17. Mai 2012

The Avengers - Teil 2: Iron Man

Dann komme ich mal zu dem zweiten Teil meines Avenger-Abenteuers. Obwohl dies eine sehr zweideutige Aussage ist, da der erste Marvel Studios Film zu Iron Man aus dem Jahre 2008 der Erste zu der Avengers-Reihe war und Der unglaubliche Hulk ein paar Monate später veröffentlicht wurde. Aber die genaue Reihenfolge ist für mein Vorhaben ja nicht sonderlich auschlaggebend, solange der eigentliche Avengers-Film zum Schluss kommt. An den Film Iron Man werde ich aber wieder etwas analytischer herangehen, da mir der Superheld an sich eher weniger zusagt.





Tony Stark ist der Erbe von Howard Stark, einem technologisch versierten, reichen Unternehmer. Dieser gründete unter dem Vorwand, den Frieden bewahren zu wollen, die Waffendesign- und -herstellungsfirma Stark Industries. Als Howard stirbt, übernimmt sein überdurchschnittlich intelligenter, aber auch immens egozentrischer und narzisstischer Sohn die Chefetage und entwickelt immer effektivere Waffen für das U.S.Militär. Nach einer erfolgreichen Vorführung eines neuen Prototyps in Afghanistan wird sein Konvoi von Terroristen angegriffen und mit seinen eigenen, von den Terroristen gestohlenen Waffen eliminiert. Bei diesem Überfall wird er lebensgefährlich von einer Splittergranate seiner Firma getroffen. Die Splitter dieser Granate (oder Rakete; bin mir gerade nicht mehr sicher) durchdringen Starks Haut und gelangen so in seine Blutbahnen, wo sie sich langsam auf den Weg Richtung Herz machen. Dies würde ihn natürlich töten. Ohnmächtig wird er von den Terroristen gefangen genommen und in deren Arrestzelle von einem ebenfalls inhaftierten, aber verbündeten Amateurarzt wieder zusammengeflickt. Dieser hat ihm direkt über dem Herzen einen kleinen Elektromagneten, welcher sich selber mit Energie versorgen kann, eingebaut, damit die Metallsplitter nicht in sein Herz eindringen können. Mit dem Versprechen, ihn am Leben zu lassen, wenn er den Terroristen Waffen herstellt, baut Stark nun in seinem Gefängnis insgeheim aber an einem Kampfanzug, um aus seinem Martyrium fliehen zu können. Die spektakuläre Flucht gelingt ihm erfolgreich, diese erste Version seines Anzuges wird aber dabei leider zu sehr in Mitleidenschaft gezogen und muss von ihm zurückgelassen werden. Wieder zuhause ange- und dem Tod so knapp entkommen zu sein, wendet sich Stark von nun an der Waffenherstellung und dessen Verkauf ab, und entschließt sich, ein Philanthrop zu sein. Friede sei auch anders erreichbar. Er feilt weiters an der Fertigung seines Kampfanzuges, welche er im Laufe der beiden Filme perfektioniert. Von nun an ist er besser bekannt als Iron Man.

Herausstechendstes Merkmal der beiden Filme ist wohl die Figur Iron Man alias Tony Stark an sich. Denn im Grunde gibt es nur Tony Stark. Iron Man besitzt keine Persönlichkeit. Er ist kein Inkognito, kein Alter Ego. Tony Stark gibt sich öffentlich als Iron Man zu erkennen und lässt sich dementsprechend groß feiern. Er ist ein selbstverliebter Playboy mit leichtem Hang zum Alkoholismus, der es liebt im Rampenlicht zu stehen. Vielleicht gefällt mir deshalb dieser Superheld nicht so sehr, da ich so ein Verhalten eher abstoßend als ansprechend finde. Mir geht Tony Stark auf die Nerven. Diese Ansicht liegt aber auf der Spitze eines zweischneidigen Schwertes, denn der Darsteller von Iron Man, Robert Downey Jr., spielt diese Rolle, als sei er so geboren worden. Von der ersten bis zur letzten Minute zweifelt niemand daran, dass man den Namen Tony Stark nicht einfach durch den Namen Robert Downey Jr. austauschen könnte. Er ist eins zu eins Tony Stark. Er spielt diese Rolle perfekt. Er verinnerlicht sie förmlich! Dieses Faktum macht nicht nur den Film, sondern auch den Hauptcharakter um einiges sympathischer, obwohl er eigentlich ein vollkommen selbstgerechter Asi ist. Dass Robert dies geschafft hat, verlangt eigentlich nach einer Auszeichnung für ihn. Hinzu kommt außerdem noch der Humor und die Selbstironie des Filmes. Denn von allen Vorgängerfilmen zu The Avengers sind die Beiden Iron Man-Teile wohl die lockersten und lustigsten, was ein großer Pluspunkt ist.

