17. Dezember 2012

Beasts of the Southern Wild

Ich liebe es in Filme zu gehen, von denen ich keinen blassen Schimmer habe, um was sie handeln könnten. Genauso war es bei Beasts of the Southern Wild bei der diesjährigen Viennale. Weder Trailer, noch sonstiges Footage aus dem Film waren mir bekannt. Nicht einmal auf Wikipedia oder Metacritic las ich mir Handlung oder Kritiken durch. Einzig die Viennale-Rezension, welche leider oft mehr Hirnwichserei als hilfreich oder informativ sind, und eine Empfehlung meines Mitbewohners ("Wird dir gefallen, aber ich sag dir nicht, worums geht. Ätsch!") unterliefen mir auf dem Weg ins Kino. Und so kam es mal wieder, dass sich euer lieber Santi nichtsahnend in seinem Kinosessel zurücklehnte, imposante Bilder bestaunte, über zwischenmenschliche Beziehungen nachdachte, sich wunderte, was da gerade auf der Leinwand passierte, und nach dem Abspann überraschend feststellte, dass ihm dieser Film sogar ganz gut gefallen hat, obwohl er bis zum Bier danach nicht ganz wusste, warum eigentlich...




Der Film spielt in den Jahren nach der Milleniumswende und ist angesiedelt im amerikanischen Südosten (Mississippi, Louisiana), wo dichte Wälder und langsame Flüsse die Flora, sowie Mosquitos und Alligatoren die Fauna prägen. Dort lebt das junge 6-jährige Mädchen Hushpuppy zusammen mit ihrem strikten, aber zugleich fürsorglichen Vater Wink in der Kommune "The Bathtub". Diese Ortschaft grenzt einige Kilometer landeinwärts an einen riesigen Damm an, der die dahinterliegenden Fabriken im Falle von Hochwasser schützen soll, und so quasi das Land von der Stadt trennt. Das Leben ist simpel und nicht auf finanziellen Erfolg getrimmt, sondern um das miteinander leben und das Überleben. Tiere werden selbst gehalten, der Alkohol selbst gebrannt. Es ist ein rustikales Dasein, wenn man so will, aber anstatt von landwirtschaftlich bebauten Feldern wird der Alltag vom Sumpf beherrscht. Die Schulen sind ebenfalls sehr rabiat organisiert. So erzählt die unterrichtende Lehrerin nicht über Mathematik oder Englischkenntnisse, sondern von Prophezeiungen über zerstörerische Stürme, globale Erwärmung, Hokuspokus und über in der Eiszeit in das ewige Eis eingesperrte Auerochsen. Diese Auerochsen würden bald durch die globale Erwärmung befreit werden und wieder die Ländereien der Menschen heimsuchen.

So kommt es, dass eine dieser Prophezeiungen tatsächlich wahr wird und ein Hurrikan durch das Land fegt. Möglicherweise Hurrikan Katrina? Die meisten Menschen fliehen aus The Bathtub, aber Wink und Hushpuppy bleiben zusammen mit einer Hand voll Freunden und Bekannten zurück. Gemeinsam stellen sie sich dem Hochwasser und den Rettungsversuchen der modernen Zivilisation, die mit Bergungshubschraubern die Überlebenden der Flut gegen deren Wunsch in ein Hilfslazarett transportieren will. Zusätzlich beginnt Wink unter einer dubiosen Krankheit zu leiden und versucht seiner Tochter in seinem Leben noch so viel wie möglich beizubringen, nichtsahnend, dass die vorhin erwähnten Auerochsen durch einen Gletscherbruch in der Antarktis wirklich wieder befreit wurden und nun unaufhaltsam Richtung Bathtub marschieren.

Nach dem Film begab sich meine Filmgruppe auf eine lange Suche durch die Innenstadt, ein nicht-überfülltes Lokal zu finden. Samstagabend gleicht dieses Unterfangen einem Spießrutenlauf. Nach 20 Minuten wurden wir schlussendlich doch noch fündig und palaverten über den tieferen Sinn der Geschichte von Beasts of the Southern Wild. Was war nun die Botschaft? Gibt es überhaupt eine? War der Film vielleicht eine Kritik über die Klima-Resolutionen des Kyotoprotokolls, welches scheinbar zum Scheitern verurteilt ist? Oder ist es eine Anspielung an die viel zu langsame Aufbauhilfe und chaotische Innenpolitik des George Walker Bush nach dem Hurrikan Katrina? Oder sollen vielleicht soziale Probleme zwischen den Gesellschaftsschichten, angetrieben durch zu große Industrialisierung und dem Stadtdrang der Bevölkerung, Thema des Filmes sein? Und was hat es mit diesen Auerochsen auf sich? Sind sie die Bestien des wilden Südens? Oder ist das vielleicht doch jemand anderes? Geht es in Wirklichkeit um die psychische Reifung der Protagonisten?

