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17. August 2012

Mystery Science Theater 3000: The Movie

Eigentlich wollte ich ein anderes Review (Prometheus - Dunkle Zeichen), welches bereits fertiggeschrieben ist und in den Startlöchern steht, hochladen. Aber ein guter Freund von mir bat mich einen anderen Film vorzustellen. Einen Film, den nur sehr wenige Leute außerhalb des englischen Sprachraumes kennen. Was ich sehr schade finde, denn gerade die deutsche Synchronisation von diesem Streifen ist grandios und an Genialität und Humor eigentlich nur noch von Monthy Python zu übertreffen. Der Stil erinnert sogar stark an die britische Komikergruppe und die Idee ist so absurd wie einzigartig, dass sie eigentlich auch von ihnen hätte sein können. Und ja, da ich bald für einen Monat nach Thailand reisen werde, motivierte ich mich dazu, diesen Leserwunsch vorher noch zu erfüllen. Also hier ist der Artikel, zu einem der lustigsten Filme, die je gedreht wurden: Mystery Science Theater 3000: The Movie!!!




Wie euch sicher auffällt, steht hinter dem Titel das Nomen "Movie". Dies lässt sich schlicht dadurch erklären, dass es sich zu Beginn bei Mystery Science Theater 3000 um eine amerikanische Science Fiction-Fernsehserie handelte. In dieser Serie geht es um Filme. JA, um Filme. Aber ich beginne lieber bei der Hintergrundgeschichte.

In einem unbekannten Jahr, aber wahrscheinlich in den nahen Zukunft, arbeitet die männliche Reinigungskraft Joel in einem Raketensilo oder Weltraumbahnhof oder so etwas in der Art. Seine Chefs sind die verrückten Wissenschaftler Dr. Forrester und Dr. Erhardt. Diese beiden Herren planen nun die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie den schlechtesten Film aller Zeiten finden und ihn global der Menschheit vorspielen, damit diese so sehr verdummt, dass sie sich dann gemütlich selbst zu Königen krönen können. Diese Idee ist natürlich total an den Haaren herbeigezogen und soll den Wahnsinn der beiden Wissenschaftler verdeutlichen. Während sie nun stetig immer schlechtere Filme suchen, brauchen sie natürlich ein Versuchskaninchen, um sie an eben diesen zu testen. Also kidnappen sie prompt die Reinigungskraft Joel und schießen ihn mit einer interstellaren Rakete ins Weltall, wo er auf ihrer geheimen Raumstation verweilen muss. Diese Raumstation dient auch als Filmlabor und hat sogar einen integrierten Kinosaal. "Warum ins Weltall?", fragt ihr euch. "Auch wieder, um den Wahnsinn der Wissenschaftler zu untermauern?". Nein, ihr Dumpfnasen! Dies hat sogar einen logischen und sehr nachvollziehbaren Grund. Denn Joel darf nicht fliehen! Und was würde passieren, wenn er versucht, im Weltall zu fliehen? Genau: Sudden Death! Ist doch vollkommen logisch... "Verrücktheit der Wissenschaftler", so ein Blödsinn...

Auf dieser Raumstation fühlt sich unser Joel leider sehr einsam und baut sich aus Raumschiffteilen vier Robotergefährten: den wahnsinnigen Crow, den sprechenden Kaugummiautomaten Tom Servo, die Gehilfin Gypsy und den Kamera"mann" Cambot. Letzterer ist für die Kamera an Bord zuständig, da ja sonst die Zuseher vor dem Fernseher die Serie nicht mitverfolgen könnten, und die ersten Beiden genießen zusammen mit Joel die Filme, die ihnen von Dr. Erhardt und Dr. Forrester vorgesetzt werden. Während sie sich diese "Kackstreifen" nun ansehen, schieben sie alle möglichen Kommentare und Witze. Diese Witze reichen vom vulgären Fäkalhumor bis hin zu Anspielungen auf Politik und Kultur.

Und das ist die ganze Serie: man sieht einem Menschen und zwei Robotern dabei zu, wie sie sich einen Film ansehen und Witze drüber machen! O_O Das ist doch die geilste Filmidee ever! Anderen dabei zusehen, wie sie sich einen Film anschauen. Das könnte man ideal auch auf Spiele adaptieren. World of Warcraft Simulator: du bist ein Mensch, Anfang 20, sitzt ganze Zeit nur vorm PC und spielst WoW. Und als echter Spieler schaust du ihm die ganze Zeit nur dabei zu! Also ich finde die Idee brillant.