Die Idee, zwei Filme zu drehen, ging ebenfalls vollkommen auf. So ist Robert Dow.... , ähm ich meine Tony Stark, im ersten Film noch damit beschäftigt, dieser neue Superheld zu werden, und im zweiten Film tritt erst die Realisierung dieses Prozesses in Gang. Erst im zweiten Teil wird ihm klar, was für Potenzial seine Rolle für das allgemeine Wohl hat und welche Verpflichtungen dieses mit sich bringt. Es braucht einfach zwei Filme, um diese psychologische Entwicklung zu vollziehen. Darin liegt auch der Fokus der gesamten Avenger-Reihe: die Helden zu diesem einen bestimmten Punkt bringen, an welchem sie endlich qualifiziert dafür sind, sich gegenseitig kennenzulernen und zusammenzuarbeiten. Gegen welche Schurken Iron Man in seinen Filmen zu kämpfen hat, ist eigentlich Pipifax und irrelevant für das Gesamtbild. Die Nebendarsteller samt ihrer Figuren treten genauso in den Hintergrund. Wenn ihr euch Iron Man und Iron Man 2 anseht, dann seht ihr eine One-Man-Show von Robert Downey Junior und wie er mit seiner Figur einen Wandel vollzieht. Man spürt richtig, dass Iron Man innerlich fast noch ein Kind ist, welches in Teil 1 ein neues Spielzeug findet und in Teil 2 dann doch noch halbwegs erwachsen und verantwortungsbewusst wird, trotzdem seinen Witz nie verliert. Und genau DAS ist es, was diese Filme sehenswert und wohl zu den Besten der Vorgängerfilme von The Avengers macht! Die Spezialeffekte und die Optik der beiden Titel sind zwar ganz schick, aber die gehen in der Präsenz des Superhelden und seines Darstellers vollkommen auf der Leinwand unter. Dies, wie vorhin bereits angedeutet, ist die größte Schwäche, aber sogleich auch die größte Stärke von Iron Man, sowohl von den Filmen, wie auch von der fiktiven Figur.

santi

16. Mai 2012

The Avengers - Teil 1: Hulk

Im Zuge meines Kinobesuch von Marvels "The Avengers" wollte ich wie immer ein Review zu meinen Impressionen des Filmes schreiben. Meine Begleitung sah es jedoch als Sakrileg an, wenn ich über diesen Film schreibe, aber nicht über die Vorgänger, welche zu dem Zusammentreffen der Helden und schlussendlich zu dem kolossalen Klimax führen. Nun gut, da ich ja Bitten liebendgerne entgegennehme, da sie auf großes Interesse an meinen Blog hinweisen, beginne ich diese Woche mit einem Avengers-Marathon. Bis Sonntag werde ich jeden Tag einen neuen Superhelden beleuchten. Den Anfang macht sogleich mein ganz besonderer Liebling, der Hulk!!!