Das Schöne an  Beasts of the Southern Wild ist, dass er so viele dieser Thematiken anschneidet, aber sich nicht ausschließlich mit ihnen befasst. Dadurch kommt ein dynamischer Mix zustande, welcher folglich den Zuseher über genau diese Aspekte des Lebens zum Nachdenken bringt, aber ihn nicht mit unnötigen Informationen überrumpelt, sondern seinen Verstand mit beeindruckenden, unvergesslichen Bildern, einem verzaubernden Soundtrack und klugen Dialogen füttert. Stars des Filmes sind letztendlich das Vater-Tochter-Duo Hushpuppy und Wink, gespielt von Quvenzhané Wallis und Dwight Henry. Die Leinwandpräsenz der Beiden ist unglaublich hoch und ihre Charaktere mit einer unfassbaren Leidenschaft gespielt und zwischenmenschlicher Tiefe bestückt, die man in vielen Blockbustern der heutigen Zeit vermisst. Henry Dwights Cast ist sogar nur zufällig während der Dreharbeiten zustande gekommen, da er schon einmal Zeuge von so einem Jahrhundertsturm wurde. Der eigentliche Fokus von Beasts of the Southern Wild liegt eindeutig in der Vater-Tochter-Beziehung, ist unsere Filmgruppe zum Entschluss gekommen.

Der Film kommt schon diese Woche im deutschsprachigen Raum in die Kinos und wem genau ich diesen Film empfehlen soll, weiß ich leider nicht, da er eben nicht in ein konkretes Genre fällt und es fast schon jedem selbst überlassen ist, was er in diesem Film sehen mag. Sogar das Verhältnis zwischen Hushpuppy und Wink kann verschieden interpretiert werden. Abgerundet wird der intelligente Plot und die einprägsamen Szenen von der Off-Stimme der Hauptdarstellerin, welche die einzelnen Momente des Filmes miteinander verbindet und sie liebevoll aus einer vollkommen eigenen, kindlichen Sicht beschreibt. Aus der Sicht einer 6-Jährigen nämlich. Nicht umsonst heimste Beasts of the Southern Wild bei zahlreichen Filmfestivals den Großteil der Preise ab, für die er nominiert wurden. Sogar Hollywood-Filmkritikergröße Roger Ebert blieb die Spucke weg. Ganz großes Kino und eigentlich jedem zu empfehlen!

santi

9. Dezember 2012

Thailand: Krabi

Station 2 unserer Reise führte uns in die Provinz Krabi. Und die erste Frage die man sich stellt, sobald man in der gleichnamigen Provinzhauptstadt angekommen ist: Wo zur Hölle sind alle Touristen?! In der Nebensaison wird Krabi nämlich von den Einheimischen und sehr, sehr vielen Schulkindern beherrscht. In der Stadt gibt es nämlich auf einen Quadratkilometer gleich 4 Schulen an der Zahl. Meistens regen sich Touristen darüber auf, dass so viele Touristen anwesend sind, aber die Tatsache, dass eben so viele Touristen an einem Ort verweilen, impliziert, dass der Aufenthaltsort nicht nur sehenswert sein muss, sondern auch halbwegs sicher ist. In Krabi darf man sich von dieser Logik aber nicht irritieren lassen, denn selbst wenn hier wenig Touristen herumlaufen (generell ist Thailand ein touristenfreundliches Land, wenn es um Gewalttätigkeit geht), braucht man kein mulmiges Gefühl in der Magengegend bekommen. Bestes Beispiel hierfür ist das Gefängnis. Dieses ist zwar nun keine Attraktion der Stadt, befindet sich aber genau in der Mitte dieses Schulviertels. Wenn sich die Stadtplaner so eine geniale Idee erlauben, dann kann die Kriminalität ja nicht so hoch sein. xD Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass man herumstreunende Hunde antrifft. Aber auch hier ist voreilige Angst unnötig, da die freilaufenden Hunde in Thailand besseres Verhalten an den Tag legen, als die verzogenen Kleffer bei uns zuhause oder sogar so mancher Tourist.