 Tom, Mike und Crow sehen sich den Film 
"Metaluna 4 antwortet nicht" an.


In der Serie, welche 11 Jahre lang produziert wurde und fast 200 Folgen aufweisen kann, gab es ständig einen Wechsel des Casts. So kommt es, dass in dem Film Mystery Science Theater 3000: The Movie es nur einen einzigen Bösewicht, nämlich Dr. Forrester, gibt und die Reinigungskraft Joel durch den Leihmechaniker Mike ersetzt wurde. Eine zentrale Frage dieses Franchise bleibt auch lange nach Einstellung der Serie erhalten und diese Frage wird mir oft gestellt, wenn ich von diesem Film schwärme. Warum ist diese Serie bzw. der Film dann so unbekannt und erhielt relativ wenig Aufmerksamkeit? Ja, das stimmt schon. Die Serie hatte keine breite Popularität, sondern eine kleine, eingefleischte Fanbase. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig.

Nun, zum einen ist die Serie nie wirklich groß vermarktet worden. Konnte sie auch nicht, da sie nie Lizenzen von den Produktionsfirmen der Filme erhalten hat. Dieses erste Problem geht Hand-in-Hand mit dem zweiten Problem, dass die meisten verarschten Filme sehr unbekannt (die meisten kommen aus den 50ern und 60ern) und die Lizenzen dafür sehr billig waren. Teurere konnte man sich nicht leisten. Dadurch, dass die Zuseher die gezeigten Filme nicht kannten, sanken natürlich die Quoten. Hat man nun eine etwas kostenspieligere Lizenz erhaschen können, so lief diese nach einem gewissen Zeitraum wieder ab. Dies führte dazu, dass manche Episoden von Mystery Science Theater 3000 in all den Jahren nur ein einziges Mal (!) ausgestrahlt worden sind und so Wiederholungen im Fernsehen sehr erschwerte. Diese Episoden durften dann auch nicht auf DVD gebrannt und verkauft werden. Tatsächlich versuchten die Macher der Serie ihre Fanbase zu motivieren, die auf VHS (die Serie spielte noch in den 80ern und 90ern; DVD war höchsten erst in Entwicklung) aufgenommenen Folgen zu vervielfältigen und weiterzugeben oder gar zu verschenken. Sie spornten ihre Anhänger zu Piraterie förmlich an, was die Industrie damals tatsächlich noch gar nicht wirklich kannte und deshalb relativ lange einfach ignorierte.

Ein weiterer Grund ist die Sprachbarriere. Denn viele Witze in der Serie und in dem Film sind für amerikanische Zuseher gedacht. Warum jetzt der Politiker, dieser Sportler oder diese Fernsehmoderatorin auf die Schippe genommen werden, interessiert einen Deutschen oder einen Briten ja gar nicht. Geschweige denn, würden sie diese Anspielungen verstehen. Die Serie ist nie auf Deutsch synchronisiert worden und wenn ich mir eine Episode auf Englisch ansehe, finde ich diese kotzlangweilig, weil mir eben die kulturellen Bezüge zu dem US-Amerika der 90er fehlt. Eine potenzielle Übersetzung müsste daher mit vollkommen neuen Skripten überarbeitet werden, was für das Vermarktungsteam ebenfalls zu viele Kosten und Aufwand dargestellt hätte. Ich verstehe diesen Schritt auch! Das Budget der Serie und des Filmes war stets am Abgrund ins Nichts. Herrgott, man sieht Silouetten vor einer Leinwand und benutzt zum Großteil bereits gedrehtes Material von anderen Filmen. Das ist doch Beweis genug, dass die nicht viel Geld hatten!  Das Intro ist genauso dilletant, wenn auch bewusst so gewählt, produziert und man kann eindeutig erkennen, dass es sich um Pappmaché handelt. Einzig der Film wurde mit eigenen, auf die deutsche Popkultur zugeschnittenen Witzen und Texten synchronisiert. Einige Bezüge werden wiederrum einem Österreicher wenig sagen.