Hulk in Szene zu setzen ist nun nicht so leicht. Er ist schließlich auch ein drei Meter großer, muskelbepackter, wieselflinker Chaosstifter. Einen geeigneten Schauspieler dafür gibt es nicht, da ein grün angemalter Bodybuilder die Furiosität hinter dieser Kreatur nicht übermitteln kann und daher vom Publikum nicht akzeptiert wird. Freilich gab es schon vorher einige Film über das grüne Monster, aber erst die CGI-Technologie konnte diese Comicfigur "realistisch" und comicnahe erschaffen. Den ersten Versuch unternahm man mit dem Film Hulk aus dem Jahr 2003. Nicht gerade der einfallsreichste Titel, aber er bringt die Thematik zumindest auf den Punkt. In diesem Streifen wird geschildert, wie der Nuklearphysiker Bruce Banner durch einen Radioaktivitätsunfall eigentlich zu seinem Alter Ego Hulk geworden ist und wie Ersterer damit umgeht. Der Hauptdarsteller Eric Bana (Troja, Black Hawk Down) war sich seiner Vorreiterrolle innerhalb dieses Filmes, neben Spiderman und X-Men, mit dieser neuartigen Darstellungsmöglichkeit von Superhelden durchaus bewusst und bringt die zerstörerische Natur des Giganten, sowie die fast schon weinerliche Schwächlichkeit des menschlichen Gegenstückes, hervorragend rüber und scheint sichtlich Spaß daran gehabt zu haben. Einzig grobes Manko des Filmes war sein zu großes Verlangen, eine Comicumsetzung zu sein, wurden doch, stellenweise übertrieben häufig, verschiedene Kameraeinstellungen auf einmal, über- und nebeneinander gezeigt, um den Eindruck zu vermitteln, man betrachte wirklich gerade die Seite eines Comicbuches.

Anders macht dies der Versuch von den Marvel Studios höchstpersönlich, welche im Jahr 2008 erneut einen Film (Der unglaubliche Hulk) über diesen Superhelden produzierten. In dieser Neuinterpretation wird die (fast) gesamte Geschichte von Bruce Banner wesentlich erwachsener erzählt. Man wollte nicht den Eindruck erzeugen, Bruce sei ein Schwächling und Hulk sei seine Möglichkeit, stark zu sein. Nein, man wollte viel mehr die Perspektive vermitteln, dass Bruce ein ganz normaler Mensch ist, der genauso soziale Probleme wie jede andere Person auf diesem Planeten hat. Leider wurde diesbezüglich ein bisschen gepfuscht, da diese typische 0815 Highschoolstory, wie sie es auch schon im Jahr 2003 gab, erneut aufgegriffen und Basis der Handlung wurde. Den Unfallhergang, wie der Hulk entstanden ist, wurde gänzlich eingespart.
Bruce wird ab und zu zum Monster Hulk; dass Militär will diese Mutation technologisch als Waffe einsetzen, um Supersoldaten zu erschaffen; die Frau, in welche Bruce verliebt ist, war nicht nur seine Laborpartnerin, sondern ist auch gleichzeitig die Tochter des Generals, welcher den Hulk jagt und einsperren will; deshalb will dieser seine Tochter nicht mehr in die Nähe von Bruce/Hulk lassen; woraufhin dieser noch wütender wird; ... ja bla, den Rest könnt ihr euch eh denken. Nun ist Der unglaubliche Hulk ein Mischmasch aus Fortsetzung des ersten Filmes, welcher eigentlich von einem anderen Studio produziert wurde, und eigenständiger Film, welcher die komplett gleiche Geschichte erzählt. Auch die Neubesetzung mit Edward Norton, welchen ich eigentlich sehr schätze, beurteile ich skepsisch, wenn nicht sogar negativ. Vielleicht wurde er für diese Rolle ausgewählt, da er in Fight Club, Primal Fear und The Score schon zeigte, dass er zwei Personen in sich vereinen und so eine Schizophrenie spielen kann, aber leider wirkt er hier fehl am Platz, weil er für die zweite Persönlichkeit keinen Platz für freie, individuelle Interpretation hat und somit nur auf Bruce Banner sitzen bleibt.