Krabis berühmte Felsformationen


In der Stadt selber gibt es leider nicht allzu viel zu sehen und interessante Aktivitäten sucht man wohl auch vergeblich. Am ersten Tag lohnt sich wohl ein Stadtspaziergang, bei welchem man wohl alle halbwegs wichtigen Gebäude (Tempel, Rathaus) abgeklappert hat. Mit ein bisschen Glück findet auch gerade zu dem Zeitpunkt des Aufenthalts ein Jahrmarkt statt! Obwohl es in Krabi weitaus schwüler ist als auf Koh Phi Phi, ist es ratsam in der Nebensaison einen Regenschirm zu Spaziergängen mitzunehmen, da sich das Wetter doch recht abrupt ändern kann. Die Übersichtlichkeit der Stadt lädt auch sehr dazu ein, mal länger nach etwas essbarem oder einer idealen Unterkunft zu suchen. Nur an den dichtbefahrenen Hauptstraßen sollte man sich vielleicht nicht niederlassen. Apropos Verkehr: Krabi ist der perfekte Ort um sich an die thailändischen Straßenregeln zu gewöhnen! In Bangkok wird man nämlich von einer Unzahl unausgesprochener Gesetze überflutet und bangt bei jeder Kreuzung um sein Leben. In Krabi erwirbt man bei dem gemächlichen, aber für die Größe der Stadt doch respektablen Verkehr eine Routine in Sachen "Jetzt geh ich über die Straße!". Ein weiteres Highlight ist der Nachtmarkt, welcher sich gleich unübersehbar an der Schiffshauptanlegestelle des Ortes befindet. Dort isst man gemütlich auf Plastiktischen und -sesseln frischzubereitete Gerichte selbstgemacht von Thais, deren Altersschnitt wohl nicht mehr unter 60 Jahren liegt und die kaum Englisch sprechen. "Beer" und "Cola" sind noch gängige Ausdrücke, mit "Chicken ala arrabbiata" wird man aber wohl nur verstörte Blicke ernten. Sowas gibt es dort auch ohnehin nicht auf der Speisekarte, auf welcher fast ausschließlich Thaigerichte vorzufinden sind. Untertags ist an genau derselben Stelle eine Straße mit angrenzendem Parkplatz, am Nachmittag wird der Markt aufgebaut und am Abend ist man herzlich eingeladen, sich dort den Bauch vollzuschlagen. Auf jeden Fall ausprobieren!

Ist man genug planlos durch Krabi geschlendert, geht es an einen der beiden beliebten Strandorte! Der erste, Ao Nang, befindet sich einige Kilometer südöstlich der Stadt. Mietet euch auf jeden Fall Motorräder oder lasst euch mit einem Pick Up-Bus hinfahren, denn der Ort ist gute 20-30 Minuten Fahrtzeit entfernt. In Ao Nang angekommen bemerkt man gleich wieder die westlichen Einflüsse, denn die Restaurants bieten auf einmal wieder amerikanische, mexikanische und europäische Speisen an. Und natürlich steigen deren Preise auch um einen satten Teil an. In der Nebensaison ist der Strand hier vollkommen leergefegt, und dennoch wird man von Strandverkäufern alle 5 Minuten belästigt, dies und das zu kaufen. Oder sich vielleicht gar sogar eine Massage an Ort und Stelle andrehen zu lassen. Die überfüllten Tuktuk-Stände lassen ebenfalls erahnen, dass in der Hauptsaison hier wohl mehr Party abgeht als in Krabi.

