Fantasie. Der gewaltigen Bild- und Soundkulisse tut es zumindest nichts ab.

Mankos gibt es aber leider überall. Nichts ist perfekt. Genauso Interstellar nicht. So zählen zu den Schwachstellen des Filmes eben unter anderem jenes Drehbuch, welches mit einem etwas zu .... nunja, sagen wir mal "freizügigen" Ende aufwartet, welches ein bisschen zu sehr auf die Schnulz- und Kitschdrüse drücken möchte. Hier nahm sich Nolan doch ein klein wenig zu viel erzählerischen Freiraum trotz aller entgegenstehenden Logik und Notwendigkeit, um das Ende in eine Richtung zu biegen, die ihm zusagt, da er noch einen Aha-Effekt einbauen wollte. Versteht mich bitte nicht falsch. Das Ende ist visuell und emotional großartig inszeniert und ich liebte es! Aber es wirkte zeitgleich so fehl am Platz. Neben dem Gedanken "Geil!" schwirrte in meinen Synapsen ständig parallel der Gedanke "Wirklich?! Wozu???" herum. Kurzum: trotz allen Bemühens kommt der Film über so manche Plotlücke nicht hinweg. Ein weiterer, aber recht schwacher Kritikpunkt ist der Soundtrack. Hans Zimmer versteht sein Handwerk und die Musik reißt einen mit, wird nie aufdringlich oder nervig, und hört sich epochal an. Nur ist sie nach einer Weile leicht repetitiv.




Dennoch, obwohl der Film zugegebenermaßen nicht perfekt ist, lese und höre ich von Filmkritikern teilweise viel zu harsche Reviews und negative Meinungen. Dieser Film ist in jeder erdenklichen Art bemerkenswert und verdient keine Scores von 6/10 Punkten, 3 von 5 Daumen, oder "watchable/serviceable". Generell sind diese Nummernspiele nicht sehr viel wert, da sie einfach zu brachial Filme oder Spiele oder was auch immer in Kategorien einzugliedern versuchen, und wie bei realen Konflikten muss jeder Konflikt eigen betrachtet werden. Lasst euch von schlechten Reviews nicht zu sehr beeinflussen, die Nolan als Regisseur oder gar das gesamte Drehbuch niedermachen, welches Schwachstellen aufweist, aber verzeihbare Schwachstellen. Wobei wir schon zum Artikelende gelangen.

Zusammengefasst ist Interstellar ein Schmaus für Augen und Ohren, und wartet mit einer Geschichte auf, die sich gewaschen hat. Der Film spielt mit wissenschaftlicher Präzision sowie auch hypothetischen Ideen herum. Übt sogar hier und da leichte Sozialkritik am menschlichen Umgang mit Natur und Wissenschaft. Primär zielt der Film auf jene ab, die mit dem Science Fiction Genre ein bisschen mehr als andere anfangen können, ist aber eben nicht nur ein klassischer Science Fiction Film im eigentlichen Sinn. Er nimmt euch auf eine atemberaubende Reise durch das Weltall mit und wenn man sich darauf einlässt, kann er euch auch emotional tief im Herz treffen. Nicht nur einmal kamen mir die Tränen. Interstellar ist ein Weltraumepos mit einer nur seicht definierten Zielgruppe. Egal ob man ein Familiendrama mit weltklasse Schauspielern; tolle Bilder von visuell beeidruckenden, fremden Welten; einen spannenden SciFi-Film, welcher seine Hausaufgaben gemacht hat, sehen will; oder einfach nur seinen philosophischen und wissenschaftlichen Horizont erweitern möchte. Unterhalten tut dieser Film im Kino wahrscheinlich jeden auf die ein oder andere Weise. Top-Erlebnis!

santi

15. Juli 2013

Black Mesa

Ihr kennt das doch sicher auch. Euch ist langweilig übers Wochenende, seid aber zu faul eine neue Aktivität anzufangen. Eine neue Fernsehserie zu beginnen, ein neues Buch lesen, ein neues Videospiel spielen, ...die Motivation für etwas neues fehlt einfach. Also findet man sich eine alte Aktivität und beschäftigt sich zum Erbrechen mit dieser! Auf einmal schaut man eine ganze Nacht lang die erste Staffel seiner Lieblingsserie Futurama durch, oder liest zum Spaß halber nochmal alle Herr der Ringe oder Harry Potter-Bücher, oder man schaut sich alle Star Wars-Filme nochmals an (in der Machete-Order wohlgemerkt). Hauptsache nichts neues anfangen und die alte Sache exzessiv wiederaufleben lassen. Mich packte das Retro-Fieber ebenfalls, nur meine Droge nannte sich Half-Life. Ein spielbarer Action-Science-Fiction-Meilenstein für den PC von der Firma Valve aus dem Jahre 1998 wie man ihn zuvor noch nie sah. Und auch seine Fortsetzung war und ist immer noch ein pompöses Meisterwerk, welches weiterhin noch komponiert wird und auf einen gelungen Abschluss in Half-Life 2: Episode 3 wartet. Über die Tage hinweg rannte ich nun durch City 17, seine Kanalisationen und die herumliegenden Wälder, stets wissend, dass der letzte Teil wohl noch länger bis zu seiner Veröffentlichung braucht und der Frust über diese Tatsache durch ein erneutes Durchspielen diese außerweltlichen Videospielserie wohl nicht gestillt wird. 

Aber Stopp! Während am Ende in Episode 1 die Zitadelle der Combine abermals in einem Meer aus Licht und Schall direkt vor meinen Augen in sich zusammenbrach, kam mir eine Erinnerung zugeflogen. Eine Erinnerung an ein Projekt von Videospielfanatikern wie meinesgleichen. Sie tauften ihr Unterfangen Black Mesa und nahmen die technologisch fortschrittlicheren Physik- und Grafikwerkzeuge der Fortsetzung Half-Life 2 (2004) und bauten damit den ersten Teil von vor 6 Jahren nach. Dieses Projekt zog sich scheinbar endlos in die Länge und hat die Herzen der sehnlichst Wartenden wohl genauso bluten lassen wie Valve es derzeit mit Episode 3 macht. Hingegen anders als die Computerspielfirma vollendete das sogenannte Black Mesa-Team doch noch vor Valve, was sie sich vornahmen, und stellten ihre Modifikation letzten Oktober online und gratis ins Netz. Nun kann man auch den ersten Teil aus dem Jahre '98 in der prächtigen Source-Engine genießen und erlebt den Anfang vom Untergang des Lambda-Komplexes in einer atemberaubenden grafischen Schönheit, wie man es sich seit der Fortsetzung wünschte.




Aber genug poetisch und schwärmend palavert, kommen wir lieber zu den harten Fakten und zum Spiel an sich! Taugt Black Mesa etwas? Diese Frage könnte ich mit einem simplen "Ja" tatsächlich einfach so stehen lassen, aber wir wollen ja Details! Vorneweg haben die Programmierer mit dem Spiel Black Mesa nicht nur versucht, die Atmosphäre des Originals einzufangen, sondern sie um essentielle Facetten zu bereichern. So sieht die virtuelle Spielwelt nicht nur besser aus und hört sich besser an, sondern es wurden auch etliche neue Stimmen und Dialoge aufgenommen, um den auftretenden Personen mehr Charakter zu verleihen. Es wurden viel mehr herumliegende Gegenstände in die Spielwelt eingebaut, um den Lambda-Komplex belebter wirken zu lassen, und leere Passagen wurden clever um Rezeptionstische, Sofas, Maschinen, Bürotische, Getränkeautomaten, etc. erweitert. Jede gebaute Ecke in der physikalischen Einrichtung hat nun einen erkennbaren Zweck und existiert nicht nur, weil die damaligen Mapping-Instrumente keine Details zuließen oder die Original-Entwickler keine Texturen für diese Objekte zur Verfügung hatten. Hier wurde nicht nur nachgebaut, sondern intelligent darüber nachgedacht, was Valve damals für eine Vision von Half-Life hatte, aber es damals eben nicht in die Tat umsetzen konnten.

Hinzukommt ein extra für diesen Titel komponierter Soundtrack von Joel Nielsen, der mit den musikalischen Untermalungen von großen Blockbuster-Titeln nicht nur locker mithält, sondern sie sogar überbietet. Seien es nun actiongeladene, hektische Gitarrenriffs oder ruhige, Ambiente-Musiksegmente. Das Spiel hört sich nicht nur unglaublich geil an, sondern Joel hat es hier tatsächlich geschafft, eine Essenz von Half-Life einzufangen, die es bis dato nicht gab. Der Soundtrack samt seinem Erschaffer verdienen einen stehenden Applaus! Das erste Mal in meinem Leben ziehe ich es wirklich in Erwägung, den Soundtrack online als Download zu erwerben, einfach nur um Nielsen als unabhängigen Künstler zu unterstützen. Der Soundtrack alleine ist das Spielen fast schon wert.