Inhaltlich können beide Filme also nicht mit großen Innovationen und Kreativität beeindrucken, wohl aber mit der Action. Wenn der Hulk auf Berserkermodus schaltet, beben sogar die Sitze im Kinosaal. Was mich zu einem anderen Aspekt bringt. Was ist so faszinierend an diesem Superhelden und warum mag ich ihn so? Im Grunde ist er ja nur eine übergroße, primitive Zerstörmaschine. Falsch! Hulk ist wesentlich vielschichtiger. Denn ihr müsst sehen, dass Hulk aufgrund seiner destruktiven Art eigentlich kein Superheld ist. Er ist ein sogenannter Antiheld. Es liegt nicht in seinem Interesse, Schwache und Unschuldige zu beschützen. Er ist wütend und will einfach die ganze Zeit etwas zum Kaputtschlagen haben. Bruce Banner ist der wahre Held hier! Nicht nur, dass er mit dieser Bürde, zum Hulk werden zu können, leben muss, er kann sich auch nicht der Verantwortung entziehen, diese Kraft zu kontrollieren. Er selber hat keine wirklichen Feinde, die ihn bedrohen oder ihm gefährlich werden könnten. Er selber ist seine größte Bedrohung. Er selber bringt die Menschen, die er gerne hat, in Gefahr. Der wahre, heldenhafte Akt liegt also darin, nicht zum Hulk zu mutieren!

Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt: Mutation. Viele Helden sind solche, weil sie eben diese sein wollen. Siehe Iron Man, Captain America, Spiderman, Dare Devil, The Punisher, Batman. Alle diese Persönlichkeiten haben eine Wahl. Hulk hingegen ist ein Unfall gewesen. Bruce will dieses Schicksal gar nicht für sich selber. Doch anders als alle anderen, die jederzeit untertauchen und Schluss machen könnten, hat er diese Option nicht. Einmal wieder wütend werden und zack, unleash the chaos! Er will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Doch die Menschen lassen ihn nicht in Ruhe, belästigen und bedrängen ihn, woraufhin die Plattmachorgie von vorne losgeht. Hulk ist kein Held, er ist eine biochemische Reaktion auf sein Umfeld. Menschen sind schei*e zu ihm, er revangiert sich entsprechend und ist schei*e zu ihnen zurück! Hulk zeigt den Menschen in einer sehr radikalen Weise ihre Fehler auf und wie asozial sie zueinander sind, und lässt sie dafür büßen. Er ist nicht nur ein Symbol für kleine Kinder, dass sich das Leben später an den bösen Mobbern rächen wird und man selber alles erreichen kann. Er ist, um es poetisch auszudrücken, Spiegel der Welt und Ruhepol, zugleich aber auch Gottes Zorn höchstpersönlich!

Bleibt nun noch die Frage offen, ob die Filme sehenswert sind. Denn wie ihr sicher bemerkt habt, bin ich auf die Filme nicht so sehr eingegangen, sondern habe viel mehr die Figur Hulk und Bruce Banner analysiert. Fakt ist nun mal, dass man auf diese Comicfigur stehen muss, um die Filme richtig genießen zu können, ansonsten sind sie nur visuel hübsche Actionfilme ohne viel Tiefgang, die sich in vielen Phasen der Handlung sogar ident sind.
santi

13. Mai 2012

God bless america

Ständig habt ihr mit dummen, asozialen und nervigen Leuten zu tun. Also bringt ihr euren Unmut über deren Unfähigkeit, Stupidität und Rücksichtlosigkeit verbal zum Ausdruck. Manchmal reicht dies leider nicht mehr und man wünscht sich sooo sehr, sie physisch belehren zu dürfen. In dem Film God bless america setzt die Hauptfigur Frank ihren Frust genau auf diese Weise um, da vieler seiner Kollegen, seiner Nachbarn und Menschen, die er im Fernsehen sieht, seiner Meinung nach keinen moralischen Anstand mehr besitzen und den Begriff "Zivilisation" vollkommen zweckentfremden, da offenbar niemand mehr daran interessiert ist, sich zivilisiert zu verhalten. Also holt er seine alte Militärpistole aus dem Schrank und beginnt seinen radikalen Feldzug der Belehrung.