Mystery Science Theater 3000 hatte bei uns leider nie eine wirkliche Chance und wurde damals in den USA total unterschätzt, was halt leider zur Einstellung der Serie führte. Aber nun gut, nichts hält für die Ewigkeit. Es ist eigentlich eh schon ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten haben. Eines der Ergebnisse diese Durchhaltevermögens ist Mystery Science Theater 3000: The Movie und bleibt als Relikt einer vergangenen Zeit, in welcher man noch wert auf intelligenten Humor und kreative Filmideen setzte, zurück. Sich diesen Film anzuschauen ist nicht nur ein Erlebnis für die Lachmuskeln, sondern auch eine kleine Retro-Zeitreise in die Vergangenheit.

santi

1. August 2012

The Legend of Korra: Air

Hasst ihr diese inoffizielle Pause in den Sommerferien nicht auch so sehr wie ich? Nein, nein, ich meine nicht die Uni-Ferien, keine Sorge, sondern die Pausen der Fernsehserien. Und zwar fast alle auf einmal. Man könnte sogar meinen, sie praktizieren das mit Absprache im Kollektiv. Ich rieche Verschwörung!-_- Worüber soll ich nun schreiben? Viel wichtiger: was soll ich jetzt fernschauen in den Ferien??? Zum Glück empfahl mir ein Freund, den Anime The Legend of Korra anzusehen. Dieser Anime bzw. Cartoon (als Animes werden üblicherweise ja nur japanische Produktionen bezeichnet) aus Amerika ist die Fortsetzung der grandiosen Zeichentrickserie Avatar: The last Airbender. Und Fanboys wie wir beide nun mal sind, wusste er genau, dass er damit bei mir vollkommen ins Schwarze trifft!




Die Hintergrundgeschichte ist eigentlich schnell erzählt. Menschen leben in einer uns relativ ähnlichen Welt zu Beginn der industriellen Revolution. Zwar gibt es ein paar frei erfunden und sehr fantasievoll gestaltete Lebewesen, im Kern bleibt die Ähnlichkeit zu unserer Realität dennoch vorhanden. Jedoch sind einige Menschen in der Lage, die klassischen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft zu "bändigen". Also quasi zu steuern. Der eine kann herumfliegen, der andere Feuerbälle schießen und ein anderer wiederrum eine Steinwand aus dem Boden hervorheben. Diese Fähigkeit beschränkt sich bei jeder betroffenen Person immer nur auf ein bestimmtes Element und ist immens davon abhängig, was für Menschen bzw. Bändiger ihre Eltern sind. Parallel daneben gibt es einen Avatar-Zyklus. Dies bedeutet, es gibt immer eine Person, den "Avatar", dem es möglich ist alle Elemente auf einmal zu kontrollieren. Stirbt diese Person, wird ein neuer Avatar geboren. Diese Personen werden nicht zufällig von der Natur ausgewählt, sondern anhand deren Geburtselements selektiert. Wenn der vorige Avatar von Geburt an ein Wasserbändiger war, wird der nächste ein Erdbändiger werden. Der nachfolgende Avatar kommt dann aus einer Familie der Feuerbändiger, der danach von den luftigeren Leuten und schlussendlich kommt wieder ein Wasserbändiger dran. Simple as shit, sagte ich doch.

Die Basis der eigentlichen Geschichte sind aber die mit diesem Bändiger-Phänomen einhergehenden Turbulenzen innerhalb der Bevölkerung. In der ersten Serie The last Airbender war das Hauptproblem ein Krieg zwischen der Feuernation und allen anderen. Feuer ist halt auch das aggressivste von den Elementen. In der neuen Serie liegt der Schwerpunkt auf einer viel sozio-politischeren Ebene. Manche Bändiger haben sich zu kriminellen Organisationen mit Mafiastrukturen zusammengeschlossen, um Nicht-Bändiger gezielt zu erpressen und auszunützen. Aufgrund dessen, dass sie keine Elementfähigkeiten besitzen, können die sich ja eh nicht wehren. Andere Elementbeherrscher kommen dagegen gut mit normalen Menschen aus. Ein Konzil von Bändiger und Politikern versucht in der neuen Hauptstadt Republic City ein soziales Gleichgewicht und ein faires, friedliches Zusammenleben zwischen Bändigern und normalen Menschen herzustellen. Dies klappt manchmal mehr, manchmal weniger.