Der offizielle Trailer.


Ansonsten spielt sich Black Mesa wie gehabt. Man erlebt die Resonanz-Kaskade tief unter der Erdoberfläche hautnah mit und muss sich seinen Weg springend und schießend an die Oberfläche bahnen, um eine drohende Alieninvasion zu verhindern. Da das Spiel dieses Mal auf der Source-Engine basiert, wurde auch das Menü mitverändert. So kann man wie in Valve-Spielen üblich nun endlich vor Spielbeginn das Kapitel auswählen und so schnell zur gewünschten Stelle springen. Als netten Bonus haben die Programmierer Achievements eingebaut. Diese steigern den Wiederspielbarkeitswert nur ein klein wenig, da man die meisten Sachen wohl ohnehin unbewusst im ersten Durchlauf erledigt.

Die Modifikation besitzt aber zwei Haken. Erstens, die geringere Spielzeit, da manche Passagen verkürzt oder sogar ganz ausgelassen worden sind. Dies geschah aber nicht aus Faulheit oder Ideenlosigkeit, sondern aus den simplen Überlegungen heraus, den Lambda-Komplex realistisch als physikalisch experimentelle Einrichtung darstellen zu wollen. Zweitens, das Fehlen von Xen. Hier traten während der Entwicklung tatsächlich technische Probleme und Dispute über die Umsetzung der Grenzdimension auf, sodass man den Rest schon vorzeitigt veröffentlichen wollte und Xen in Zukunft vielleicht nachgereicht wird. Dies steht aber leider noch in den Sternen und das Spiel endet mit dem Sprung ins Portal. Diese Dinge lassen aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Black Mesa ein absolut gelungenes Revival und für jeden Fan der Serie ein Pflichtdownload ist! Es ist zwar leider kein Ersatz, aber versüßt doch ein klein wenig die Wartezeit. Jetzt heißt es wieder weiter auf Episode 3 hoffen...

santi



PS: 
Hier nochmals der Link zur Projektseite. Dort findet ihr auch prompt die Downloadmöglichkeiten für das Spiel und seinen grandiosen Soundtrack: www.BlackMesaSource.com

31. Mai 2013

Men in Black 3


Habt ihr schon mal so etwas richtig Peinliches gemacht und euch gewünscht, im Boden zu versinken? Aber warum im Boden versinken? Es wäre doch viel effektiver, das Gedächtnis aller Beteiligten einfach auszulöschen. Am besten auch gleich mit einem Blitz-Dings aus dem Men in Black-Franchise. Ihr könnt es nicht leugnen, denn ich weiß, dass jeder von euch gerne so ein Gerät hätte! Und stellt euch vor, nach Men in Black 2 waren meine Erwartungen in den dritten Teil, welcher liebevoll MiB3 abgekürzt wurde, so gering, sodass ich bereits prophezeit habe, mich wahrscheinlich danach selber blitzdingsen zu wollen. Na mal schaun...




Im New York unserer Gegenwart (und wahrscheinlich noch an einigen anderen Orten auf der Erde) leben bereits seit Jahrzenten Aliens unter uns. Manchmal sogar wörtlich unter uns. Um nicht aufzufliegen und ihre Existenz geheim zu halten, versuchen sie sich mit unauffälligen und auffälligen Kostümen zu tarnen. Dies ist auch nötig, denn so gestört wie manche Menschen sind, würden sie entweder sofort in Panik ausbrechen ("Oh Gott, wir sind nicht allein!!!") oder sie mit Interviews und Fragen belagern. Vielleicht würden sie einige von ihnen sogar für Experimente einsperren. Solche kurzsichtigen Handlungen könnten aber weitreichende Folgen haben, da sonst ein interstellarer Krieg ausbräche. Eine illustre Organisation der Regierung weiß natürlich von diesen Außerirdischen und möchte deren Identitäten ebenfalls geheim halten. Obwohl die Regierung der USA dies selbstverständlich niemals zugeben würde. Diese Behörde stellt auch Visa für unseren Planeten aus, um die Aliens auf diese Weise während ihres Aufenthaltes überwachen zu können. Sollte sich ein Alien nicht bei ihnen um eine Aufenthaltsbewilligung melden, ist dessen Aufenthalt dementsprechend illegal und es darf der Erde verwiesen oder gar gefangengenommen werden. Immerhin geht es bei so einer extraterrestrischen Einreise auch um nationale und internationale Sicherheit. Diese Behörde trägt den Namen Men in Black und eigentlich kann man sie auch einfach als das Weltall-FBI der Erde bezeichnen.

Das ist mal die Grundstruktur des Franchise. Nun kam kurz vorm Sommer 2012 bereits der sage und schreibe dritte Film in die Kinos, und da das Franchise bereits seit über einem Jahrzehnt existiert hat und der zweite Film eher negative Kritik einstecken musste, dachte und hoffte man lange Zeit, die Ideen der Drehbuchautoren seien erschöpft und es werden keine neuen Filme mehr erscheinen. Die Comicvorlage erfreute sich dennoch weiterhin großer Beliebtheit. Im ersten Film erscheint bei den Men in Black der Neuzugang J, gespielt von Will Smith. Sein Mentor innerhalb der Organisation ist K, gespielt von Tommy Lee Jones, dem diese ausdruckslose Rolle hervorragend steht und man schon fast sagen könnte, dass sie ihm wie ein Smoking maßgeschneidert wurde. Ist "maßgeschneidert" eigentlich ein Verb? Ach, ich benutze es trotzdem. Fällt eh niemandem auf...

Nachdem im ersten Teil alles schön chaotisch den Zusehern nähergebracht wurde und J sich in die Organisation integriert hatte, ging der bereits in seine Jahre gekommene K in Pension und ließ sein Gedächtnis mit dem berühmten Blitzdings-Gerät löschen. Inhalt des zweiten Filmes ist es, K sein Gedächtnis wiederzubeschaffen und ihn erneut für die Organisation zu gewinnen. Im dritten Teil bricht nun ein Alien namens "Boris, das Tier" aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond aus, gelangt zurück auf die Erde und reist in die Vergangenheit zurück, um den jungen K, welcher für Boris' Festnahme verantwortlich war, zu eliminieren, damit er diese ganze Zeit nicht in Gefangenschaft verbringen muss und als Rache nun die menschliche Rasse auslöschen kann. Nach dem K aus unserer Gegenwart verschwunden ist, reist J (Gott, diese Buchstaben als Namen sind sau anstrengend) ebenfalls in die Vergangenheit, um eben genau dessen Ermordung zu verhindern und so das Raum-Zeit-Kontinuum aufrechtzuerhalten.


Josh Brolin verkörpert den jungen K grandios. Und er schafft es,
dieses ausdruckslose Gesicht den ganzen Film über beizubehalten!

Eines vorne weg: die Story ist wesentlich besser als die des zweiten Filmes und die Macher lassen sich immer neue und schrägere Aliens einfallen. Dies sind zwei Pluspunkte für den Film. Aber man merkt den ganzen Film hindurch, dass dieses Franchise wirklich keinen dritten Film mehr gebraucht hätte und dieser Streifen kein Ergebnis von ambitioniertem Storytelling ist, sondern man Geld scheffeln und keine einfallsreiche Geschichte erzählen wollte. Die Geschichte wurde quasi um die Gags herum konstruiert und nicht umgekehrt. Ja, sie ist besser als im zweiten Teil, aber eben auch nicht sonderlich gut. Besonders scheitern die Autoren mal wieder, wenn es um Zeitreisen geht. Und auch hier ist das Drehbuch mit Logikfehlern und simplen Zeitreiseausrutschern durchtränkt. Boris kann einfach nicht in die Vergangenheit reisen, um K umzubringen. Täte er dies, würde er ja nicht mehr im Gefängnis sitzen, um dann in der Zukunft K umbringen zu wollen und dementsprechend würde er dann die Reise in die Vergangenheit auch nicht mehr unternehmen. Natürlich kommen dann noch kleinere Ungereimtheiten wie "Schall im Weltraum" und "Die Wachen des Gefängnissen sind alle Idioten" vor. Aber diese Ausrutscher haben irgendwie einen Unterhaltungswert für sich.