Zu Beginn des Filmes ist Frank einfach nur ein frustrierter und zynischer Mensch, dem der Großteil seiner Mitmenschen am Nerv geht. Er sieht es als fast schon vollkommen unmöglich an, sich intelligent mit anderen Personen unterhalten zu können, da diese keine eigene Meinung mehr besitzen, sondern nur noch das, was sie im Fernsehen hören und sehen, kopieren. Als Frank dann zusätzlich noch vom Leben an der Nase herumgeführt wird, indem er erfährt, dass er einen nicht-entfernbaren Gehirntumor besitzt, entschließt er sich zunächst dafür, einem verwöhnten und arroganten Mädchen (ala Jersey Shore, The Hills oder Laguna Beach) und daraufhin sich selber das Leben zu nehmen. Er wird jedoch von der aufgeweckten Roxy daran gehindert, welche ihm auch eine neue Perspektive offenbart: warum jetzt aufhören, wenn es doch noch so viele andere Menschen gibt, die es verdient haben zu sterben und ohne deren Existenz die Welt besser dran wäre? Ab diesem Zeitpunkt begeben sich Frank und Roxy gemeinsam auf eine Reise, in deren Verlauf die selbsternannten Richter und Henker einige Menschen privat und andere wiederrum öffentlich liquidieren, um schlussendlich an ihrem Ziel, America's Idol, dem größten Pool an Idioten, den sie sich vorstellen können, anzukommen.

Herausstechend in dem Film ist vorallem die Darbietung von Joel Murray als Frank. Seine immens fein ausgearbeitete und sympathische Interpretation der Figur, sowie deren Darstellung, geben God bless america einen ganz eigenen Charme und heben diesen auch gleichzeitig auf eine Niveauebene höher. Umso enttäuschender war daher meine Beobachtung, zu sehen, dass der Hauptcharakter und seine Komplizin sich leider nur sehr wenig weiterentwickeln und der Film eher nur von der Selektion potenzieller Todeskanditen lebt. Von Anfang an zynisch, frustiert und gelangweilt vom Leben, bleiben Franks und Roxys Ansichten während dem ganzen Schauspiel konstant gleich, und niemals hinterfragen sie ihre eigenen Handlungen. *spoileralarm* Einzige Ausnahme wäre die Hinrichtungsszene eines TV-Moderators, in welcher Frank seinem Opfer zu erklären versucht, dass er nichts gegen seine politische Einstellung hat, sondern es nur unangebracht findet, wie abscheulich, unreif, stur, narzisstisch und blind eben dieser seine Meinung präsentiert und mit seinen Konversationspartnern redet und anderweitig interagiert.

God bless america macht im Grunde alles richtig, was einen sozialkritischen Film ausmacht. Und im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren, verpackt Bobcat Goldthwait diesen Film nicht als Dokumentation, sondern als einen Spielfilm im Stile einer schwarzen Komödie. Diese trägt, obwohl sie sehr unterhaltsam und auf eine schlaue Weise witzig ist, stets auch die Form eines politischen, gesellschaftlichen und satirischen Manifests, da neben "normalen" Reality TV-Stars und generell unhöflichen Menschen, auch politisch engagierte Personen mit vorwiegend republikanischen Tendenzen und leicht fanatische Religionsmitglieder des Christentums Opfer von Franks tödlichem Urteil werden. Die Botschaft des Filmes ist eindeutig: die Menschen sollen zum netten, höflichen und respektvollen Umgang miteinander bewegt werden. Leider wirkt er, speziell gegen Ende, aber auch ein bisschen moralpredigend, sodass seine Seriösität leicht ins Wanken kommt.

Gäbe es diesen selbstgerechten Aspekt des Filmes nicht und wäre die Erzählsequenz (im Grunde geht es die ganze Zeit ja nur um das Töten bestimmter Menschen) nicht so repetiv und einseitig, hätte God bless america durchaus das Potenzial für einen Kultfilm. Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Film, den man sich ruhig alleine, aber auch in einer größeren Gruppe anschauen kann, nicht nur weiter, sondern bezeichne ihn auch als einen der wenigen Geheimtipps des Jahres!

santi

10. Mai 2012

Syberia 2

Vergangenen Sommer kam ich in den Genuss, das Spiel Syberia zu entdecken und prompt durchzuspielen. Syberia ist ein klassisches Point-and-Click Abenteuer, welches mit immens starker Handlung und gelunger Atmosphäre besticht. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich mich auf den zweiten Teil sehr freute. Dieser wurde zwar schon vor acht Jahren (2004) veröffentlicht, aber leider kam ich seit Teil 1 nicht dazu, diesen zu zocken. Nun habe ich mir endlich die Zeit dafür genommen und kann stolz behaupten, ... dass ich sehr enttäuscht bin...





