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5. Dezember 2012

Not Tetris 2

Wie jedes Halbjahr um die gleiche Zeit fangen die Abschlussprüfungen an der Uni an. Und sie werden sich noch bis Ende Jänner ziehen... Natürlich ist da keine große Zeit vorhanden um Videospiele zu spielen oder sich zeitintensive Bücher zu Gemüte zu führen. Was bleibt einem da? Flashgames und Minispiele!!! Und hier habe ich eines für euch, was euch ideal in einer Lernpause beschäftigen wird. Denn es hat keine Story und fordert lediglich eure Geschicklichkeit. Und falls ihr Angst haben solltet, bei diesem Spiel dann doch länger hängen zu bleiben: keine Sorge! Denn dieses Minispiel wird euch während Anlauf 1 zwar ein Grinsen aufs Gesicht zaubern, aber spätestens beim zweiten Anlauf den letzten Nerv rauben und euch mit geballtem Frust vollstopfen, sodass ihr euch bestimmt wieder gerne an euren Lernstoff setzen werden!





Ich bin mir sicher, dass jedem von euch die Blöcke im obrigen Bild vertraut sind und in den meisten von euch nicht nur schöne Kindheitserinnerungen wecken wird. Aber hierbei handelt es sich nicht um Tetris, sondern um Nicht-Tetris! Klingt nun sicher verwirrend, aber so heißt dieses Spiel tatsächlich: "Not Tetris"! Und ja, das beschreibt es eigentlich schon ziemlich gut. Das Prinzip ist zwar das gleiche, aber mit einer realistischen Physik-Engine ausgestattet! So müsst ihr immer noch Blöcke aufeinanderstappeln und die Reihen vollkriegen, damit diese verschwinden und ihr euch somit mehr Zeit und Punkte erkauft, aber die Blöcke rotieren nicht mehr um nur starre 90°, sondern kreisen richtig in 360° um ihre eigene Achse, sobald man "W" für eine Links- und "X" für eine Rechtsrotation drückt. Da das noch nicht genug Mindfuck ist, verliert der Spieler sofort die Kontrolle über die Blöcke, sollten diese auch nur die Wände berühren. Und falls sie in einem schlechten Winkel auf den darunterliegenden Blöcken aufkommen, fallen sie physikalisch annähernd korrekt in eine andere Richtung, als man es eigentlich will, da nun auch Auftrittswinkel und Schwerpunkt der Blöcke berücksichtigt werden müssen! Zum Glück müssen die Reihen nicht ganz, sondern nur zu 90-95% mit den Steinchen gefüllt werden, damit diese entfernt werden und man wieder mehr Platz zum Weiterspielen hat. Wieviel Prozent in einer Reihe noch fehlen wird in einer dezent unauffälligen Anzeige am linken Bildschirmrand angezeigt. Anders als der erste Teil lässt der zweite euch aber eine faire Chance das laufende Spiel aufrechtzuerhalten. Dieser ist als Spieloption "Stack" im zweiten Teil integriert worden und funktioniert genau gleich, mit dem großen Unterschied, dass die vollen Reihen nicht mehr verschwinden und ihr soviele Punkte wie möglich erzielen müsst, bis die Decke erreicht ist.

Not Tetris 2 ist als Gratisdownload auf der Entwicklerseite zu erhalten, aber wenn man will, kann man natürlich auch eine Kleinigkeit spenden. Passend zum frustrierenden Spielprinzip nannte sich das Entwicklerteam Stab Yourself, da man sich nach ein paar gescheiterten Anläufen am liebsten selbst umbringen will. Das Spiel soll lediglich als Nostalgieanreiz und witziges Gadget für nebenbei gelten, da es dank der eingebauten Physik manchmal vollkommen unmöglich ist den Ausgang seiner Geschicklichkeitskünste vorherzusehen. Not Tetris 2 sollte man daher als Spaß ansehen und es nicht allzu ernst nehmen. Wahnsinn ist hier nämlich vorprogrammiert!

santi

28. Februar 2012

The Tiny Bang Story

„Mensch, ist mir laaaangweilig. Was könnte ich nur spielen, was kurz ist, meine Augen und meinen Verstand, aber nicht meine Reflexe beschäftigt, und bei was ich nur meine rechte, auf der Maus liegende Hand brauche, sodass ich meinen müden Kopf auf der linken rasten lassen kann?
*klick klick* „Nein…“ 
*klick klick* „Nein…“ 
*klick klick* „…‘The tiny bang story‘? Hm, noch nie davon gehört, aber die Musik im Trailer wirkt zumindest sehr einladend. Vielleicht ist das Spiel an sich dann auch ganz angenehm zu spielen. Außerdem könnte ich meine Leser wieder mit einem unbekannten und sehr seltsamen Spiel nerven. Hihihi! “

*eine Stunde später*
„LOL, habe ich gerade ernsthaft eine Stunde meines Lebens an diesem Demo-Level verbracht? Ich habe doch nur den Bildschirm nach Puzzleteilen und anderen seltsamen Gegenständen abgesucht. Wieso habe ich dann nicht schon nach fünf Minuten abgedreht?! Faszinierend, meine Augen haben zwar gearbeitet, aber ich war auf eine gewisse Weise trotzdem hirntot. Das Ding wird auf jeden Fall noch heute Nacht durchgespielt und dann reviewt! O_O“

Das war im Grunde mein tätsächlicher Gedankengang, als ich die Demo beendete und das eigentliche Spiel begann. The tiny bang story, nicht zu verwechseln mit der Fernsehserie The Big Bang Story... äh ich meinte Theory, ist ein Point and Click Rätselspiel. Zu Beginn wird die Welt, welche nur aus Puzzleteilen besteht, von einem Fußball getroffen und in ihre Einzelteile zerlegt. Ihr seid nun ein …rumfliegender Mauszeiger …hm, jetzt, wenn ich so darüber nachdenke, wird es nie wirklich erklärt, woher der Fußball kam, warum er kam, wer ihn getreten hat, ob diese Person sich vielleicht, "Oh nein, nicht schon wieder." gedacht hat, und wer man selber eigentlich ist. Also gehe ich einfach mal davon aus, dass der Spieler/die Spielerin, ala From Dust und Black & White, einfach ein herumschwirrendes Irgendwas ist, dass andere Irgendwasdinger betatschen kann.