Mir kam stellenweise auch der Gedanke, als ob die Macher an den falschen Stellen Zeit gespart hätten. So bleiben viele potenzielle Witzquellen ungenutzt und werden lieber mit Actionszenen ersetzt. Beispiel: Will Smith aka J reist ja in die 1960er der USA, wo es immer noch offenen Rassismus gegenüber Afro-Amerikaner gab. Er sollte es also relativ schwer haben, an Informationen zu kommen oder sich vollkommen frei im Alltag bewegen zu können. Aber nein, stattdessen gibt man dieses konfliktreiche Potenzial nur wenig Chance und baut diesbezüglich eine schwache Szene mit Autodiebstahl ein, welche zwar durchaus gelungen ist, aber naja...

Die größte Meisterleistung, die dem Film doch noch eine positive Kritik abverlangt, bewerkstelligt Josh Brolin (No Country for old Men, Milk, Mimic) als junger K der Vergangenheit. Das irgendjemand Tommy Lee Jones in jungen Jahren so authentisch wiedergeben kann wie er, bezweifle ich stark, und daher ist Josh das Highlight des Filmes. Von Tommy Lee sieht man leider nicht allzu viel und Will Smith, der 20 Minuten lang eine One-Man-Show abzieht, wirkt auch schon eher von den MiB-Filmen gelangweilt. Aber wahrscheinlich hatte er zu dem Zeitpunkt der Dreharbeiten keine anderweitigen Verpflichtungen in anderen Filmproduktionen zu erfüllen.

Wie dem auch sei, kommen wir zum Fazit. Men in Black 3 ist sehr leichte, aber auch sehr amüsante Kost mit einem soliden Cast, guter Optik, kreativen, wenn auch bereits sehr abgewetztem Humor, viel Fokus auf eben diesen Humor und auf Action, und unterhaltsamer, aber trotzdem immens schwacher Geschichte, die sich scheinbar vor Logik regelrecht verstecken will, damit der Plot funktioniert, und stattdessen lieber auf Randomness baut. Besser als der Vorgänger ist er auf jeden Fall, aber an den ersten Teil kommt er leider nicht heran. Solltet ihr den Film im Kino verpasst haben, macht dies also nichts, da ihr eigentlich nicht wirklich etwas verpasst habt. Am Abend im Fernsehen anschauen kann man ihn trotzdem.

Wie, euch gefällt mein Review nicht? *Sonnenbrille aufsetz* 
Dann schaut nur mal kurz hierher. *Bitz*

santi

23. Mai 2013

Iron Man 3

Endlose Filmfortsetzungen ala Saw, Fast & Farious und Paranormal Activity sind leider das Ergebnis eines Trends, in welchem es nicht mehr um originelle Drehbücher oder kreatives Storytelling geht, sondern nur noch um Money-Grabbing. Dementsprechend nimmt die Qualität von vielen Filmreihen zugunsten der Quantität mit jeder weiteren Fortsetzung drastisch ab. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn tatsächlich mal ein zweiter, dritter oder sogar vierter Teil eines Filmes erscheint, bei welchem sich herausstellt, dass er nicht nur gut, sondern sogar besser als die Vorgänger ist!




Genau dies trifft auf den neuesten Superheldenfilm von Marvel zu, Iron Man 3. Noch actiongeladener wartet diese Fortsetzung mit einer erdrückenden Düsternis auf. Nach den Ereignissen in The Avengers fühlt sich Hauptfigur Tony Stark so stark (hihi Stark-stark, get it?) mit seinem Alter Ego Iron Man und seinem Kampfanzug verbunden, sodass er seine ganze Freizeit für dessen Modifikationen investiert und sich ohne Anzug immens angreifbar fühlt. Physisch, sowie psychisch. Dem nicht genug taucht auch noch ein weiterer Antagonist auf der Bühne auf, hervorragend gespielt von Guy Pearce. Dieser schwor sich nach einer verletzenden Absage Tonys bezüglich eines Interviews nicht nur persönliche Rache an eben diesen, sondern will mit einer neuentdeckten biologischen Waffe auch das internationale Waffengeschäft an sich reißen. Im Zuge der Auseinandersetzungen gegen fast unbesiegbare und biologisch mutierte Ex-Soldaten findet sich Tony schlussendlich in einer Situation wieder, in welcher er zeitweise vollkommen auf seinen Kampfanzug verzichten muss. Der dritte Teil der Filmserie legt seinen Hauptfokus darauf, wie Tony Stark auch ohne seinen Kampfanzug seinen Pflichten als Iron Man nachgeht. Er IST Iron Man! Sei es mit, oder ohne Anzug.

Nicht nur wirkt der Film düsterer als seine Vorgänger, er hat auch (bedingt durch den neuen Regisseur Shane Black) das lockere Comicfeeling aufgegeben. Man fiebert nun wirklich für Tony mit, welcher verletzlich und schutzlos ohne seinen Anzug versucht seine Superheldenidentität zu definieren. Es hängt eine permanente Gefahr in der Luft, dass das Abenteuer vielleicht doch nicht gut für den Protagonisten ausgehen könnte. Die Effekte werden dank wachsender Erfahrung seitens Marvel Studios und immer besser werdenden Computerprogrammen ebenfalls immer anschaulicher, und die Schauspieler spielen alle durch die Bank solide.

Alles in allem kann ich wohl getrost sagen, dass Iron Man 3 seine beiden Vorgänger in jeder Hinsicht übertrieft und als das bis dato erwachsenste Werk der Marvel Filmstudios fungiert. Einzig allein die sehr willkürliche Vernachlässigung von Physik, Biologie oder generell Realismus könnte man anprangern, oder das Iron Man am Ende des Filmes doch keinen Sidekick bekommt, wie ich so sehr erhofft habe. Aber als Superhelden-, Marvel-, Actionfilm- oder Science Fiction-Fan ist dieser Film fast schon ein Must-See, und auch für den Otto Normalverbraucher des Filmeschauens effektive Unterhaltung.


santi

PS: Auf jeden Fall nach den Credits noch im Saal bleiben!

21. August 2012

Prometheus - Dunkle Zeichen

Lange freute ich mich darauf, Prometheus endlich sehen zu können. Das neueste Werk von Ridley Scott versprach auch viel. Neue Fragen UND neue Antworten zur Alien-Saga. Nach fast einer ganzen Dekade mittelmäßiger Hollywoodschinken, befürchteten einige, Ridley Scott hat seit seinen letzten großen Hits Gladiator, Black Hawk Down und Hannibal das Handwerk verlernt und werde wohl bald Opfer seines Alters. Diese scheinbar beginnende Senilität sei in seinem letzten Film Robin Hood unverkennbar der neue Marionettenspieler, welcher Ridley die Fäden der Macht aus der Hand nahm und nun selbstständig agiere. Der Gute ist auch immerhin schon 75. In dem Film Königreich der Himmel erkannte man schon seinerseits eine leichte negative Tendenz Richtung schlechtem Storytelling. Den Höhepunkt fand dieser Trend vor 2 Jahren in eben den gerade genanntem Film Robin Hood. Auf der anderen Seite machte der erste Teaser zu Prometheus (hier zu sehen auf Youtube) den Eindruck, der alte Lehrmeister des Science Fiction Genres besinne sich wieder auf seine alten Fähigkeiten und erweckte Hoffnung auf Großes. Ridley Scott versprach Großes. Was dabei herauskam, ist ein visuell sehr imposanter Film, welcher es seit langem wieder versteht, die 3D-Technologie halbwegs effektiv einzusetzen, ohne dabei das Publikum potenziellen Kopfschmerzen oder Brechreizen auszusetzen. Aber leider ist er ein inhaltlich sehr magerer Einheitsbrei, welcher durch seine immens einfältigen Drehbuchkonzepte und fast schon psychisch gestörten, von Stereotypen durchtränkten und unrealistisch gezeichneten Charakteren jeglichen Anspruch auf eine seriöse Bewertung auf einer 10-Punkte-Skala verliert. Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass ich hier gerade die Worte "Unrealistisch" und "Science Fiction" im selben Zusamenhang verwende. Aber nur weil es ein Science Fiction Film ist, bedeutet dies nicht, den Personen kein Gehirn mit auf ihrem Weg geben zu können. Wer mich kennt, weiß, dass gutes Aussehen alleine bei mir nicht ausreicht, eine bessere Note zu verleihen. Geschweige denn, die Optik in das endgültige Zeugnis miteinfließen zu lassen. Dementsprechend lege ich bei Spielen großen Wert auf Spielmechanik, Geschichte und Steuerung. Da es bei einem Film mangels der Tatsache, dass er eben nur ein Film ist, keine Steuerung oder sonstige Interaktionsmöglichkeiten gibt, wiegt sich das Gewicht der Geschichte wesentlicher auf ein gutes Kinoerlebnis auf.




