31. Mai 2012

Bunch of Heroes

Ach, wie ich Impulseinkäufe hasse. Sie haben mich schon zu oft Geld gekostet und sich doch nicht rentiert. Darum ist es mir umso wichtiger, hierüber einen Artikel zu schreiben, damit meine 2,50€ nicht ganz für die Katz' waren und andere Einfaltspinsel zu warnen. -_- Wovon ich rede? WOVON ICH REDE??? Das Spiel heißt Bunch of Heroes und ich kaufte es mir vor ein paar Wochen während einer Angebotsaktion auf Steam in der Hoffnung, einen netten Coop-Shooter mit ein paar Freunden zocken zu können. Und zum Glück tat ich dies, denn mehr als diese Summe, für die ich mir wohl besser ein Bier gekauft hätte, ist dieser Titel leider nicht wert.


Bunch of Heroes ist ein Action Shooter. Und lasst euch Folgendes gesagt sein: wenn ihr wert auf Qualität und/oder Quantität jeglicher Art in einem Spiel legt, kauft dieses hier bitte nicht! Ihr werdet nämlich weder das eine, noch das andere hier finden. Aus einer schrägen 3D-Vogelperspektive steuert ihr einen von vier persönlichkeitslosen Charakteren, welche sich nur durch ihre Ultra-Attacken unterscheiden, und müsst sie durch Massen von Zombies und Aliens, die euch freilich ans Leder wollen (warum erfährt man aber nie), navigieren. Taktisches Verständnis gibt es lustigerweise sogar. Ich taufe dieses auf den Namen: linke Maustaste! Mit WASD bewegt ihr euren Charakter durch die Karten und erfüllt Missionen, welche übrigens vollkommen realitätsfern sind und wohl eher ironischer Natur zu sein scheinen (man muss unter anderem eine Cheerleaderin von einem Bauernhof retten), aber die linke Maustaste ist die ganze Spielzeit über euer bester Freund. Ihr habt diesen Kompanen sogar so gerne, dass ihr gar nicht mehr aufhören wollt, ihn zu drücken!

Dabei hätte dieses Spiel durchaus Potenzial gehabt, wenn man nur abwechlungsreichere, sinnvollere und "tiefere" Missionsziele konzepiert hätte, anstatt die Spieler ständig nur von A nach B laufen zu lassen, um dort dann eine Minute einen Kreis zu verteidigen. Vielleicht hätte man auch eine Geschichte einbauen können... Teamplay ist auch nur bedingt vorhanden bzw. notwendig, denn simples um den Gegner herumrennen reicht total aus. Wenigstens der Humor ist den Entwicklern halbwegs gelungen, denn nicht nur ihr wundert euch über die absurden Befehle, die ihr ausführen müsst. Auch die Charaktere verzweifeln förmlich an deren Logik. Warum verteidigen wir in Level 1 einen Traktor und ein Auto, um diese anschließend in Level 2 zu zerstören? Hä??? Dies scheint dennoch pure Absicht bei der Entwicklung gewesen zu sein und wäre daher als Pluspunkt anzurechnen. Da es aber leider keine Synchronisation gibt, gehen die ironischen, textbasierten Kommentare der Spielfiguren vollkommen in dem Actionwirrwarr unter. Wenigstens das hätten sie gescheit ausbauen können! >_<

Es gibt insgesamt drei verschiedene Szenarien mit je drei aufeinanderfolgende Level. Spielen tun sich alle gleich. Waffen gibt es auch nur eine handvoll. Eine Schrotflinte, eine AK47, eine Sniperrifle, eine Uzi als sekundäre Waffe mit unendlich viel Munition, eine Armbrust mit explosiven Geschossen, einen Granatwerfer und eine Sägeblätter-Schleuder. Mehr entdeckte ich bis jetzt noch nicht. Bunch of Heroes will anscheinend eh nichts anderes sein als ein stupides Ballerspiel, welches man mit drei Freunden ab und zu spielt, weil man gerade die nächste halbe Stunde nichts besseres zu tun hat und sein Gehirn abschalten will.

santi

28. Mai 2012

Eine dunkle Begierde

Bei einem kürzlichen Besuch in dem Wiener Votivkino (ja, es war nur ein herkömmlicher Besuch, denn Film sah ich mir keinen an.^^), sprang mir sofort ein Filmposter ins Auge. Und mir wurde schlagartig eines bewusst. Ich vergaß damals tatsächlich, ein Review über diesen Film zu schreiben! O_O Wie konnte das denn passieren?? Hm, wenn ich so drüber nachdenke, ist mir das sogar schon viel zu oft passiert. Also brauche ich mich eigentlich gar nicht wundern. "Oh Mutter Lethargie und Vater Faulheit, hier spricht euer Sohn, sein Name ist Santi!" Nun gut, ich hoffe ihr nehmt es mir nicht allzu übel, wenn dieser Artikel geschlagene sechs Monate später veröffentlicht wird. Und bevor mir nochmals mein Bruder Vergesslichkeit zuvorkommt, rede ich nicht länger um den heißen Brei.