Nachdem der erste Teil bei mir enorm gepunktet hat, waren meine Erwartungen an die Fortsetzung dementsprechend hoch. Zu schade, dass diese nicht eingehalten wurden. Nur wo beginne ich nun mit meinem Kritikmassaker? Viele Sachen wären nämlich viel einfacher zu erklären, wenn ihr, liebe Leser_innen, den ersten Teil ebenfalls einmal gespielt haben solltet. Da ich mich darauf aber leider nicht verlassen kann, muss ich quasi nochmals den ersten Teil kurz anschneiden, um effektive Vergleiche ziehen zu können. Da ich aber ein extrem fauler Mensch bin und keine Lust habe, mich zu wiederholen, besonders dann nicht, wenn es sich um geschriebenen Text handelt (ja, es gibt auch mündlichen Text), verweise ich ganz dezent darauf, einfach die Suchfunktion zu verwenden und nach meinem Artikel zum ersten Teil zu suchen.

Habt ihr ihn gelesen? Gut! Falls nicht: ich gebe mein Bestes, aber bitte wundert euch nicht, wenn ich in meiner Rage essentielle Dinge vergesse.
Sodala, Syberia 2 knüpft nahtlos an das offene Ende des Vorgängers an, was darin bestand, dass unsere liebe Kate Walker zusammen mit dem Erben einer Spielzeug-/Maschinenbaufabrik aufbricht, um den spielnamesgebenden Ort "Syberia" zu finden. In Teil 1 ging es darum, diesen Erben (Hans Voralberg; ohne R) zu finden, in Teil 2 geht es nun darum, diese Reise fortzuführen. Die erste Station ist ein kleines Dorf mit einem überproportional großen Kloster am Rande der sibirischen Tundra. Warum auch immer dort jemand ein Kloster baut, bleibt leider unerklärt. Und hier auch schon mein erster Kritikpunkt: in dem Dorf laufen viel zu viele Menschen rum! What the f**k?! Die Atmosphäre des ersten Teiles der Serie bestach vor allem damit, dass nie irgendwo wirklich Menschen unterwegs waren. Natürlich gab es einige Interaktionspartner, aber im Hintergrund war stets alles vereinsamt und schon fast leblos. Und jetzt rennen auf einmal in einer der entlegensten Gegenden der Welt einfach mal so Menschen rum? Ernsthaft?!

Mit solchen Ungereimheiten spart das Spiel leider nicht. Bei vielen der Rätseln habe ich tatsächlich liebendgerne eine Komplettlösung geöffnet, weil für mich die Lösungen einfach logisch nicht ersichtlich waren. Ein Beispiel: damit ein Schatten, welcher einen Hinweis auf die Lokation eines gewissen Gegenstandes gibt, an die Wand geworfen wird, müsst ihr in ein kleines Loch in der Wand ein Dia setzen. Nun müsst ihr diese provisorische Linse noch fokussieren. Praktischerweise sind vier Schalter um dieses Loch in der Wand, warum auch immer. Betätigt man diese nun in einer bestimmten Reihenfolge (was man übrigens 2mal machen muss), verkleinert sich dieses Loch und das an die gegenüberliegende Wand projezierte Bild wird schärfer. Hinweise, in welcher Reihenfolge diese Schalter gedrückt werden sollen, gibt es leider nicht. Auch ein paar andere Schalterrätsel wurden mit dem selben Muster entworfen. Dieses Trial-and-Error Prinzip findet hier leider viel zu oft Verwendung.