 
Fast leerer Strand von Railey


Der zweite Strandort ist ein bisschen außergewöhnlicher, aber immens stark umworben. Spätestens nach dem dritten Reisebüro entwickelt man den Eindruck, als ob Railey, mit seinem Thai-untypischen Namen und seiner unkonventionellen Lage, der eigentliche Grund ist um nach Krabi zu reisen. Railey befindet sich nämlich auf einer Halbinsel, deren Grenze mit dem Festland von Bergen und Felsen bedeckt ist, sodass man nur per Longtailboot dorthin kommt. Größere Boote sind leider ineffektiv, da die Gewässer um Railey herum so seicht sind, dass bei Ebbe selbst die kleinen Cousins mit ihrer geringen Rumpftiefe Probleme bekommen. Was gibt es nun auf Railey? Genau 3 Sachen! Hotels, Ressorts und teure Unterkünfte! Um von der Anlegestelle zu den beiden Stränden zu gelangen, muss man sogar durch eben diese Hotels ungeniert durchmarschieren. Dieser Ort zielt auf reiche Leute ab, die gerade einen ruhigen Familienurlaub machen wollen, und stellt einen schönen Kontrast zu Ao Nang dar. Tagesausflüge sind aber auch keine schlechte Idee. Railey ist deshalb so stark umworben und beliebt, weil die Strände einfach göttlich sind! In der Nebensaison hat man diese außerdem fast vollkommen für sich allein. Und selbst die schwimmfaulsten Menschen (mich in diesem Fall ausgeschlossen) wagen es ins Meer hinein, denn selbst nach 50 Metern reicht das badewannenwarme Wasser stellenweise nur auf Hüfthöhe. Ihr habt richtig gehört: badewannenwarm! Meine beiden Reisebegleiter flüchteten förmlich aus dem Wasser um sich abzukühlen. Irgendetwas war daran sicher nicht mehr koscher... Sollte man keine Lust auf Sonnenbaden und Schwimmen haben, bieten sich die lokalen Riesenfelsen hervorragend an, um einmal den Affen in sich zu entdecken und gesichert mit Enterhaken und Seilen an den Wänden hochzuklettern.

Zwei weitere Sehenswürdigkeiten der Region Krabi sind die an den Ufern liegenden Magrovenwälder, welche man per Longtailboot erkunden kann, und der Tigertempel, ein Tempel gelegen auf einem der berühmten, provinzprägenden Felsformationen. Diese Felsformationen dienten unter anderem in dem Film James Bond: Der Morgen stirbt nie als Hintergrundkulisse. Die Anlage befindet sich zwar unten am Berg, der Haupttempel samt Buddhastatue erreicht man  aber erst nach einer Besteigung von ungefähr einer halben Stunde bzw. nach 1.237 steilen und noch steileren Stufen. Manche von denen entpuppten sich in der Vergangenheit schon als zu steil, sodass diese gesperrt wurden. Hat man diese physische Tortur über sich ergehen lassen, wird man am Gipfel mit kühlem Gratiswasser, einer großen Stupa, einer ansehnlichen Buddhastatue, einer unglaublichen Stille und einem Wahnsinnsausblick belohnt, welchen man so schnell nicht mehr vergessen wird! Bevor man aber den Anstieg beginnt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man die steilen Stufen auch wieder herabsteigen muss. Höhenangst und Schwindelgefühl sind hier fehl am Platz! Zugehörig zur Anlage befindet sich am Fuß des Berges gleich an der Waldgrenze ein Mönchsdorf. Hier hat man eine einmalige Gelegenheit im Vorbeigehen zu sehen, wie die Behausungen solcher Mönche aussehen. Außerdem gibt es kleine, erkundbare Höhlen gleich neben dem Dorf, in welchem man sich nicht nur wie Indiana Jones vorkommt, sondern auch Zuflucht vor der Sonne und den Temperaturen findet.


Die Besteigung des Tigertempels


Krabi eignet sich sehr, wenn man einen ruhigen Strand- oder Kletterurlaub machen will, oder sich einfach vor den Touristenfluten zurückziehen mag. Die Provinz wird nämlich (auch in der Hauptsaison) meist nur zur Durchreise von oder nach Koh Phi Phi verwendet. Für die Provinz Krabi nimmt man sich am besten 3 Tage Zeit: einen Tag für Stadtspaziergang und Erkundung der Gegend, einen Tag die Provinz kennenlernen, und einen Tag für einen Strandbesuch. In der Nebensaison sind angenehm wenig Touristen unterwegs und das Wetter ist meist auch sehr entgegenkommend, obwohl die Regenwahrscheinlichkeit höher ausfällt. Ein Foto von der Mörderaussicht des Tigertempels werdet ihr hier nicht von mir bekommen, denn dazu muss man selbst oben gewesen sein! ;)