Im Grunde könnte ich Eine dunkle Begierde auf ein paar kurze Worte beschränken, da er einfach kein Must-see ist und auch als abendfüllender Fernsehfilm recht wenig taugt. Eine Begierde, diesen Film zu sehen, gibt es nicht, und ach so dunkel bleiben die in Schatten gehüllten Synapsen des Publikums. Tatsächlich bekommt man eine ziellose, mit Intrigen (falls man es überhaupt so nennen kann) durchzogene Handlung basierend auf den Psychotherapeuten Jung und Freud geliefert, von welcher man einfach nicht weiß, ob sie aus realen oder fiktiven Fakten besteht, oder einfach Elemente aus beidem kombiniert. Der Zuseher/die Zuseherin wird den Kinosaal eher ernüchternd verlassen haben, da zwar eine solide Geschichte mit engagierten Schauspielern (allen voran Michael Fassbender) geboten wird, aber einfach eine bleibende Botschaft fehlt. So gerät der Film schon in dem nächsten öffentlichen Verkehrsmittel, schneller als der Eine Ring aus Mordor und genauso wie dieser Artikel, von welchem ich stolz behaupten kann, er ist bis dato nicht nur mein kürzestes, sondern auch mein präzisestes Review, in Vergessenheit.

santi

25. Mai 2012

Atlas der abgelegenen Inseln

Videospiele, Kinofilme und Superhelden. Der Themenzylkus meines Blog ist eher wenig variantenreich und nach meinem Superheldenlauf werde ich meine nächsten paar Artikel etwas kürzer gestalten. Daher komme ich jetzt mal, um Monthy Python zu zitieren, zu etwas vollkommen anderem. Nämlich einem Buch! Und nicht irgendein Buch, sondern ein Atlas. Nicht nur irgendein Atlas, sondern ein Atlas über Inseln. Nicht nur irgendwelche Inseln, sondern es geht um die 50 entlegensten Inseln der Welt, "von welchen man wahrscheinlich noch nie hörte und auf denen man wohl auch nie in seinem Leben sein wird".




Was ist nun so besonders an dem Buch der Autorin Judith Schalansky, fragt ihr euch? Nun, first things first. Jeder der beschriebenen Inseln werden zwei ganze Seiten gewidmet. Auf der rechten Seite sieht man die Inseln aus der Vogelperspektive. Hierbei wird unten stets immer der gleiche Maßstab angegeben, sodass man sie leicht miteinander vergleichen kann. Auf der linken Seite stehen vorerst nur gewöhnliche Daten. Bewohner, genaue Lokation, Staatenzugehörgkeit und Größe in km². Gleich darunter findet man den zweitinteressantesten Aspekt des Buches, eine Längenangabe, wie weit die Insel sich von drei anderen Landmassen, seien es nun Kontinente oder andere kleine Inseln, weg befindet. Die Idee, solche Angaben überhaupt zu einzubauen, finde ich überaus kreativ und hilfreich, da man nun halbwegs abschätzen kann, wie vereinsamt die arme Insel dort aus dem Meer ragt. Leider sind diese drei Länder scheinbar vollkommen willkürlich von der Autorin selektiert worden, da die abgelegenen Eiländer oft näher zueinander liegen als zu den im Buch angegeben Ländereien. Dies zerstört nicht nur die geographisch stützende Hilfe für den Leser, sondern erzeugt unnötig weite Entfernungen, welche eigentlich eh niemanden interessieren. Warum macht man sowas? Die drei nähesten Ortschaften hätten doch ausgereicht.