Aber okay, darüber kann ich hinwegsehen, gäbe es nicht viel zu viele Logikfehler. Warum brauche ich ein vierbeiniges Tier, um dieses in einem Hamsterrad laufen zu lassen, damit sich eine Art Flaschenzug aktiviert, der mir ein Tor öffnet? Kann ich nicht einfach selber dieses Hamsterrad von außen mit meinen bloßen Händen drehen? Anscheinend nicht. -_- An einer anderen Stelle gab es übrigens wieder ein von mir sehr geschätztes Farbenrätsel. Wie ihr euch denken könnt, habe ich vor Freude meinen Laptop bis zum Systemabsturz geschüttelt und gerüttelt! Farbenrätsel... pack ich mein Leben. Apropos Augensicht: einige Objekte, mit welchen man interagieren kann und auch soll, gehen in der wunderschönen Bildkulisse vollkommen unter. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch einfach nicht aufmerksam genug. Aber dieses Farbenrätsel ist pure Diskriminierung und kann von mir nicht verziehen werden! >_<
 
Optisch schön anzusehen, läuft ihr noch fünfmal durch solche Bilder, 
bevor ihr etwas Nützliches entdeckt.

Ist man nun ganz im Norden der sibirischen Tundra angekommen, macht man sich per Schiff weiter auf den Weg zu dem Ort "Syberia". Irgendwie finde ich den Namen doch sehr ungünstig gewählt, da Verwechslungsgefahr mit der Region "Sibirien", in welcher man ganze Zeit unterwegs ist, besteht. Nach einer Weile auf See strandet man auf eisüberzogenem Land und wird fröhlich von Pinguinen empfangen. 
.... ja, Pinguine. 
.... im Norden von Sibirien. 
.... Pinguine.
.... im NORDEN von Sibirien.
Erkennt ihr, worauf ich hinaus will? Aber das Beste kommt ja gleich noch. Wartet kurz!

Erstmal noch zur Story. In Teil 1 ging es, wie vorhin bereits erwähnt, um die Auffindung von Hans Voralberg. Unterwegs traf man nun viele Leute, die ihn kannten und euch etwas über ihn erzählten. Detektivmäßig formte sich immer mehr ein Bild von diesem Gespenst, welches man ausfindig machen sollte, aber es nie wirklich gesehen oder gehört hat. Man wusste nicht einmal, ob der Typ überhaupt noch lebt! In Teil zwei wird man nun selber von einem solchen Gespenst verfolgt, da euer Arbeitgeber (bedingt durch Kate Walkers Job) euch natürlich wieder zurück nach Hause bringen will und im Zuge dessen einen echten Detektiv angeheuert hat, euch zu finden. In Cutscenes werden die Telefonate von eurem Boss mit diesem Detektiv gezeigt und wie ihr ihm quasi immer einen Schritt voraus seid. Kate Walker weiß aber nichts von diesem Detektiv, sondern nur der Spieler! Und auch dieser Aspekt stieß in mir negative Sympathie auf. Denn in Teil eins bleibt die Suche nach dem Unbekannten stets etwas Mysteriöses, ein Geheimnis, dem ich immer mehr und mehr auf die Spur komme. In Teil zwei weiß ich wiederrum immer, wer hinter mir her ist, wo diese Person ist, und ich weiß sogar, dass ich niemals mit dieser Person interagieren werde. Hier haben die Entwickler vollkommen künstliche Spannung erzeugt, welche nicht einmal spannend ist und die gesamte Atmosphäre des Spieles sogar entmystifiziert. Die immens schöne Märchenwelt aus dem Vorgänger existiert hier leider nicht mehr. Bravo, ihr habt grandios Sche**e gebaut! Oder vielleicht war es eh das, worauf die Entwickler hinauswollten. Bleibt halt nur die Frage offen, wieso.
Damit dies nicht schon genug ist, verzichtete man vollkommen auf die Weiterentwicklung der Hauptfigur, welche nun recht seelenlos ihr Dasein fristet, und baute stattdessen sogar zwei Ganoven ala Dick & Doof ein, die euch gehörig auf die Nerven gehen, mit der eigentlichen Handlung NICHTS am Hut haben und euch auf eurer Reise stets behindern. Also manche Design-Entscheidungen sind sehr fragwürdig.
Unter anderem auch, dass die Areale ausgebaut wurden. "Nun ja, das klingt ja eigentlich nicht so schlecht!", meint ihr? Doch, es ist schlecht. Denn viele dieser begehbaren Areale sind nur zum Durchlaufen da und haben keinen praktischen Nutzen. Zusammen mit dem euch verfolgendem Detektiv und dem Idioten-Duo Beavis und Butthead, hat dieser Aspekt des Designs nur eine einzige Funktion: das Spiel in die Länge zu ziehen. Generel kam es mir die ganze Zeit so vor, als sei Syberia 2 nie als eigenständiges Spiel gedacht gewesen, sondern nur ein Sammelsurium aus Ideen, welche in den ersten Teil nicht mehr eingebaut werden konnten. Dementsprechend verstehe ich auch nicht, warum das Spiel so hohe Wertungen erhalten hat.