Die Einleitung war lang, darum wird die Inhaltsangabe umso kürzer und zynischer ausfallen.
Im Jahr 2093 fliegt das Raumschiff Prometheus zu einem erdähnlichen Mond. Diese Idee ist übrigens überhaupt nicht von James Cameron geklaut. Die Crew befindet sich in einem Kältetiefschlaf, wobei sie interessanterweise problemlos träumen können. Währenddessen "bewacht" der Android David das Raumschiff, damit sie in den leeren Weiten des Universums ja nicht ein Eichhörnchen überfahren oder aus der Kurve rutschen. Er sorgt dafür, dass die Triebwerke online bleiben, da man im Weltall ja permanent einen Antrieb braucht und nicht von alleine durch die Gegend fliegen kann, isst und trinkt, schaut fern und verbraucht noch auf allerlei andere Art und Weise wertvolle Ressourcen. Ein Android kann sich ja leider nicht so elegant wie ein Mensch auf Standby schalten...

Bei dem Mond angekommen werden die Crewmitglieder von David aufgeweckt und lernen sich zum ersten Mal kennen und werden über ihre Mission gebrieft. Das Stellenangebot in der Zeitung muss der totale Hammer gewesen sein, dass ich mich für eine jahrelange, Lichtjahre von der Erde entfernte Mission einschreibe, ohne vorher zu erfahren, wer meine Kollegen sein werden, wie lange die Reise dauern wird oder was überhaupt meine Aufgabe sein wird. *seufz* Bei diesem Briefing wird erklärt, dass die Hauptwissenschaftlerin an Gott glaubt, keiner auf dem Schiff sich verpflichtet fühlen muss, bei wissenschaftlichen Entdeckungen dies den anderen mitzuteilen, und achja, die Suche nach intelligentem Leben, welches vielleicht die Menschheit erschaffen hat.

Auf dem Mond angekommen finden sie nach zehn Sekunden schon genau das, was sie suchten: Zeichen von intelligentem Leben, nämlich gerade Striche. Wirkliches Zitat: "Gott erschafft nicht in geraden Linien". Eine unter dem Mikroskop betrachtete Schneeflocke oder komplexe Molekularverbindungen weisen ja auch keine geraden Striche auf. Übrigens: der Mondplanet ist 10mal größer als die Erde, was ihre sekundenlange Suche sehr seltsam macht. Aus meiner Sicht hätten sie diesen Ort schon nach 5 Sekunden finden müssen! 

Wie dem auch sei, dort gelandet, besprechen sie nicht etwa einen Einsatzplan oder verteilen Aufgaben und Rollen. Dies ist auch nicht wirklich notwendig, da jeder nur ein Stereotyp ist und lediglich dazu dient, irgendwann einen Satz zu sagen, um den Plot voranzutreiben, oder zu sterben. Dies scheint jeder Person vollkommen bewusst zu sein. Also macht sich die Hälfte der Crew kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf zu dem gerade entdeckten Gebäude, ohne vorher nach anderen Zeichen von künstlichen Gebildnissen oder Städten Ausschau zu halten. Apropos Stereotyp: der Schwarze stirbt am Ende und ist der Coolste von allen. Aber das sollte euch ohnehin nicht überraschen.


Rapace als weibliche Heroine. Man beachte bitte ihren weltfernen Blick.


In dem runden Gebäude, welches sie "Pyramide" nennen *seufz*, kartografieren sie mithilfe von selbstsuchenden, fliegenden Dragonballs die Umgebung und gehen los. Nachdem eine von den Pseudowissenschaftlern das Luftgemisch analysiert hat, meint sie, dass der CO2-Wert im Inneren der runden Pyramide nicht toxisch und die Luft im Grunde atembar sei. Kluge Wissenschaftler wie alle nunmal sind, nehmen sie prompt alle ihre Helme ab und empfangen ihre Idioten-des-Jahres-Awards. Es können ja sonst keine anderen giftigen Gase, tödliche Viren oder Bakterien in der Luft herumschwirren. Dass sie ihre Keime nun in die Atmosphäre pumpen stört auch niemanden. Auf ihrem Weg weiter ins Innere fassen sie alles mögliche mit ihren Patschehänden an und übertragen Video- und Audiosignale in die Prometheus, ohne diese zu speichern oder archivieren. Aber warum sollten sie das alles aufzeichnen? Empirische Wissenschaft funktioniert nun mal so, dass man alles blindlings angreift und KEIN Protokoll führt. Auf einmal finden sie einen toten Alienkörper und sind nicht darüber schockiert, dass es doch intelligentes Leben im Universum gab. Auf der Erde gibt es das ja scheinbar nicht. Also nehmen sie den Kopf des Außerirdischen mit, welcher glücklicherweise schon vorher enthauptet war, und gehen wieder zum Schiff zurück. Dies machten zwei von ihnen schon vorher, da sie ja nur Geologen sind und so ein totes Alien keine große Entdeckung in ihren Augen darstellt. Klug wie sie sind verlaufen sie sich in der Pyramide und klug wie alle anderen im Raumschiff sind, versuchen sie nicht, sie per Funk durch das Gebäude in die Freiheit zu lotsen. Randbemerkung hier: die ganze Zeit über kartografieren die Dragonballs das Gebäude und übertragen ein 3D-Modell ins Raumschiff, damit die Leute dort die Crew lokalisieren kann. 

Also warum lotsen sie die beiden Verirrten nicht einfach hinaus?!?! BOOOAH, ich bin so knapp davor, mein eigenes Zimmer zu demolieren, weil einfach alle, ALLE (außer den Dragonballs) Idioten sind. Sie sind nicht dumm, sondern wirkliche IDIOTEN!!!! Nur ein einziges Mal tat jemand etwas, was in meinen Augen total logisch, vernünftig und nachvollziehbar war. Nämlich eine der anderen Personen mit einen Flammenwerfer zu grillen! Obwohl ich euch ehrlich sagen muss, ich hätte dies nach einer Weile ohnehin aus reiner Mordlust getan. "Wissenschaftliche Expidition", so ein Pupskack. Ridley Scotts Visionen von unserer Zukunft mögen zwar düster sein, aber in dem Film hier lässt er einen anderen Film wiederauferstehen. Idiocracy! Denn anscheinend bekommt jede Nuss in den 2090er einen Abschluss an der Uni und darf sich Doktor oder Professor nennen. Weiter möchte ich mit der Inhaltsangabe nicht fortfahren, da ab dieser Stelle die sogenannte spannende Handlung beginnt und ich vielleicht endgültig einen Zuckaus auslebe. Wobei dies auch nicht wirklich zutrifft, da Prometheus zwar eine Anlehnung an Alien ist, aber die Horrorelemente zugunsten von Actionszenen und schöner Grafik opfert.


 Der grandiose Fassbender als Android David. Der Typ
gewinnt sicher irgendwann einen Oscar!


Die Schauspieler sind durch die Bank gut und glaubenswürdig gespielt. Für ihre hirnlosen Charaktere und das überaus schlecht und fragwürdig geschriebene Drehbuch können sie ja nichts. Besonders herausstechend ist Michael Fassbender, welcher den Android David spielt. So kühl und emotionslos, dabei doch so überlegt, überlegen und intelligent wie er eben diesen verkörpert, können bestimmt nicht viele. Noomi Rapace, die Sigourney Weaver spielt... eh ersetzt, spielt auch hervorragend. Der einzige, der wirklich ein penetranter Fehlgriff des Casting-Teams war, ist Guy Pearce als 100 Jahre alter Peter Weyland. Guy ist 45 und spielt einen 100 Jahre alten Mann. Warum? WARUM nimmt man nicht einen ALTEN Schauspieler, sondern klatscht ihm so viel Latex Makeup in sein Gesicht, sodass man den Darsteller darunter ohnehin nicht mehr erkennen kann? Kurzweilig wurde ich sogar an die CGI-Orgie aus Benjamin Button erinnert. Wahrscheinlich hegt Ridley Scott eingeheim einen Groll gegen Guy Pearce und hat so nur versucht, ihn geschickt  und unauffällig unter seiner Maske zu ersticken. Ich mag Guy Pearce (Memento, The Time Machine), aber hier war er ein Fehlgriff.