Im Zuge der scheinbaren Unterdrückung der Elementbändiger entsteht eine Rebellengruppe aus Nicht-Bändigern. Diese sieht es als Aufgabe, sich von den Ketten der faschistischen Unterdrückung zu befreien und alle Menschen gleich zu machen. Klingt gar nicht so schlecht. Gleiche Rechte für alle. Diese Rebellen verüben nun guerillaähnliche Angriffe auf jeden Elementnutzer (zu Beginn meist nur hochrangige Kriminelle), ungeachtet der Tatsache, ob diese Menschen eigentlich "gut" oder "böse" sind. Ja, ich weiß, aber in dieser Serie für Kinder bleibt einfach kein Raum für Details und es muss zwischen "Schwarz" und "Weiß" pauschalisiert werden. Der Anführer dieser Gruppe ("Amon" genannt) ist, obwohl seine Ambitionen lobenswert zu sein scheinen, der Gegenspieler des Avatars Korra, welche eine friedliche Balance zwischen allen Parteien anstrebt. Er ist auch in der Lage, den Bändigern ihre Fähigkeit zur Elementbeherrschung zu nehmen. Wie er das genau macht, weiß keiner. Nicht einmal seine engsten Vertrauten. Und Gegenspieler deshalb, da die Rebellen im Laufe der Zeit immer dreister und quasi zu Terroristen werden, und ähnlich unterdrückerische, auf Angst basierende Methoden, um ihre Ziele zu realisieren, wie die kriminellen Bändiger entwickeln, die sie am Anfang bekämpfen wollten. Sie zwingen den Menschen die "Gleichberechtigung" förmlich auf und berauben sie nicht nur ihren Fähigkeit, sondern in vielen Fällen dementsprechend auch ihren Identitäten. Im Grunde ist es also dieselbe Geschichte wie vorhin, nur dass Jäger und Gejagte die Rollen getauscht haben. Mehr mag ich euch nun auch nicht verraten, sonst beraube ich euch noch des Genusses, diese Serie zu schauen.



Der visuelle Stil wurde im Grunde beibehalten, 
aber deutlich verfeinert und an HD-Fernsehen angepasst.


Zwischen Avatar: The last Airbender und The Legend of Korra liegen viele Jahre, Jahrzehnte. Ist ja auch logisch, immerhin muss Avatar Aang gestorben sein, damit der neue Avatar Korra geboren werden konnte. Da nun so viele Jahre vergangen sind, kommen ergo auch keine altbekannten Charaktere mehr in der Neuauflage vor und es werden "eine Menge" neue Charaktere vorgestellt. Diese Auffrischung kann man nun positiv und negativ auffassen, je nachdem, wie sehr man an den alten Charakteren gehangen ist. Ich persönlich bin hier recht zwiegespalten, besonders was den neuen Avatar betrifft. Auf der einen Seite entnervte mich Aang in der ersten Serie, da er so ein typisches Good-Guy-Syndrom verinnerlichte. Korra jedoch nicht. Sie versucht, das, was sie will, zu erreichen, sei es mit einer kleinen Portion aggressivem Nachdruck. Auf der anderen Seite agieren Charaktere in Film und Fernsehen oft vollkommen naiv und realitätsfern. Vielleicht sehe ich die Welt auch ein bisschen anders oder bin einfach zynisch geworden, aber die Probleme, die Drehbuchcharaktere manchmal habe... auweia. Und "Eine Menge" deshalb, da ich mir eigentlich schon mehr Personen erwartet habe. So wirkt es aber ein bisschen wie pure Geldmacherei. "Schreiben wir mal schnell eine kurze Handlung und stereotype Charaktere. Voila! Neue Serie!!" Und schon fließt das Geld.