Wie dem auch sei, unter dieser Angabe findet sich eine Zeitlinie. Auf dieser befinden sich die wichtigsten temporalen Daten der Insel, wie zum Beispiel Entdeckung, erste Betretung, erster Eintrag in eine Landkarte, Zeitpunkt als Kriegsschauplatz, erste Besiedelung, ob und wann ein Schiff gestrandet ist, et cetera. Diese Daten werden nun in das wohl prägenste Merkmal des Buches integriert. Nämlich der Beschreibung der Insel. Unter den bereits erwähnten Angaben auf der linken Buchseite findet sich in der unteren Hälfte eine Kurzgeschichte zu jeder Insel, in welcher diese und ihre Geschichte näher geschildert werden. Die Geschichten weisen dabei zu Beginn einen hohen Grad an Abwechslung und, trotz ihrer Kürze, einen enorme Intensität auf, sodass man immer weiterblättern möchte und stets eine weitere Insel "entdecken" will. Denn so kommt sich der Leser nämlich vor. Wie ein Entdecker! Die Variation der Erzählstile reicht dabei von bloßer Kamerafahrt über die Insel, über die Perspektive eines herumfliegenden Vogels, bis hin zu der Schilderung von Personen. Die Autorin versteht es, die Leser auf diese Inseln mitzunehmen und sich kurz wie Robinson Crusoe zu fühlen. Hier folgt trotzdem wieder ein "leider", denn bei 50 Inseln wiederholen sich die Grundrisse dieser Kurzgeschichten allmählich und es kommt bedingte Langeweile auf. Daher empfiehle ich, diesen Atlas nicht in einem durchzulesen, sondern Stück für Stück immer nur einen Ozean pro alle zwei Wochen abzuarbeiten.

Ein literarisches Meisterwerk ist der Atlas der abgelegenen Inseln nun nicht geworden, aber die Idee, ein Nachschlagewerk dieser Art mit solchen Kurzgeschichten zu versehen, ist immens zu befürworten und verleiht dem Buch etwas Einzigartiges. Wer gerade Lust hat, aus dem tristen Wohnzimmeralltag auszubrechen, dafür aber weder Geld, noch Zeit opfern will, kann sich diesen Atlas gerne für eine halbe Stunde zu Gemüte führen und sich von der Autorin auf einen kleinen Kurzurlaub in die Fantasie mitnehmen lassen. Denn dies zu tun versteht sie allemal.

santi

22. Mai 2012

The Avengers - Teil 5: The Avengers

Zwar wollte ich diesen Artikel bereits gestern verfassen und hochladen, aber aus technischen (sprich: aus Faulheit) und zeitlichen Gründen, war mir dies nicht möglich. So kommt es, dass ich mein Review zu The Avengers genau zu dem einwöchentlichen Stichtag, an welchem ich diesen Film sah, niederschreibe. Wenn auch verzögert, atmet mein Text nun doch noch etwas Poetisches aus, wenn ich schon mein eigentliches Ziel um einen einzigen Tag verfehlte. Aber genug von diesem albernen, pseudo-intellektuellen Jux. Hier soll es schließlich um das Aufeinandertreffen von Superhelden und wohl einen DER Blockbuster des Jahres 2012 gehen. Star Wars-Fans hatten am 4. Mai wahrscheinlich ihre Freude. So fand nicht nur der internationale Star Wars-Tag statt ("May the Fourth be with you!"), sondern es kam auch das Superheldenspektakel The Avengers in die Kinos. Ein Spektakel war es allemal, denn so gut sah ein Science Fiction-Film noch nie aus.