Weswegen auch immer dieser Film bei den Kritikern eine gute Bewertung erhalten hat, bleibt mir ein Rätsel. Die einzige plausible Erklärung hierfür wäre, dass die kollektive Intelligenz der Menschheit jetzt schon zu degradieren anfängt und alle nur noch sabernd vor den Glotzen sitzen, um sich schön aussehende Filme anzusehen und dabei jegliche Ansprüche an ihr Gehirn fallen lassen. Sogar der hochrespektierte Hollywoodkritiker Roger Ebert gab dem Film eine volle Punktezahl. "labeling it a "magnificent ... blend of story, special effects and pitch-perfect casting, filmed in sane, effective 3-D that doesn't distract." und "Ebert thought that the plot, in raising questions and not answering them, made the film "intriguing" and in the "classic tradition of golden age sci-fi".

Entweder sind meine Standards zu hoch oder die der anderen zu niedrig. Ich jedenfalls bin sehr enttäuscht von Prometheus, vorallem deshalb, da im Vorhinein so viel Marketing unternommen wurde und sogar extra Internetseiten wie zum Beispiel die zu Weyland Industries eingerichtet wurden, um die Fans zu teasen. Warum diesen enormen Aufwand, wenn dann so etwas herauskommt? Und warum lässt man so viele Fragen unbeantwortet und erzeugt neue, noch verwirrendere Fragen? Ich werde es wohl nie verstehen...

santi



PS:
Hier verlinke ich euch noch zwei Websites, welche es sich zum Hobby gemacht haben, sämtliche Plotlöcher und Logikfehler zu einem eigenständigen Drehbuch zusammenzufassen. Das Durchlesen zahlt sich auf jeden Fall aus, vorausgesetzt, man kennt den Film zu dem jeweiligen Drehbuch bereits. Ich verlinke dieses Mal aber direkt zu den Prometheus-Skripten. Danke Bernd, dass du mir diese Seiten gezeigt hast! ^^
bbot-badtranscript: prometheus
the-editing-room: prometheus

17. August 2012

Mystery Science Theater 3000: The Movie

Eigentlich wollte ich ein anderes Review (Prometheus - Dunkle Zeichen), welches bereits fertiggeschrieben ist und in den Startlöchern steht, hochladen. Aber ein guter Freund von mir bat mich einen anderen Film vorzustellen. Einen Film, den nur sehr wenige Leute außerhalb des englischen Sprachraumes kennen. Was ich sehr schade finde, denn gerade die deutsche Synchronisation von diesem Streifen ist grandios und an Genialität und Humor eigentlich nur noch von Monthy Python zu übertreffen. Der Stil erinnert sogar stark an die britische Komikergruppe und die Idee ist so absurd wie einzigartig, dass sie eigentlich auch von ihnen hätte sein können. Und ja, da ich bald für einen Monat nach Thailand reisen werde, motivierte ich mich dazu, diesen Leserwunsch vorher noch zu erfüllen. Also hier ist der Artikel, zu einem der lustigsten Filme, die je gedreht wurden: Mystery Science Theater 3000: The Movie!!!




Wie euch sicher auffällt, steht hinter dem Titel das Nomen "Movie". Dies lässt sich schlicht dadurch erklären, dass es sich zu Beginn bei Mystery Science Theater 3000 um eine amerikanische Science Fiction-Fernsehserie handelte. In dieser Serie geht es um Filme. JA, um Filme. Aber ich beginne lieber bei der Hintergrundgeschichte.

In einem unbekannten Jahr, aber wahrscheinlich in den nahen Zukunft, arbeitet die männliche Reinigungskraft Joel in einem Raketensilo oder Weltraumbahnhof oder so etwas in der Art. Seine Chefs sind die verrückten Wissenschaftler Dr. Forrester und Dr. Erhardt. Diese beiden Herren planen nun die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie den schlechtesten Film aller Zeiten finden und ihn global der Menschheit vorspielen, damit diese so sehr verdummt, dass sie sich dann gemütlich selbst zu Königen krönen können. Diese Idee ist natürlich total an den Haaren herbeigezogen und soll den Wahnsinn der beiden Wissenschaftler verdeutlichen. Während sie nun stetig immer schlechtere Filme suchen, brauchen sie natürlich ein Versuchskaninchen, um sie an eben diesen zu testen. Also kidnappen sie prompt die Reinigungskraft Joel und schießen ihn mit einer interstellaren Rakete ins Weltall, wo er auf ihrer geheimen Raumstation verweilen muss. Diese Raumstation dient auch als Filmlabor und hat sogar einen integrierten Kinosaal. "Warum ins Weltall?", fragt ihr euch. "Auch wieder, um den Wahnsinn der Wissenschaftler zu untermauern?". Nein, ihr Dumpfnasen! Dies hat sogar einen logischen und sehr nachvollziehbaren Grund. Denn Joel darf nicht fliehen! Und was würde passieren, wenn er versucht, im Weltall zu fliehen? Genau: Sudden Death! Ist doch vollkommen logisch... "Verrücktheit der Wissenschaftler", so ein Blödsinn...

Auf dieser Raumstation fühlt sich unser Joel leider sehr einsam und baut sich aus Raumschiffteilen vier Robotergefährten: den wahnsinnigen Crow, den sprechenden Kaugummiautomaten Tom Servo, die Gehilfin Gypsy und den Kamera"mann" Cambot. Letzterer ist für die Kamera an Bord zuständig, da ja sonst die Zuseher vor dem Fernseher die Serie nicht mitverfolgen könnten, und die ersten Beiden genießen zusammen mit Joel die Filme, die ihnen von Dr. Erhardt und Dr. Forrester vorgesetzt werden. Während sie sich diese "Kackstreifen" nun ansehen, schieben sie alle möglichen Kommentare und Witze. Diese Witze reichen vom vulgären Fäkalhumor bis hin zu Anspielungen auf Politik und Kultur.

Und das ist die ganze Serie: man sieht einem Menschen und zwei Robotern dabei zu, wie sie sich einen Film ansehen und Witze drüber machen! O_O Das ist doch die geilste Filmidee ever! Anderen dabei zusehen, wie sie sich einen Film anschauen. Das könnte man ideal auch auf Spiele adaptieren. World of Warcraft Simulator: du bist ein Mensch, Anfang 20, sitzt ganze Zeit nur vorm PC und spielst WoW. Und als echter Spieler schaust du ihm die ganze Zeit nur dabei zu! Also ich finde die Idee brillant.


 Tom, Mike und Crow sehen sich den Film 
"Metaluna 4 antwortet nicht" an.


In der Serie, welche 11 Jahre lang produziert wurde und fast 200 Folgen aufweisen kann, gab es ständig einen Wechsel des Casts. So kommt es, dass in dem Film Mystery Science Theater 3000: The Movie es nur einen einzigen Bösewicht, nämlich Dr. Forrester, gibt und die Reinigungskraft Joel durch den Leihmechaniker Mike ersetzt wurde. Eine zentrale Frage dieses Franchise bleibt auch lange nach Einstellung der Serie erhalten und diese Frage wird mir oft gestellt, wenn ich von diesem Film schwärme. Warum ist diese Serie bzw. der Film dann so unbekannt und erhielt relativ wenig Aufmerksamkeit? Ja, das stimmt schon. Die Serie hatte keine breite Popularität, sondern eine kleine, eingefleischte Fanbase. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig.

Nun, zum einen ist die Serie nie wirklich groß vermarktet worden. Konnte sie auch nicht, da sie nie Lizenzen von den Produktionsfirmen der Filme erhalten hat. Dieses erste Problem geht Hand-in-Hand mit dem zweiten Problem, dass die meisten verarschten Filme sehr unbekannt (die meisten kommen aus den 50ern und 60ern) und die Lizenzen dafür sehr billig waren. Teurere konnte man sich nicht leisten. Dadurch, dass die Zuseher die gezeigten Filme nicht kannten, sanken natürlich die Quoten. Hat man nun eine etwas kostenspieligere Lizenz erhaschen können, so lief diese nach einem gewissen Zeitraum wieder ab. Dies führte dazu, dass manche Episoden von Mystery Science Theater 3000 in all den Jahren nur ein einziges Mal (!) ausgestrahlt worden sind und so Wiederholungen im Fernsehen sehr erschwerte. Diese Episoden durften dann auch nicht auf DVD gebrannt und verkauft werden. Tatsächlich versuchten die Macher der Serie ihre Fanbase zu motivieren, die auf VHS (die Serie spielte noch in den 80ern und 90ern; DVD war höchsten erst in Entwicklung) aufgenommenen Folgen zu vervielfältigen und weiterzugeben oder gar zu verschenken. Sie spornten ihre Anhänger zu Piraterie förmlich an, was die Industrie damals tatsächlich noch gar nicht wirklich kannte und deshalb relativ lange einfach ignorierte.