santi

5. Dezember 2012

Not Tetris 2

Wie jedes Halbjahr um die gleiche Zeit fangen die Abschlussprüfungen an der Uni an. Und sie werden sich noch bis Ende Jänner ziehen... Natürlich ist da keine große Zeit vorhanden um Videospiele zu spielen oder sich zeitintensive Bücher zu Gemüte zu führen. Was bleibt einem da? Flashgames und Minispiele!!! Und hier habe ich eines für euch, was euch ideal in einer Lernpause beschäftigen wird. Denn es hat keine Story und fordert lediglich eure Geschicklichkeit. Und falls ihr Angst haben solltet, bei diesem Spiel dann doch länger hängen zu bleiben: keine Sorge! Denn dieses Minispiel wird euch während Anlauf 1 zwar ein Grinsen aufs Gesicht zaubern, aber spätestens beim zweiten Anlauf den letzten Nerv rauben und euch mit geballtem Frust vollstopfen, sodass ihr euch bestimmt wieder gerne an euren Lernstoff setzen werden!





Ich bin mir sicher, dass jedem von euch die Blöcke im obrigen Bild vertraut sind und in den meisten von euch nicht nur schöne Kindheitserinnerungen wecken wird. Aber hierbei handelt es sich nicht um Tetris, sondern um Nicht-Tetris! Klingt nun sicher verwirrend, aber so heißt dieses Spiel tatsächlich: "Not Tetris"! Und ja, das beschreibt es eigentlich schon ziemlich gut. Das Prinzip ist zwar das gleiche, aber mit einer realistischen Physik-Engine ausgestattet! So müsst ihr immer noch Blöcke aufeinanderstappeln und die Reihen vollkriegen, damit diese verschwinden und ihr euch somit mehr Zeit und Punkte erkauft, aber die Blöcke rotieren nicht mehr um nur starre 90°, sondern kreisen richtig in 360° um ihre eigene Achse, sobald man "W" für eine Links- und "X" für eine Rechtsrotation drückt. Da das noch nicht genug Mindfuck ist, verliert der Spieler sofort die Kontrolle über die Blöcke, sollten diese auch nur die Wände berühren. Und falls sie in einem schlechten Winkel auf den darunterliegenden Blöcken aufkommen, fallen sie physikalisch annähernd korrekt in eine andere Richtung, als man es eigentlich will, da nun auch Auftrittswinkel und Schwerpunkt der Blöcke berücksichtigt werden müssen! Zum Glück müssen die Reihen nicht ganz, sondern nur zu 90-95% mit den Steinchen gefüllt werden, damit diese entfernt werden und man wieder mehr Platz zum Weiterspielen hat. Wieviel Prozent in einer Reihe noch fehlen wird in einer dezent unauffälligen Anzeige am linken Bildschirmrand angezeigt. Anders als der erste Teil lässt der zweite euch aber eine faire Chance das laufende Spiel aufrechtzuerhalten. Dieser ist als Spieloption "Stack" im zweiten Teil integriert worden und funktioniert genau gleich, mit dem großen Unterschied, dass die vollen Reihen nicht mehr verschwinden und ihr soviele Punkte wie möglich erzielen müsst, bis die Decke erreicht ist.

Not Tetris 2 ist als Gratisdownload auf der Entwicklerseite zu erhalten, aber wenn man will, kann man natürlich auch eine Kleinigkeit spenden. Passend zum frustrierenden Spielprinzip nannte sich das Entwicklerteam Stab Yourself, da man sich nach ein paar gescheiterten Anläufen am liebsten selbst umbringen will. Das Spiel soll lediglich als Nostalgieanreiz und witziges Gadget für nebenbei gelten, da es dank der eingebauten Physik manchmal vollkommen unmöglich ist den Ausgang seiner Geschicklichkeitskünste vorherzusehen. Not Tetris 2 sollte man daher als Spaß ansehen und es nicht allzu ernst nehmen. Wahnsinn ist hier nämlich vorprogrammiert!

santi

25. November 2012

Family Guy: Back to the Multiverse - Preview

Zwar habe ich mir vorgenommen stets jeden Sonntag einen neuen Artikel zu veröffentlichen, aber nach einiger Probezeit verwerfe ich diesen Plan wieder, da dies mich nur unnötig stresst und damit meine mehr oder weniger geniale Kreativität beeinträchtigt. Nun sitze ich hier vor meinem Laptop und überlege mir neue Texte, und muss traurigerweise feststellen, dass man Inspiration nicht erzwingen kann. In anderen Worten: MIR FÄLLT NIX EIN! Also werde ich mir selbst den zeitlichen Druck wieder von meinen Schultern nehmen und dann schreiben, wenn ich gute Ideen bzw. Lust habe. Dann finde ich auch sicher wieder mehr Spaß am Schreiben und ihr am Lesen.