Aber bevor ich über die visuellen Details schwärme, erst mal noch kurz zur Geschichte, welche eine eher passive Position einnimmt, da der Film hauptsächlich von seinen Effekten und den humorvollen Dialogen der Hauptcharaktere getragen wird. In Thor stellte man uns bereits die Figur Loki, Thors Bruder, vor. Als die Brücke Bifröst zerstört wurde, strandete Loki auf der Erde und entdeckte dort den verschollenen Tesseraktwürfel. Dieser Gegenstand hat die Eigenschaft, ein Wurmloch (oder auch eine sogenannte Einstein-Rosen-Brücke) erzeugen zu können. Mit diesem Würfel als mögliches Machtinstrument schmiedet er nun, da er Asgard in dem Film Thor schon nicht haben konnte, einen Vergeltungsplan: die Weltherrschaft und die Kontrolle über die Menscheit zu erlangen. In seinen Augen sind diese nämlich nichts anderes als Ameisen, welche geführt werden wollen, und er selber stammt von einer überlegenen Führerrasse/-kaste ab. *Augenroll auf das Jahr 1939* Naja, neu ist die Geschichte leider nicht, da sie grob nur eine Kopie von den Wahnvorstellungen eines lustigen, kleinen Mannes mit noch lustigerem Bartwuchs ist. Irgendjemand sieht sich als Teil einer Herrscherrasse und will deshalb über alle anderen bestimmen dürfen. Die Idee finden sicher alle Beteiligten super toll und werden ihr sofort blind folgen! Pustekuchen! Natürlich nicht! Für die Eroberung der Erde braucht Loki nun noch eine Armee, um sich die Menschen unterwürfig machen zu können. Diese Streitmacht findet er in dem Alienvolk der kampfeslustigen Chentauri, welche durch das Tesseraktportal auf die Erde befördert werden sollen. Die geheime Organisation S.H.I.E.L.D. (in der Funktion und dem Aufbau so ähnlich wie FBI, NSA und CIA und bereits in sämtlichen Vorgängerfilmen gezeigt) will dies jedoch verhindern und kommt zu dem Schluss, dass sie dies nicht alleine können. Sie brauchen außergewöhnlichere Personen mit besonderen Fähigkeiten, die es mit diesen Kreaturen aus dem Weltall aufnehmen können. Neben den Spionen und Geheimagenten Black Widow und Hawkeye rekrutiert die Organisation auch Iron Man und Captain America. Da es sich bei dem Bösewicht um seinen eigenen Bruder handelt, schließt sich  Thor ebenfalls der Truppe an, um sein Geschwisterlein zurück nach Asgard zu bringen und dort einem fairen Prozess zu unterziehen. Einzig Bruce Banner a.k.a. Hulk will seine Fähigkeiten nicht so schnell zur Verfügung stellen, da er seinen Berserkermodus nicht ganz unter Kontrolle hat und in sich eher eine Bedrohung als eine Hilfe sieht. So beratet er S.H.I.E.L.D. vorerst nur. Die erste Hälfte des Filmes dient lediglich dazu, die vielen Charaktere ein bisschen zu beleuchten, sie soziale Verbindungen aufbauen zu lassen und sie auf die Suche nach dem Tesseraktwürfel zu schicken. In der zweiten Hälfte bahnt sich dann der Showdown mit Loki und seiner Armee an. Und wo wird das passieren? Natürlich! In New York City. Diese Stadt hält wahrlich den Rekord als Standort für die meisten fiktiven Schlachten. Disneyland wäre doch mal eine nette Abwechslung! Nun ja, angesichts der nummerischen Unterzahl machen sich die Helden mit dem Motto, "wenn wir die Erde schon nicht retten können, dann werden wir sie auf jeden Fall rächen!", in den Kampf auf. Daher auch der recht offensichtlichte Name der ungewöhnlichen Truppe, "The Avengers".

Dieses Finale könnte epischer und visuell imposanter wohl kaum in Szene gesetzt sein. Die Spezialeffekte sind auf hohem Niveau und die Action regiert die Leinwand. Dieser Film ist einfach geil anzuschauen und die Superhelden sehen endlich genau so authentisch wie in den Comicvorlagen aus. Und nicht nur das! Ob ihr es glauben wollt oder nicht, der 3D-Effekt ist Marvel Studios ebenfalls gelungen! Bei den meisten Filmen könnte man getrost auf dieses überflüssige Extra, mit welchem man lediglich Geld scheffeln mag, verzichten, da es gar nicht richtig genutzt wird und bei den meisten Zuseher_innen nur Schmerzen im Gulliver hervorruft. In The Avengers wird aber zumindest versucht, hier und da nette Momente einzubauen, in welchen sich der/die Zuschauer denken, "Woah...", und ihnen vielleicht sogar temporär der Atem stockt. 