Ziel des Spieles ist es... ich habe überhaupt keine Ahnung! xD
Mein Gehirn ist nach diesem Titel so leer, sodass ich enorme Schwierigkeiten aufzeige, komplett strukturierte und wohl formulierte Syntaxe zu bilden. Nämlich alles, was man machen kann bzw. im Endeffekt tut, ist, sich Bildschirm für Bildschirm weiter voranzuklicken, kleine Minispiele zu lösen, die mehr, aber meistens eher weniger eure Intelligenz beanspruchen, und die grafisch sehr liebevoll gestaltenen Landschaften nach Puzzleteilen abzusuchen, um die Welt wieder ein bisschen mehr wiederherzustellen. Also ein äußerst inhaltloses Spiel. Wer da nicht in ein Wachkoma fällt, verdient meinen Respekt! Dennoch ist ein Suchtpotenzial da, sich von diesem sinnfreien Herumgeklicke berieseln zu lassen.


Oben gilt es einen Zug zusammenzubauen,
während man unten ein lückenfreies Netzwerk 
aus Rohren herstellen muss.



Aber nun gut. Will ich mal nicht so sein und versuche es auf ein Neues: 
das Ziel des Spieles ist es offentsichtlich, die Welt samt ihrer ganzen Einzelteile wieder zusammenzusetzen. Diese findet der Spieler/die Spielerin verstreut und manchmal hervorragend und sehr gemein versteckt über den Bildschirm platziert. Um weitere Areale freischalten zu können, müssen kleine Minispiele gelöst werden. Manchmal gilt es man mit den Pfeiltasten ein Schiff von A nach B steuern, dann ein Gemälde zusammensetzen, später eine Maschine zusammenbauen, davor aber bitte noch eine Waage mit zehn verschiedenen Gewichten ausbalancieren, nachher noch Ballons zum Platzen zu bringen, um am Ende einen Safe zu öffnen. Eine geschichtliche Verbindung sucht man, im Gegensatz zu den Puzzlestücken, aber vergeblich. Die einzigen Charaktere, die man trifft, sind leider nicht sehr gesprächig, verraten nur durch ein Bild in einer Sprechblase, was sie gerade von einem wollen und sitzen mit einer verdächtigen Gelassenheit herum. Ein riesiger Fußball hat gerade ihre Heimat in tausend kleine Stücke zerfetzt, aber die chillen immer noch in ihren Sofas und auf ihren Bänken, trinken Tee, rauchen eine Pfeife und sinnieren wahrscheinlich auch darüber nach "oh nein, nicht schon wieder.". Aber was weiß ich denn. Vielleicht sind sie alle auch einfach nur enorm eingeraucht. Kurzzeitig dachte ich mir sogar, einer von ihnen wird wohl den Fußball versehentlich zu stark gekickt haben! Aber die Idee verwarf ich doch recht schnell wieder, da das Spiel wohl bis zum Ende nicht mehr mit sonderlich viel philosophischem Tiefgang oder gar weltumspannenden Verschwörungen aufwarten wird können.

Lasst euch von meinem anfänglichen Unmut aber bitte nicht abschrecken! Die entspannende Musikuntermalung, die verspielte Grafik und die allgemeine Gemütlichkeit, die das Spiel präsentiert, sind eigentlich sogar sehr positiv zu bewerten. Denn the tiny bang story macht eines, was viele sogenannte "Spiele" nicht machen. Genau wie das Durchzappen im Fernsehen unterhaltet es euch nämlich nicht, sondern es beschäftigt euch, wenn auch auf eine sehr eigenwillige Art, für ein paar Stunden und versucht in den einzelnen Aufgaben ständig Abwechslung zu bieten! Was mir während dem Spielen auffiel und das muss ich einfach loswerden, war der permanente Eindruck, ich spiele hier kein Spiel für Erwachsene, sondern ein Lernspiel für Kinder. Die ruhige Musik, die etwas comichaften Figuren und Landschaften, das Niveau der Rätsel und generell die ganze Aufmachung wirken einfach so, als sei das Debütwerk von Colibri Games für Eltern entwickelt worden, die ihr Kind während einer zu langen Autofahrt zwar stillhalten, aber es mit dem typischen anderen Handheldspielen nicht verdummen lassen wollen. Und tatsächlich! Das Spiel kam nicht nur für den PC und den Mac heraus, sondern auch für das weitaus mobilere iPad und ist gerade in Produktion für den Android. Vielleicht riecht meine Nase schlussendlich doch noch eine mögliche Verschwörung!

Also nochmal für alle, die sich nur die Einleitung und das Resümee durchlesen und den ganzen restlichen Quark, den ich von mir gebe, gekonnt ignorieren:
The tiny bang theory ... ach Mist, ich meinte natürlich story, ist (ironischerweise) ein Spiel ohne wirkliche Geschichte, ohne Charaktere, ohne Action, ohne großen mentalen Anspruch. Eine Sammlung von Minigames, bei denen man bedingt seinen Kopf anstrengen muss. Aber trotzdem hat es ein gewisses Etwas...

santi