In der Zwischenzeit stelle ich euch eine Videospielneuerscheinung vor! (Damit ja niemand behaupten kann, ich sei ein fauler Sack. -_-) Nicht nur Futurama, Die Simpson und Southpark (ab März 2013) haben es. Nein, auch The Walking Dead, Sherlock Holmes und Doctor Who haben sie: gleichnamige Videospiele! Und dieses Wochenende schrieb sich für viele überraschend Family Guy nun ebenfalls in diese Liste ein. Das Resultat ist ein 3D-Action-Adventure, in welchem man in die Haut von Baby Stewie und Familienhund Brian schlüpft. Es ist also quasi eine verlängerte Stewie-Brian-Episode, welche man selber spielen kann. Die Geschichte ist eine Anlehnung an die berüchtigte Multiversum-Folge der Serie. Der böse Zwillingsbruder von Stewie, Bertram (wer mit diesem Namen gestraft ist, kann ja nur ein Superbösewicht werden), versucht diesen zu töten und reist deshalb in verschiedene Paralleluniversen um Chaos zu stiften und Stewie in eine Falle zu locken. Schießend und springend versucht das ungewöhnliche Heldenduo nun dies zu verhindern. Und laut ersten Spielberichten und Ingame-Bildern wird sehr viel geschossen. Hauptaugenmerk wird nicht auf innovatives oder geistig anspruchvolles Gameplay gelegt, sondern auf viel Humor und Action. Muss ja nichts schlechtes sein, aber leider fahrt die Umsetzung sehr viel Kritik ein. Und das interessanterweise nicht von professionellen Spieletestern, sondern von normalen Spielern! Auf Metacritic liegen zwar noch nicht viele Kommentare vor, jedoch diejenigen, die schon online sind, vernichten diesen Titel regelrecht. Besonders Grafik und Spielmechanik scheinen sehr faul programmiert worden zu sein und es sollen auch diverse Performanzprobleme während des Spielens auftreten. Natürlich müsste man Family Guy: Back to the Multiverse selbst spielen, um diese Aussagen beurteilen und bestätigen zu können, aber für 40€ auf Steam wirkt es eher wie ein "Money Grab" von Activision und die Lust, diesen Titel tatsächlich auszuprobieren, scheint wieder in weite Ferne gerückt. Einziger Lichtblick ist der eingebaute kooperative Modus, welcher uns erlaubt, zusammen mit einem Freund die Stadt und verschiedenen Dimensionen von Quahog zu erkunden. Und zu zweit macht sowieso alles viel mehr Spaß! Also vielleicht schaue ich mir Family Guy: Back to the Multiverse doch irgendwann näher an, vorausgesetzt es findet sich ein williges Opfer...

santi

19. November 2012

Da-Reun Na-Ra-E-Suh

Die Viennale ist vorbei und ich habe reichlich nachzuschreiben, denn so viele Filme wurden gesehen. Ganze 2 an der Zahl... Fleißig war ich! xD Wie dem auch sei, diese gilt es zu reviewen, obwohl mir das bei "künstlerischen" Filmen schwerer fällt als bei den Blockbuster in den Multiplexxen. Oft komme ich mir nämlich vor, als sei ich einfach nur dumm und würde den tieferen Sinn eines solchen Filmes nicht verstehen. Besonders stark kommt dieses Gefühl auf, wenn alle im Kinosaal, nachdem die Credits fertig heruntergerollt sind, in tosendem Beifall applaudieren und ich einfach stumm in meinem Sessel sitze und mir denke "WTF? Also entweder habe ich 'was verpasst oder ihr seid einfach alle Mitläufer ohne Geschmack.". Bleibt halt die Frage offen, was wahrscheinlicher ist... 
Und wie konnte es anders kommen, dass bei Da-Reun Na-Ra-E-Suh (In another Country), eine südkoreanische Produktion mit einer französischen Hauptdarstellerin, eben genau dieses Muster wieder eintrat. Immerhin war ich dieses Mal nicht der Einzige, der sich dem Geklatsche und dem sozialen Druck am Ende des Filmes nicht unterwerfen wollte.