Dieser Film wird euch auf jeden Fall unterhalten, wenn (ja, es gibt leider auch ein paar Wenns) ihr die fünf Vorgängerfilme (Der unglaubliche Hulk, Iron Man 1 & 2, Captain America, Thor) gesehen habt. 143 Minuten reichen einfach nicht aus, um so viele Hauptcharaktere auf einem Fleck zu haben und ihre Motivationen zu erklären. Dies geschieht nämlich alles in den Filmen davor! Okay, dies darf ich dem Film eigentlich nicht vorwerfen. Ziel von The Avengers ist es eben nicht, dem Publikum neue Helden zu präsentieren, sondern bereits existierende einander näherzubringen. Dieser Titel wird dem Hype absolut gerecht, solange man die anderen Filme gesehen hat. Ansonsten ist es nur ein netter Actionfilm. Dieses Fazit finde ich leider etwas schade, es ist aber Realität. Und selbst die Zusammenschließung zu einer Heldengruppe funktioniert nur rudimentär, da, bedingt durch die Anzahl von sechs Helden, einem Schurken und sonst noch vielen Nebenfiguren, einfach nie jeder mit jedem gescheit in Kontakt treten kann. So passiert es leider, dass genau dieser Umstand Paare bildet. So interagieren Iron Man und Captain America recht viel miteinander. Black Widow und Hawkeye besitzen eine gemeinsame Vergangenheit. Thor zofft sich mit Loki. Und Bruce Banner... der hat seine eigenen, übergroßen, grünen Probleme. Es ist schade, aber es sind weder genug Spielraum, noch Zeit vorhanden, um ein komplexes Sozialkonstrukt zu bauen. Dennoch macht Marvel Studios das Beste aus der Sache und baut ein Element ein, welches den Film, zusammen mit der Bildkulisse und der Präsenz der Helden, so erfolgreich macht. Humor! Der Film strotzt nur so von lustigen und schnittigen Konversationen und Selbstironie. Spiegel Online meinen in ihrer Kritik sogar, dass die witzigen Wortwechsel ein viel geilerer Spezialeffekt seien, als die Spezialeffekte selber.

Den Cast brauche ich ja eigentlich nicht näher in Augenschein nehmen, habe ich doch alles Wichtige über die Hauptdarsteller und die von ihnen gespielten Charaktere in den letzten Reviews kundgetan. Einzig Tom Hiddleston als Oberschurke Loki scheint mir ein kleiner Missgriff zu sein. Ihm kauft man diese Bad Boy-Einstellung und skrupelosen Größenwahn einfach nicht richtig ab. Aber gut, seine Interpretation der Figur ist nicht so schlecht, hätte aber besser sein können. So bleibt mir nur noch ein Aspekt, über welchen ich, in diesem Fall wieder negativ, reden kann. Die Synchronsprecher. Jeden der anderen Filme sah ich zuvor auf Englisch, The Avengers jedoch auf Deutsch. Waaaarum tat ich das?! Ich hätte ihn mir auf Englisch ansehen sollen! Ich möchte, dass da Kraft in den Stimmen liegt und sie nicht wie verweichlichte bzw. gelangweilte Teenager klingen. Das sind fucking Superhelden, die sich mit Aliens prügeln! Da gehört ein bisschen mehr Inbrunst hinein, wenn Thor seinen Hammer schwingt oder Iron Man durch die Gegend fliegt. In dem Anzug ist es zwar sicher bequem, aber so gechillt wie der Synchrosprecher ist... IHM sollten die Worte fehlen und nicht mir.

Also, alles in allem ist The Avengers genau das geworden, was sich Marvel Studios vorstellte! Ein spannender und sehr ansehnlicher Abschluss einer Saga, die sich über sechs Filme zog und so manch superheldenverliebtes Kinderherz der 60er höherschlagen ließ. Sehr sehenswert für jedermann und jedefrau! Ich empfehle trotzdem, sich noch die anderen Filme vorher anzusehen, und bedanke mich, dass ihr meinem Superheldenmarathon ausgehalten habt.

santi

19. Mai 2012

The Avengers - Teil 4: Captain America

Dem großen Finale entgegenkommend scheint mir langsam doch die Puste auszugehen.^^
Bevor ich einen ganz neuen Artikel zu Captain America: The First Avenger (der Titel ist übrigens ironisch von Marvel Studios verwendet worden, da der Film der letzte vor The Avengers war, inhaltlich bzw. zeitlich Captain America aber vor allen anderen Helden existierte) beginne, verweise ich darauf, dass ich bereits im September des Vorjahres einen ausführlichen Bericht über diesen Film verfasste, obwohl ich mir eingestehen muss, dass mir mein Stil von damals nicht mehr so zusagt. Vielleicht ist mir mein eigenes Werk aber auch nur durch pure Verlegenheit peinlich. Macht euch deshalb selbst nochmal ein Bild.