Im Hintergrund lauern schon
die Pinguine des Todes!


Dem großen Finale näherkommend setzt man sich immer mehr von der menschlichen Zivilisation ab und schlussendlich auch von euren Verfolgern. Denn einen von diesen, Beavis bzw. Dick, lässt man auf dem Eisland bei den Pinguinen zurück. Wütend nimmt er eines der Pinguin-Eier, um es euch nachzuwerfen, und schon fallen die schwarzweißen Flatterviecher (schwarz und weiß, DAS sind tolle Farben, by the way) über den armen Kerl her, reißen ihm die Kleider vom Leib und die Cutscene endet damit, dass ihr seine Schreie hört. Denn was ihr bestimmt nicht geahnt habt, handelt sich hier offenbar um fleischfressende Pinguine! Jaaaa! Ich versprach euch doch, das Beste kommt zum Schluss! xD Fleischfressende Killerpinguine in der Arktis. Nicht schlecht, so baff war ich lange nicht mehr!

Nach dieser Lächerlichkeit erstmal kurz durchatmen. *uff*
Also, nun haben wir fleischfressende Pinguine, unlogische Rahmenbedingungen und Rätsel, auf der Stelle tretende Charaktere, künstliche Spannung, unnötige Überlänge, nervige und dumme Nebenfiguren. So schön und nachdenklich das Finale auch gedacht war, es hat einfach den Reiz verloren, dieses zu genießen, und ist leider sehr schwach ausgefallen. Das immens gute Ende von Syberia 1 erhält hier sogar einen leichten Knacks und wenn ihr im Moment nur den ersten Teil gespielt haben solltet, und euch dieser auch gefallen hat, dann belasst es bitte dabei. Denn wenn am Ende von Teil eins Kate endlich Hans findet und zusammen mit diesem ins endlose Ungewisse hinausfahrt, bleibt euch dieses Mysterium weiterhin erhalten. Dieses Mal habe ich meinen Artikel sehr emotional gehalten und mich von meiner gewohnten Seriösität abgewandt, aber ich musste meiner Enttäuschung einfach Luft machen.

santi

8. Mai 2012

Sticky Hand!

Im Moment kommt relativ wenig Neues auf meinem Blog. Dies liegt daran, da ich zurzeit viel zu viel zum Lernen habe. Ich sollte mich bei McDonalds bewerben, dann wäre mein Leben viel einfacher. -_- Obwohl nein, dann müsste ich ja in tatsächlichen Kontakt mit Menschen treten! Uiuiui, die Idee verwerfe ich wieder ganz schnell...
Wie dem auch sei, wollte ich euch wissen lassen, dass dieser Blog noch nicht tot am Boden liegt. Ganz im Gegenteil sogar! Denn ich werde euch einfach etwas Spaßiges vorstellen, womit ihr durchaus zwei Minuten eures Lebens verschwendet könnt. Aber glaubt mir, in diesen zwei Minuten seid ihr die glücklichste Person auf der Welt!

Nein, ich schicke euch nicht die Internetadresse für eine XXX-Seite. "Pfui!" jedem, der das geglaubt hat! Viel mehr teile ich euch einfach folgende Schritte mit:
1. Tippt oder kopiert in die URL-Leiste oben in eurem Browser die Internetseite www.astretchyhand.com ein.
2. Aktiviert, falls ihr ihn deaktiviert haben solltet, den Flashplayer.
3. Klickt in die rote Fläche (vielleicht müsst ihr hier dann ein bissen warten) und auf den anrollenden Ball.
4. Fuchtelt mit eurer Maus wild herum und habt für zwei Minuten die Zeit eures Lebens! (nach zwei Minuten wird es leider wieder langweilig. :-(   )

Viel Spaß!
santi