Gelegentlich gibt es aber Rückblenden, in welchen man die alten Charaktere zu Gesicht bekommt. Aus meiner Sicht ein guter Schritt, aber es wirkt doch wie ein kleiner Lückenfühler, da einfach die ein oder andere Persönlichkeit mehr in der Serie fehlt. Oder die ein oder andere besser ausgebaut werden hätte können. Missfallen hegte ich auch gegenüber der Charakterentwicklung, was aber wahrscheinlich daran lag, dass ich bislang nur die erste Staffel "Luft" gesehen habe. Selbst in der Vorgängerserie waren die Charaktere zu diesem Zeitpunkt mit tieferen Persönlichkeiten versetzt und man hat viel mehr auf den Fortschritt der Handlung als auf Unterhaltung wertgelegt. Aber ich darf mir nichts vormachen, die Serie ist einfach für unter 16-Jährige geschrieben und baut auf Schubladendenken auf. Hier der Böse, da der Gute. Zwischendurch gibt es noch eine kleine Teenager-Romanze (die Hauptcharaktere befinden sich in der Pubertät) und ausgetrockneten Slapstick-Humor. Diese Aspekte werden aber durch die facettenreiche und durchaus ansprechende, interessante Rahmenhandlung wettgemacht, da man diese durchaus auch auf reale Probleme 1 zu 1 abgelegen kann.

Auch hat mir die Einteilung in 3 Staffeln gefallen, welche wieder von jeweils einem Element geprägt werden. In der ersten Serie wurden die drei Staffeln in Wasser, Erde und Feuer eingeteilt, je nachdem, welches Element der Avatar gerade versucht zu erlernen. Dieses Design wurde zum Glück übernommen, wodurch eine abgeschlossene Geschichte zu erwarten ist und nicht eine Endlosproduktion in Gang kommt. Animes tun das nämlich viel zu gerne.

Nach meiner harschen Kritik denkt ihr sicher alle, mir hat die erste Staffel von The Legend of Korra nicht gefallen. Dies liegt aber zum Großteil daran, dass ich durch das grandiose Finale von The last Airbender viel zu verwöhnt bin und wieder so berieselt werden will, und, dass ich wahrscheinlich nicht ganz das Zielpublikum der Produzenten bin. Meine Erwartungen sind einfach viel zu hoch gewesen und bei zweimaligem Nachdenken würde ich The Legend of Korra sogar als besser bezeichnen. Das Kernproblem der Fortsetzung ist tatsächlich der geringe Zeitraum. Es gibt viel zu viele personelle Konflikte zwischen den Charakteren und zu viele Handlungsstrenge, sodass die einzelnen Leute nie wirklich beleuchtet werden können. Die erste Staffel hat 12 Folgen. Im Vergleich dazu hatte die erste Staffel der Vorgängerserie 20 Folgen mit gleicher Episodenlänge. Ja kein Wunder, dass mir hier die Entwicklung der Charaktere abging. Die liebevoll entworfene Welt samt allen Landschaften und Orten wurde ebenfalls auf eine einzige Stadt reduziert. Der diesbezügliche Höhepunkt, welcher schlussendlich meine Hypothese bestätigt, ist das Finale der Staffel. In The last Airbender gab es Cliffhanger, hier aber nicht. Es gab zwar einen gewissen Abschluss, aber es lagen immer noch Spannungen in der Luft und Probleme am Horizont. Hier wird 2 Minuten, ich verarsch euch nicht, 2 Minuten (!!!) vor dem Abspann auf einmal alles wieder gut. Die Welt ist heil. Sie hatten ernsthaft nicht mehr als 2 Minuten Zeit, um ein gescheites Finale einzubauen? Seriously?! Bis hier wies die Serie schwache Charaktere und gutes Storytelling auf, aber das Ende... DIESES Ende kam viel zu abrupt!

Dennoch gefiel mir die erste Staffel recht gut und ich freue mich schon auf die nächste Staffel "Spirits". Hier hätte ich eigentlich "Fire" oder "Earth" im Namen erwartet. Nun hege ich die Angst, dass sie es doch wieder länger als drei Staffeln machen werden. Aber gut, was soll's, habe ich mehr zum Sehen nachher. Bleibt mir nur zu warten, Tee zu trinken und zu hoffen. Hoffen darauf, dass die anderen Staffeln die Charaktere besser bzw. überhaupt neue Charaktere vorstellt. Zu blöd nur, dass ich die erste Staffel nach drei Tagen durchgeschaut habe. Jetzt stehe ich vor demselben Problem wie vor einigen Wochen schon. Kennt sonst noch irgendjemand interessante Serien?

santi