Ein weiterer Grund ist die Sprachbarriere. Denn viele Witze in der Serie und in dem Film sind für amerikanische Zuseher gedacht. Warum jetzt der Politiker, dieser Sportler oder diese Fernsehmoderatorin auf die Schippe genommen werden, interessiert einen Deutschen oder einen Briten ja gar nicht. Geschweige denn, würden sie diese Anspielungen verstehen. Die Serie ist nie auf Deutsch synchronisiert worden und wenn ich mir eine Episode auf Englisch ansehe, finde ich diese kotzlangweilig, weil mir eben die kulturellen Bezüge zu dem US-Amerika der 90er fehlt. Eine potenzielle Übersetzung müsste daher mit vollkommen neuen Skripten überarbeitet werden, was für das Vermarktungsteam ebenfalls zu viele Kosten und Aufwand dargestellt hätte. Ich verstehe diesen Schritt auch! Das Budget der Serie und des Filmes war stets am Abgrund ins Nichts. Herrgott, man sieht Silouetten vor einer Leinwand und benutzt zum Großteil bereits gedrehtes Material von anderen Filmen. Das ist doch Beweis genug, dass die nicht viel Geld hatten!  Das Intro ist genauso dilletant, wenn auch bewusst so gewählt, produziert und man kann eindeutig erkennen, dass es sich um Pappmaché handelt. Einzig der Film wurde mit eigenen, auf die deutsche Popkultur zugeschnittenen Witzen und Texten synchronisiert. Einige Bezüge werden wiederrum einem Österreicher wenig sagen.

Mystery Science Theater 3000 hatte bei uns leider nie eine wirkliche Chance und wurde damals in den USA total unterschätzt, was halt leider zur Einstellung der Serie führte. Aber nun gut, nichts hält für die Ewigkeit. Es ist eigentlich eh schon ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten haben. Eines der Ergebnisse diese Durchhaltevermögens ist Mystery Science Theater 3000: The Movie und bleibt als Relikt einer vergangenen Zeit, in welcher man noch wert auf intelligenten Humor und kreative Filmideen setzte, zurück. Sich diesen Film anzuschauen ist nicht nur ein Erlebnis für die Lachmuskeln, sondern auch eine kleine Retro-Zeitreise in die Vergangenheit.

santi

22. Mai 2012

The Avengers - Teil 5: The Avengers

Zwar wollte ich diesen Artikel bereits gestern verfassen und hochladen, aber aus technischen (sprich: aus Faulheit) und zeitlichen Gründen, war mir dies nicht möglich. So kommt es, dass ich mein Review zu The Avengers genau zu dem einwöchentlichen Stichtag, an welchem ich diesen Film sah, niederschreibe. Wenn auch verzögert, atmet mein Text nun doch noch etwas Poetisches aus, wenn ich schon mein eigentliches Ziel um einen einzigen Tag verfehlte. Aber genug von diesem albernen, pseudo-intellektuellen Jux. Hier soll es schließlich um das Aufeinandertreffen von Superhelden und wohl einen DER Blockbuster des Jahres 2012 gehen. Star Wars-Fans hatten am 4. Mai wahrscheinlich ihre Freude. So fand nicht nur der internationale Star Wars-Tag statt ("May the Fourth be with you!"), sondern es kam auch das Superheldenspektakel The Avengers in die Kinos. Ein Spektakel war es allemal, denn so gut sah ein Science Fiction-Film noch nie aus.




Aber bevor ich über die visuellen Details schwärme, erst mal noch kurz zur Geschichte, welche eine eher passive Position einnimmt, da der Film hauptsächlich von seinen Effekten und den humorvollen Dialogen der Hauptcharaktere getragen wird. In Thor stellte man uns bereits die Figur Loki, Thors Bruder, vor. Als die Brücke Bifröst zerstört wurde, strandete Loki auf der Erde und entdeckte dort den verschollenen Tesseraktwürfel. Dieser Gegenstand hat die Eigenschaft, ein Wurmloch (oder auch eine sogenannte Einstein-Rosen-Brücke) erzeugen zu können. Mit diesem Würfel als mögliches Machtinstrument schmiedet er nun, da er Asgard in dem Film Thor schon nicht haben konnte, einen Vergeltungsplan: die Weltherrschaft und die Kontrolle über die Menscheit zu erlangen. In seinen Augen sind diese nämlich nichts anderes als Ameisen, welche geführt werden wollen, und er selber stammt von einer überlegenen Führerrasse/-kaste ab. *Augenroll auf das Jahr 1939* Naja, neu ist die Geschichte leider nicht, da sie grob nur eine Kopie von den Wahnvorstellungen eines lustigen, kleinen Mannes mit noch lustigerem Bartwuchs ist. Irgendjemand sieht sich als Teil einer Herrscherrasse und will deshalb über alle anderen bestimmen dürfen. Die Idee finden sicher alle Beteiligten super toll und werden ihr sofort blind folgen! Pustekuchen! Natürlich nicht! Für die Eroberung der Erde braucht Loki nun noch eine Armee, um sich die Menschen unterwürfig machen zu können. Diese Streitmacht findet er in dem Alienvolk der kampfeslustigen Chentauri, welche durch das Tesseraktportal auf die Erde befördert werden sollen. Die geheime Organisation S.H.I.E.L.D. (in der Funktion und dem Aufbau so ähnlich wie FBI, NSA und CIA und bereits in sämtlichen Vorgängerfilmen gezeigt) will dies jedoch verhindern und kommt zu dem Schluss, dass sie dies nicht alleine können. Sie brauchen außergewöhnlichere Personen mit besonderen Fähigkeiten, die es mit diesen Kreaturen aus dem Weltall aufnehmen können. Neben den Spionen und Geheimagenten Black Widow und Hawkeye rekrutiert die Organisation auch Iron Man und Captain America. Da es sich bei dem Bösewicht um seinen eigenen Bruder handelt, schließt sich  Thor ebenfalls der Truppe an, um sein Geschwisterlein zurück nach Asgard zu bringen und dort einem fairen Prozess zu unterziehen. Einzig Bruce Banner a.k.a. Hulk will seine Fähigkeiten nicht so schnell zur Verfügung stellen, da er seinen Berserkermodus nicht ganz unter Kontrolle hat und in sich eher eine Bedrohung als eine Hilfe sieht. So beratet er S.H.I.E.L.D. vorerst nur. Die erste Hälfte des Filmes dient lediglich dazu, die vielen Charaktere ein bisschen zu beleuchten, sie soziale Verbindungen aufbauen zu lassen und sie auf die Suche nach dem Tesseraktwürfel zu schicken. In der zweiten Hälfte bahnt sich dann der Showdown mit Loki und seiner Armee an. Und wo wird das passieren? Natürlich! In New York City. Diese Stadt hält wahrlich den Rekord als Standort für die meisten fiktiven Schlachten. Disneyland wäre doch mal eine nette Abwechslung! Nun ja, angesichts der nummerischen Unterzahl machen sich die Helden mit dem Motto, "wenn wir die Erde schon nicht retten können, dann werden wir sie auf jeden Fall rächen!", in den Kampf auf. Daher auch der recht offensichtlichte Name der ungewöhnlichen Truppe, "The Avengers".

Dieses Finale könnte epischer und visuell imposanter wohl kaum in Szene gesetzt sein. Die Spezialeffekte sind auf hohem Niveau und die Action regiert die Leinwand. Dieser Film ist einfach geil anzuschauen und die Superhelden sehen endlich genau so authentisch wie in den Comicvorlagen aus. Und nicht nur das! Ob ihr es glauben wollt oder nicht, der 3D-Effekt ist Marvel Studios ebenfalls gelungen! Bei den meisten Filmen könnte man getrost auf dieses überflüssige Extra, mit welchem man lediglich Geld scheffeln mag, verzichten, da es gar nicht richtig genutzt wird und bei den meisten Zuseher_innen nur Schmerzen im Gulliver hervorruft. In The Avengers wird aber zumindest versucht, hier und da nette Momente einzubauen, in welchen sich der/die Zuschauer denken, "Woah...", und ihnen vielleicht sogar temporär der Atem stockt. 