Iron Man hat seinen Hightechanzug und seinen brillanten Verstand, Thor hat seine göttlichen Kräfte und seinen Hammer, und Hulk hat....Hulk ist einfach Hulk. Aber was macht Captain America so besonders? Dreierlei Dinge. Erstens hat er seinen undurchdringlichen Schild, was ihn zu einem netten, defensiveren Gegenstück zu Thor macht, der mit seinem Hammer einen recht angriffslustigen Kampfstil aufweist. Zweitens, wurde an ihm auch herumexperimentiert, sodass er , genau wie der Hulk überdurchschnittlich große, physische Kräfte besitzt. In the Avengers wird sogar erklärt, dass Bruce Banner versuchte, dieses Experiment zu wiederholen und bei dem darauffolgenden Fehlschlag erst zum Hulk wurde. Und Drittens? Einfach seine Persönlichkeit. Steve Rogers alias Captain America stammt aus einer anderen Zeit wie die unsere. Er kämpfte vor Dekaden noch gegen die deutschen Nationalsozialisten in Europa, ehe er durch Kryostase in unsere Gegenwart versetzt wurde. Dieser riesige Zeitsprung war für ihn nur ein kurzes Augenblinzeln. Es ist also nicht verwunderlich, dass seine moralischen und sozialen Ansichten die Zeit, aus der er stammt, widerspiegeln. Er vertraut immer noch auf alte Traditionen und Tugenden wie Ehrlichkeit, Mut, Tapferkeit und Selbstlosigkeit. Diese Ansichten sind tief in seinem Weltbild eingebettet. In seinen Augen ist es nun mal die Pflicht der Starken, die Schwachen zu beschützen. Er war also nicht nur ein überaus loyaler Soldat mit irrsinnig viel Verantwortungsbewusstsein, sondern hat sich aufgrund seiner Kampferfahrung auch zu einem ausgezeichneten Anführer entwickelt. Er betrachtet die ganzen Geschehnisse in den Filmen mit viel größerer Sorgfalt. Statt zu schreiben, seine Persönlichkeit sei seine dritte große Eigenschaft, kann ich auch schlicht sagen, Captain America hat einfach Herz. Viel mehr braucht ein Superheld ja eigentlich nicht, um ein solcher zu sein bzw. um ein Idol für andere zu werden.

Und hier kommt nun endlich auch der Vergleich zu Iron Man, (die anderen beiden Rächer hatten wir ja schon) welcher durch seine Attitüde, alles nur als Spiel und persönliche Freizeitgestaltung zu sehen, das perfekte, undisziplinierte Pendant des dem Zweiten Weltkrieg-Helden darstellt. Genau deshalb geraten diese beiden Figuren ab und zu in kleinere Zwists miteinander. Doch sobald eine andere Kacke am Dampfen ist, legen sie, heldentypisch, ihre Differenzen beiseite und alle hören auf die Kommandos von Captain America, welcher quasi die Anführerrolle übernimmt. Liegt ihm ja schließlich militärbedingt im Blut. Diesen essentiellen Wandel des Teamplays kann man übrigens sehr schön in The Avengers sehen. Tatsächlich wirkt Captain America: The first Avenger viel eigenständiger und unabhängiger als die Filme zu Hulk und den anderen, welche auf ihre zukünftige Rolle in The Avengers hinarbeiten. Das Szenario mit den Nazis und den Zeitraum des Zweiten Weltkrieges muss man halt mögen. Wem diese Faktoren eher nicht so zusagen sollten, dieser Person wird dieser Film wohl eher weniger gefallen. Viele Zuseher_innen werden sich wohl denken, „Oh nein, nicht schon wieder ein Film, der in den 40ern und über den Zweiten WK spielt!“. Darunter leidet der Film immens und auch der Held leider ein klein wenig. Der zur Schau gestellte Okkultismus der Adolf-Anhänger trägt seinen Teil dazu bei und gibt dem Film einen surrealen Hang bei, obwohl Marvel eigentlich versucht hat, diesen realistischer und glaubwürdiger als Thor zu gestalten. Auch die erste Erscheinung des extraterrestrischen Tesserakt-Würfels, welcher später ebenfalls im finalen Film der Reihe zu sehen sein wird und dort als Doomsday-Device fungiert, verleiht dem Film einen kleinen Kratzer, da er offensichtlich selbstständig sein will, aber trotzdem irgendwie schon einige Elemente für den Nachfolgefilm liefert, ohne welche dieser nicht auskäme. Dieser Umstand bindet The first Avenger, und auch alle anderen vier Filme von Marvel Studios, wieder immens an The Avengers, was natürlich nun beides, gut UND schlecht, sein kann, da über Jahre hinweg eine Kontinuität gewahrt wird, um auf eine epische Konklusion hinzuarbeiten. Mir hat der Film jedenfalls von den fünf Avenger-Filmen am meisten zugesagt und mit Chris Evans hat dieser Superheld tatsächlich das ideale reale Gesicht bekommen. Denn nun strahlt Captain America nicht nur physische Stärke, sondern auch richtige Menschlichkeit aus.

santi