Die Geschichte beginnt in einem kleinen Strandort im abgeschiedeneren Teil Südkoreas. Die Kamera zeigt die Französin Anne, die scheinbar einen alten Jugendfreund besucht, welcher immer noch leichte Gefühle für sie hat. Um einen klaren Kopf zu bekommen erkundet sie die Stadt und versucht Smalltalk mit Leuten zu führen. Dies funktioniert nur sehr holprig, denn weder kann Anne Koreanisch, noch die Bewohner der Stadt Französisch. Nun sehen wir uns einen 1 1/2 Stunden langen Film an, in dem sich alle Menschen mit gebrochenem (in diesem Fall erbrochenem) Englisch unterhalten. Sounds like fun! Unter anderem lernt sie auch einen netten, Klischee-beladenen (er ist maskulin und scheinbar nicht ganz helle im Kopf) Rettungsschwimmer kennen. Dieser interpretiert ihren Smalltalk aber als Flirtversuche ihrerseits und macht am darauffolgenden Abend wiederrum Annäherungsversuche seinerseits. Die Charaktere sind alle sehr oberflächlich gezeichnet und man weiß eigentlich nicht genau, was sie denken und warum sie sich für gewisse Handlungsakte entscheiden. Wie es danach weitergeht, habe ich leider vergessen. Denn schon zu diesem Zeitpunkt schaltete mein Gehirn auf Leerlauf.

Es wurde aber abrupt aus seinem Wachkoma gerissen, da auf der Leinwand auf einmal ein jüngeres, koreanisches Mädchen zu sehen war, welches in ein Tagebuch hineinschrieb und mit einer Off-Stimme folgenden Text erzählte: "In der zweiten Episode sehen wir nun eine verheiratete Hausfrau, ...blablabla". Auf einmal sieht man die gleichen Leute auf der Leinwand, die sich mit den gleichen Namen gegenseitig ansprechen, jedoch, so scheint es, vollkommen andere Charaktere spielen und sich auch anders verhalten. "Okay", denkt sich mein Gehirn, ohne dem Wissen, dass es sich um andere Charaktere handelt. Denn auf dieses Faktum muss man selbst draufkommen, da es an keiner Stelle erklärt wird. "Also entweder die spielen jetzt andere Charaktere, die nur zufällig gleich heißen. Oder es handelt sich um ein Paralleluniversum. Auf der anderen Seite stand in den Filmrezessionen nichts von Science Fiction drinnen. Oder die Hauptcharaktere sind immer noch die gleichen, aber durch die Bank alle schlagartig schizophren geworden. Und falls es andere Charaktere sein sollen: spielen die zeitlich nacheinander oder sind es unabhängige Geschichten? Und wenn es voneinander unabhängige Geschichten sind, sind diese in der Welt dieses Films real oder auch einfach nur von diesem Gott-Mädchen erfunden?" Diese verheiratete Hausfrau mit dem Namen Anne, gespielt von der gleichen Französin (Isabelle Huppert), will anscheinend ein Abenteuer erleben und trifft sich in dem Strandort mit ihrem koreanischen Liebhaber gleichen Alters. Da dieser zu spät kommt, motiviert sie sich die Stadt zu erkunden. Stadt erkunden, das kennen wir doch von vorher! Ihr Liebhaber kommt sie endlich abholen und sie besuchen den Strand, wo Anne Smalltalk mit dem Rettungsschwimmer führt, was ihren Liebhaber sehr zur Eifersucht und dementsprechend zur Weißglut treibt. Smalltalk mit Rettungsschwimmer...das Muster hatten wir doch auch schon! Immer noch veranlasst mich nichts dazu, jedwede Sympathie für die Charaktere zu entwickeln, da sie einfach viel zu hohl sind. Zu Beginn dachte ich auch, der Film sei eine Anspielung auf Lola rennt! oder Krzysztof Kieślowski's Drei-Farben-Trilogie. Filme, in denen immer wieder der gleiche Handlungsstrang aufgegriffen wird, aber stets ein entscheidendes Detail an einer bestimmten Stelle verändert wurde, was die Handlungsstränge dazu veranlasst, vollkommen verschiedene Wege einzuschlagen. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung für diesen hier...