Dieser Film wird euch auf jeden Fall unterhalten, wenn (ja, es gibt leider auch ein paar Wenns) ihr die fünf Vorgängerfilme (Der unglaubliche Hulk, Iron Man 1 & 2, Captain America, Thor) gesehen habt. 143 Minuten reichen einfach nicht aus, um so viele Hauptcharaktere auf einem Fleck zu haben und ihre Motivationen zu erklären. Dies geschieht nämlich alles in den Filmen davor! Okay, dies darf ich dem Film eigentlich nicht vorwerfen. Ziel von The Avengers ist es eben nicht, dem Publikum neue Helden zu präsentieren, sondern bereits existierende einander näherzubringen. Dieser Titel wird dem Hype absolut gerecht, solange man die anderen Filme gesehen hat. Ansonsten ist es nur ein netter Actionfilm. Dieses Fazit finde ich leider etwas schade, es ist aber Realität. Und selbst die Zusammenschließung zu einer Heldengruppe funktioniert nur rudimentär, da, bedingt durch die Anzahl von sechs Helden, einem Schurken und sonst noch vielen Nebenfiguren, einfach nie jeder mit jedem gescheit in Kontakt treten kann. So passiert es leider, dass genau dieser Umstand Paare bildet. So interagieren Iron Man und Captain America recht viel miteinander. Black Widow und Hawkeye besitzen eine gemeinsame Vergangenheit. Thor zofft sich mit Loki. Und Bruce Banner... der hat seine eigenen, übergroßen, grünen Probleme. Es ist schade, aber es sind weder genug Spielraum, noch Zeit vorhanden, um ein komplexes Sozialkonstrukt zu bauen. Dennoch macht Marvel Studios das Beste aus der Sache und baut ein Element ein, welches den Film, zusammen mit der Bildkulisse und der Präsenz der Helden, so erfolgreich macht. Humor! Der Film strotzt nur so von lustigen und schnittigen Konversationen und Selbstironie. Spiegel Online meinen in ihrer Kritik sogar, dass die witzigen Wortwechsel ein viel geilerer Spezialeffekt seien, als die Spezialeffekte selber.

Den Cast brauche ich ja eigentlich nicht näher in Augenschein nehmen, habe ich doch alles Wichtige über die Hauptdarsteller und die von ihnen gespielten Charaktere in den letzten Reviews kundgetan. Einzig Tom Hiddleston als Oberschurke Loki scheint mir ein kleiner Missgriff zu sein. Ihm kauft man diese Bad Boy-Einstellung und skrupelosen Größenwahn einfach nicht richtig ab. Aber gut, seine Interpretation der Figur ist nicht so schlecht, hätte aber besser sein können. So bleibt mir nur noch ein Aspekt, über welchen ich, in diesem Fall wieder negativ, reden kann. Die Synchronsprecher. Jeden der anderen Filme sah ich zuvor auf Englisch, The Avengers jedoch auf Deutsch. Waaaarum tat ich das?! Ich hätte ihn mir auf Englisch ansehen sollen! Ich möchte, dass da Kraft in den Stimmen liegt und sie nicht wie verweichlichte bzw. gelangweilte Teenager klingen. Das sind fucking Superhelden, die sich mit Aliens prügeln! Da gehört ein bisschen mehr Inbrunst hinein, wenn Thor seinen Hammer schwingt oder Iron Man durch die Gegend fliegt. In dem Anzug ist es zwar sicher bequem, aber so gechillt wie der Synchrosprecher ist... IHM sollten die Worte fehlen und nicht mir.

Also, alles in allem ist The Avengers genau das geworden, was sich Marvel Studios vorstellte! Ein spannender und sehr ansehnlicher Abschluss einer Saga, die sich über sechs Filme zog und so manch superheldenverliebtes Kinderherz der 60er höherschlagen ließ. Sehr sehenswert für jedermann und jedefrau! Ich empfehle trotzdem, sich noch die anderen Filme vorher anzusehen, und bedanke mich, dass ihr meinem Superheldenmarathon ausgehalten habt.

santi

19. Mai 2012

The Avengers - Teil 4: Captain America

Dem großen Finale entgegenkommend scheint mir langsam doch die Puste auszugehen.^^
Bevor ich einen ganz neuen Artikel zu Captain America: The First Avenger (der Titel ist übrigens ironisch von Marvel Studios verwendet worden, da der Film der letzte vor The Avengers war, inhaltlich bzw. zeitlich Captain America aber vor allen anderen Helden existierte) beginne, verweise ich darauf, dass ich bereits im September des Vorjahres einen ausführlichen Bericht über diesen Film verfasste, obwohl ich mir eingestehen muss, dass mir mein Stil von damals nicht mehr so zusagt. Vielleicht ist mir mein eigenes Werk aber auch nur durch pure Verlegenheit peinlich. Macht euch deshalb selbst nochmal ein Bild.




Iron Man hat seinen Hightechanzug und seinen brillanten Verstand, Thor hat seine göttlichen Kräfte und seinen Hammer, und Hulk hat....Hulk ist einfach Hulk. Aber was macht Captain America so besonders? Dreierlei Dinge. Erstens hat er seinen undurchdringlichen Schild, was ihn zu einem netten, defensiveren Gegenstück zu Thor macht, der mit seinem Hammer einen recht angriffslustigen Kampfstil aufweist. Zweitens, wurde an ihm auch herumexperimentiert, sodass er , genau wie der Hulk überdurchschnittlich große, physische Kräfte besitzt. In the Avengers wird sogar erklärt, dass Bruce Banner versuchte, dieses Experiment zu wiederholen und bei dem darauffolgenden Fehlschlag erst zum Hulk wurde. Und Drittens? Einfach seine Persönlichkeit. Steve Rogers alias Captain America stammt aus einer anderen Zeit wie die unsere. Er kämpfte vor Dekaden noch gegen die deutschen Nationalsozialisten in Europa, ehe er durch Kryostase in unsere Gegenwart versetzt wurde. Dieser riesige Zeitsprung war für ihn nur ein kurzes Augenblinzeln. Es ist also nicht verwunderlich, dass seine moralischen und sozialen Ansichten die Zeit, aus der er stammt, widerspiegeln. Er vertraut immer noch auf alte Traditionen und Tugenden wie Ehrlichkeit, Mut, Tapferkeit und Selbstlosigkeit. Diese Ansichten sind tief in seinem Weltbild eingebettet. In seinen Augen ist es nun mal die Pflicht der Starken, die Schwachen zu beschützen. Er war also nicht nur ein überaus loyaler Soldat mit irrsinnig viel Verantwortungsbewusstsein, sondern hat sich aufgrund seiner Kampferfahrung auch zu einem ausgezeichneten Anführer entwickelt. Er betrachtet die ganzen Geschehnisse in den Filmen mit viel größerer Sorgfalt. Statt zu schreiben, seine Persönlichkeit sei seine dritte große Eigenschaft, kann ich auch schlicht sagen, Captain America hat einfach Herz. Viel mehr braucht ein Superheld ja eigentlich nicht, um ein solcher zu sein bzw. um ein Idol für andere zu werden.

Und hier kommt nun endlich auch der Vergleich zu Iron Man, (die anderen beiden Rächer hatten wir ja schon) welcher durch seine Attitüde, alles nur als Spiel und persönliche Freizeitgestaltung zu sehen, das perfekte, undisziplinierte Pendant des dem Zweiten Weltkrieg-Helden darstellt. Genau deshalb geraten diese beiden Figuren ab und zu in kleinere Zwists miteinander. Doch sobald eine andere Kacke am Dampfen ist, legen sie, heldentypisch, ihre Differenzen beiseite und alle hören auf die Kommandos von Captain America, welcher quasi die Anführerrolle übernimmt. Liegt ihm ja schließlich militärbedingt im Blut. Diesen essentiellen Wandel des Teamplays kann man übrigens sehr schön in The Avengers sehen. Tatsächlich wirkt Captain America: The first Avenger viel eigenständiger und unabhängiger als die Filme zu Hulk und den anderen, welche auf ihre zukünftige Rolle in The Avengers hinarbeiten. Das Szenario mit den Nazis und den Zeitraum des Zweiten Weltkrieges muss man halt mögen. Wem diese Faktoren eher nicht so zusagen sollten, dieser Person wird dieser Film wohl eher weniger gefallen. Viele Zuseher_innen werden sich wohl denken, „Oh nein, nicht schon wieder ein Film, der in den 40ern und über den Zweiten WK spielt!“. Darunter leidet der Film immens und auch der Held leider ein klein wenig. Der zur Schau gestellte Okkultismus der Adolf-Anhänger trägt seinen Teil dazu bei und gibt dem Film einen surrealen Hang bei, obwohl Marvel eigentlich versucht hat, diesen realistischer und glaubwürdiger als Thor zu gestalten. Auch die erste Erscheinung des extraterrestrischen Tesserakt-Würfels, welcher später ebenfalls im finalen Film der Reihe zu sehen sein wird und dort als Doomsday-Device fungiert, verleiht dem Film einen kleinen Kratzer, da er offensichtlich selbstständig sein will, aber trotzdem irgendwie schon einige Elemente für den Nachfolgefilm liefert, ohne welche dieser nicht auskäme. Dieser Umstand bindet The first Avenger, und auch alle anderen vier Filme von Marvel Studios, wieder immens an The Avengers, was natürlich nun beides, gut UND schlecht, sein kann, da über Jahre hinweg eine Kontinuität gewahrt wird, um auf eine epische Konklusion hinzuarbeiten. Mir hat der Film jedenfalls von den fünf Avenger-Filmen am meisten zugesagt und mit Chris Evans hat dieser Superheld tatsächlich das ideale reale Gesicht bekommen. Denn nun strahlt Captain America nicht nur physische Stärke, sondern auch richtige Menschlichkeit aus.

santi

18. Mai 2012

The Avengers - Teil 3: Thor

Auf zu Artikel Nummer 3! Held dieser Ausgabe ist kein Geringerer als der Donnergott Thor persönlich, welcher, meiner Meinung nach, nicht nur einer der umstrittensten Helden der Avengers, sondern auch des ganzen Marvel Universums ist. Ihr müsst nämlich wissen, Thor kommt nicht von der Erde, sondern von einem anderen Teil unserer Galaxie, welcher von seinem Volk, den Asen, "Asgard" genannt wird. Über die Brücke "Bifröst" gelangen die Asen in andere Teile der Galaxis (ja, es sind beide Schreibweisen möglich) und retteten auf diese Weise vor mehreren Jahrhunderten die Erde vor den Frostriesen und einer drohenden Eiszeit. Wo fand dieser epische Kampf statt? Im tiefen Norden, wo einst die Wikinger beheimatet waren und heute die Norweger und Schweden leben. Diese sahen, wie die Asen triumphal die Schlacht gewannen und machten sie prompt zu ihren neuen Göttern. Die nordische Mythologie war geboren! Von nun an erzählte man sich diese Geschichten und Legenden immer weiter, bis schlussendlich nicht mehr von natürlichen Wesen, sondern von fiktiven Göttern die Rede war. In Wahrheit sind Thor, Odin, Loki und Co. aber nur Außerirdische mit humanoider Erscheinung, die vor ein paar Jahren die Erde besuchten. Und genau dies macht Thor ein bisschen, hm, seltsam, vielleicht sogar unpassend. Denn jeder Held der Avengers ist im Grunde ein Mensch. Auch Captain America und Hulk sind Menschen, nur halt durch Genmanipulation leicht mutiert. Thor hingegen ist nicht von dieser Welt. Ein reales, verwundbares Wesen, kein Gott also. Auf der anderen Seite hat er trotzdem eine für menschliche Verhältnisse überdurchschnittliche Lebensspanne, enorme physische Kräfte (unter anderem nimmt er es locker mit Hulk auf), besitzt seine mächtige Waffe "Mjöllnir", die nur ihm gehorcht, und kann Blitze kontrollieren. Er hat schon seinen ganz eigenen Reiz, was seine Comicabenteuer und ihn genrell als Superhelden sogar charmant macht, aber er passt einfach nicht so richtig in die Avengers hinein bzw. auf die Erde, finde ich, und er verleiht dem finalen Film, so absurd es auch klingen mag, etwas zu Science Fiction-artiges. Der Mix mit dem Echtzeitszenario und der nordischen Mythologie ist in den Comics durchaus aufgegangen und an sich eigentlich ein sehr kreativer Einfall. Ihn jedoch in ein irdisches Superheldenteam einzubinden, ist, meiner Meinung nach, trotzdem nicht so ... grrrr, mir fallt einfach kein richtiges Wort dafür ein!




Die einzige andere "Schwäche" des Filmes (es ist ja eigentlich keine Schwäche; ich stehe voll auf dieses SciFi-Zeugs und finde diesen Mash-Up mit unserer Welt ganz interessant, aber andere finden es vielleicht vollkommen abschreckend) wäre die sehr durchschaubare Handlung. Ein paar Frostriesen dringen in Asgard ein, um ein wertvolles und mächtiges Artefakt zu stehlen. Thor will die Frostriesen gewaltsam zur Rede stellen, warum und wie sie dies schaffen wollten. Er wird von seinem Vater Odin gestoppt und zurückgeholt, nachdem Thor eine Beendigung des Waffenstillstandes und eine neue Kriegserklärung heraufbeschwor. Als Strafe und Lektion wird ihm nicht nur sein Hammer weggenommen, was anscheinend einer Kastration gleicht, sondern er wird von Odin auch auf die Erde verbannt. Solange, bis er sich wieder als würdig erweist, seine Waffe schwingen zu dürfen. Nun muss er sich erst mal in der Menschenwelt zurechtfinden und seine pubertären Charakterzüge überwinden und hinter sich lassen, um ein weiser Prinz für sein Volk zu werden. Währenddessen intrigiert sein jüngerer Bruder Loki zuhause, um endlich aus dem Schatten seine Bruders zu treten, Herrscher zu werden und größere Zuneigung seines Vaters zu erhalten.

Hm, naja, der Plot ist leider nicht gerade neu, aber effizient und schnell erzählt. Langeweile kommt im Publikum nie auf. Doch merkt man dem Film Thor sehr deutlich an, dass er überwiegend als Verbindungsglied konzipiert wurde, um dem späteren Werk The Avengers einen Bösewicht zu liefern. So tauchen in Thor bereits ein paar andere Charaktere des Marvel Universums auf, die in dem Abschlusstitel der Reihe zusammengeführt und größere Rollen spielen werden.

Bitte interpretiert meine Worte nicht zu harsch oder negativ, Thor ist ein sehr... knackiger Film und mit den Hauptdarstellern Chris Hemsworth (als Thor), Tom Hiddleston (als sein Bruder Loki), Anthony Hopkins (als Allvater Odin) und Idris Elba (als Torwächter Heimdall) ist dem Castingteam ein wahrer Glanzgriff gelungen. Einzig nervige Person ist Natalie Portman. Wenn nicht gerade irgendwo ein Schwan entlaufen ist, wundere ich mich schon, was die auf dem Set verloren hat. Besonders die emotionale Zuneigung zwischen Thor und ihr wirkt immens künstlich und aufgesetzt. Das habe ich anders ohnehin nicht erwartet, da Natalie nur künstlich und aufgesetzt spielen kann. (Ja, ich mag sie als Schauspielerin nicht. Als Mensch ist sie vielleicht eh ganz nett, aber als Schauspielerin...) Außerdem schien es mir so, als ob diese Hintergrundhandlung nie Teil der Comicvorlage war, sondern nur dazu diente, ein größeres Spektrum an potenziellen Zusehern_innen zu gewinnen. Und kann mir bitte jemand erklären, was für Makel Thor hat? Bruce Banner muss mit seiner Aggressionsbewältigung, Isolation und der Abneigung des Vaters seiner großen Liebe leben; Tony Stark ist ein alkoholkranker, selbstgerechter und narzisstischer Waffenhändler, der auf andere Menschen und deren Interessen recht wenig Rücksicht nimmt; Steve Rogers ist eine Person, die von manchen Leuten wahrscheinlich in die Kategorie "Schwächling" eingeordnet und auf dem ständig herumgetrampelt wird, und welche sich dementsprechend behaupten und nicht nur Anerkennung, sondern auch Respekt verdienen will. Thor hingegen ist im Geiste einfach ein übermütiger Jugendlicher, der später Geschwisterstreitereien mit seinem Bruder hat. Der ganzen Figur fehlt einfach das Marvel-typische Merkmal, ihren Superhelden sozioal und emotional schwerwiegende Probleme und mentale Konflikte mitzugeben. Vielleicht irre ich mich in diesem Aspekt auch, sah ich doch nur den Film und habe die Comics nie gelesen. Wenn sich jemand besser auskennen sollte, darf diese Person sich gerne bei mir melden und mich belehren.

Thor ist dennoch für zwischendurch oder einen Filmabend sehr sehenswert. Vor allem dann, wenn man sich auf The Avengers vorbereiten will. Marketing- und Trickfilmtechnisch finde ich den Schritt von Marvel, ein eigenes Filmstudio aufzumachen (Marvel Studios), immens wichtig, intelligent und, um es simpel zu formulieren, gut, da Marvel nun endlich die Entscheidung selbst in der Hand hat, wie ihre Comics in Filme umgesetzt werden. Die Lizenzen von Spiderman und Co. wurden davor stets an andere Studios verkauft. Wie wir aber bereits an Der unglaubliche Hulk (2008) und Iron Man 1 & 2 sahen, können die hauseigenen Leute das Feeling der Comics immer noch am besten einfangen.

santi