Und BAM! Das südkoreanische Mädchen taucht wieder auf der Leinwand auf und schreibt wieder in ihrem Tagebuch. "In dieser dritten Geschichte...". "Oh Gott, der Scheiß beginnt NOCHMAL von vorne???" Fragend und verzweifelt blicke ich zu meinem Bruder hinüber, welcher sich bereiterklärte sich mit mir diesen Film anzusehen. Seine Seele wurde aber bereits verschlungen, denn nicht nur liegt sein Kopf nach hinten in seinem Nacken, auch Sabber rinnt ihm aus den Mundwinkeln. Vielleicht ist er auch einfach nur eingeschlafen, wecken wollte ich ihn trotzdem nicht. Denn seine Träume sind mit Sicherheit unterhaltsamer als dieser Streifen. Oh, wie ich ihn beneidete! Als guter Bruder hätte ich ihm den Speichel vielleicht abwischen sollen ...ich war anderweitig beschäftigt. Nämlich dem grandiosen Drehbuch zu folgen, welches anscheinend in zwei Tagen auf einer Toilette geschrieben wurde, weil der Autor dort mit einer Magendarmgrippe festsaß. In der dritten Episode besucht die Französin Anne Südkorea um über ihre Scheidung hinwegzukommen. Sie unternimmt einen Stadtrundgang (wie originell) und trifft unseren Rettungsschwimmer (noch origineller). Ganz ehrlich: ich habe vergessen wie der Film ausgeht.

Das einzig Gute an diesem Film sind, und jetzt kommt's, die koreanischen Schauspieler! Meine Fresse, jeder von denen verkörpert seine Rollen (so schlecht sie auch geschrieben sind) super und mit Ambition. Sie bemühen sich richtig, dass die Figuren plausibel und halbwegs realistisch auf das Publikum wirken. Mein Bruder versuchte zwar die Leistung von Isabelle Huppert zu verteidigen, aber meiner Meinung spielt sie alle ihre Figuren vollkommen überzeichnet. Wäre ich in der mentalen Lage gewesen zu lachen, hätte ich es auch getan. Und warum liebt dieser Regisseur es so sehr, die immer gleichen Kameraeinstellungen zu nehmen?

Soll der Film nun eine Anspielung auf die babylonische Sprachverwirrung sein und wie sehr Menschen aneinander vorbeireden können? Oder will er zeigen, dass soziale Normen (zum Beispiel: Flirtrituale) in anderen Kulturkreisen verschieden wahrgenommen werden? War der Film vielleicht nur als Experiment gedacht, die gleichen Menschen für verschiedene Rollen einzusetzen? Oder vielleicht nur eine Isabelle Huppert One-Woman-Show. Unabhängig von diesem unbekannten Entstehungsgedanken scheitert das Endresultat fast schon kläglich daran eine klare Botschaft zu vermitteln, und nach dem Verlassen des Kinosaals bleibt wenig Raum um sich über diesen Film konstruktiv zu unterhalten. Man versucht eher herauszufinden, was das alles zu bedeuten hatte und es in einen Zusammenhang zu bringen. Vielleicht war auch genau das das Ziel von Regisseur Hong Sang-soo, nämlich dass er seinem Film keine Botschaft verleihen wollte und der Zuseher sich am Ende selbst eine Interpretation zusammenreimen soll, kann oder muss. Scheinbar hat diese Absicht besser gefruchtet als ich es für möglich hielt während dem Kinobesuch. Denn nach der Vorstellung gab es den in meiner Einleitung besagten Applaus und ständig wurden über die gleichen Witze gelacht. Ich fand diese aufgesetzten Belustigungsversuche eher traurig und damit, so denke ich, bin ich nicht der Einzige, wenn man die 6er-Wertungen auf Metacritic und IMDB begutachtet. Vielleicht ist der Film ja eh besser als ich es mir selbst und mit diesem Artikel auch euch versuche einzureden, aber er hat mich persönlich, andere scheinbar nicht, einfach in so vielen Belangen gestört, verwirrt und gelangweilt...


santi